Cloud-Filesharing: Mehr Kontrolle mit den Arbeitsordnern von Windows 8.1

Wenn es um Cloud-Filesharing geht, müssen Admins auf Sicherheit achten. Arbeitsordner, ein neues Feature von Windows 8.1, unterstützen sie dabei.

Zu den Funktionen von Windows 8.1, die große Aufmerksamkeit erfahren, zählen unter anderem die Arbeitsordner (Work...

Folders). Es handelt sich um ein Tool, mit dem Benutzer Dateien zwischen mehreren Systemen in Echtzeit (oder beinahe Echtzeit) synchronisieren und auf diese Dateien zugreifen können. Das funktioniert auch, wenn sie sich nicht im Unternehmensnetzwerk befinden.

Die neu hinzugekommenen Funktionen beim Update auf Windows 8.1 enthalten einige der größten Änderungen am Windows-Betriebssystem seit geraumer Zeit. Die Arbeitsordner erfordern Windows Server 2012 R2 und außerdem einige geringfügige Konfigurationsanpassungen. Dazu zählen das Aktivieren der Arbeitsordner-Rolle auf dem Server, das Erstellen einer Synchronisationsfreigabe, das Einschalten des Netzwerkzugriffs via Server Message Block sowie das Einrichten des Client-Zugriffs über die Systemsteuerung / System und Sicherheit / Arbeitsordner.

Nachdem die Arbeitsordner fertig konfiguriert sind, lassen sich alle Informationen jederzeit in der Cloud ablegen. Die Anwender kopieren einfach Dateien in ihr Arbeitsordnerverzeichnis unter Windows 8.1, und alles wird automatisch zwischen den Systemen über das Internet synchronisiert.

Zusätzlich zu den Web-Frontends selbst müssen Administratoren bei herkömmlichen Cloud-Filesharing-Diensten von Drittanbietern auf die Sicherheitsmaßnahmen für die Arbeitsplatzrechner achten, die auf diese synchronisierten Dateien zugreifen dürfen. Sind die Computer mit den aktuellen Patches versorgt? Besitzen sie einen Malware-Schutz? Verwenden sie starke Passwörter? Am wichtigsten aber: Arbeiten sie verschlüsselt?

Windows-Sicherheit ist bei den Arbeitsordnern nicht allzu schwer zu realisieren, da Admins die notwendigen Kontrollmaßnahmen im Betriebssystem für Workstation und Server zur Verfügung stehen. Mit vielen davon sind Sie wahrscheinlich bereits vertraut. Es ist eine hervorragende Möglichkeit, Geld zu sparen und die Funktionen zu verwenden, die Sie schon bezahlt haben.

Die Kontrollmöglichkeiten für Arbeitsordner sind verfügbar über direkten Firewall-Zugriff, Web-Anwendungs-Proxy, Active-Directory-Verbunddienste und Reverse-Proxy-Konfigurationen. Diese Sicherheitsmaßnahmen lassen sich hochgradig anpassen. Daten aus Arbeitsordnern werden bei der Übertragung verschlüsselt. Sie können sie auch darüber hinaus mithilfe einer Geräterichtlinie (oder BitLocker usw.) verschlüsseln, wenn Sie Synchronisationsfreigaben erstellen, wie Freigaben von Arbeitsordnern genannt werden.

Außerdem haben Sie die Möglichkeit, den Bildschirm der Workstation automatisch zu sperren und ein Passwort zu verlangen. Zusätzlich stehen Ihnen für Systeme, die mit Domänen verbunden sind, all die anderen Steuerungsverfahren für Endpunkte mittels Gruppenrichtlinien zur Verfügung - zum Beispiel die Benutzerkontensteuerung und AppLocker.

Ferner können Administratoren das Löschen des Dateisystems erzwingen und festlegen, ob die Dateisynchronisierung über Mobilfunk- oder getaktete Verbindungen stattfindet. Das Update auf Windows 8.1 könnte sich zudem als nützlich erweisen, wenn es um das Mitbringen von eigenen Geräten geht (BYOD – Bring Your Own Device).

Denn eine grundsätzliche Herausforderung im Zusammenhang mit Cloud-basierten Diensten und BYOD liegt darin, dass in vielen Firmen zunehmend die User das Geschehen bestimmen. Wollen Sie weiter den Weg des geringsten Widerstands gehen und die Nutzer über den Umgang mit sensiblen Daten und von Dritten angebotenen Filesharing-Diensten entscheiden lassen? Oder ist es nicht doch ratsamer, mithilfe von Arbeitsordnern eine besser kontrollierte Filesharing-Umgebung einzurichten?

Zugegeben, die Arbeitsordner verfügen nicht über all die zusätzlichen Extras wie die Unterstützung alternativer Betriebssysteme und mobile Apps, die andere Cloud-basierte Filesharing-Lösungen bieten. Es geht darum, dass die meisten IT-Abteilungen, die ich kenne, ohnehin nur einen minimalen Einfluss auf die Cloud-Apps haben. Warum also nicht alle zufriedenstellen, indem Sie Arbeitsordner einrichten? Denn darüber haben Sie von Anfang an die volle Kontrolle.

Cloud-basiertes Filesharing bedeutet Verantwortung. Wenn diese Verantwortung fehlt, bedeutet das gravierende Probleme in puncto Compliance, Sicherheit und Informationsrisiko. Das Positive ist, dass Microsoft diesen Prozess mit dem Update auf Windows 8.1 für Sie vereinfacht hat. Die Anwender werden diese Funktionalität nachfragen. Es ist daher empfehlenswert, wenn Sie sich und Ihr Unternehmen auf das sowieso Unvermeidliche vorbereiten. Das ist gar nicht schwer. So bietet Microsoft eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, mit der Sie eine Testumgebung für Arbeitsordner einrichten können.

Artikel wurde zuletzt im November 2013 aktualisiert

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