Checkliste: Richtiges Lifecycle-Management im Data Center

Lifecycle-Management für Hardware wirkt sich positiv auf den Betrieb des Data Centers aus. Mit unserer Checkliste finden Sie den richtigen Einstieg.

Gehen Sie das Lifecycle-Management im Rechenzentrum mit folgenden Fragen an: Bringt die Erweitertung der Lebensdauer...

von Servern im Data Center einen Vorteil oder ist es kontraproduktiv? Wie viel haben Sie für die komplette Hardware bezahlt und was ist sie heute wert? Und die wichtigste Frage: Wie gut verwaltet das Equipment die Workloads?

IT-Equipment altert schnell – allerdings nicht im Sinne von Ausfällen oder Unzuverlässigkeiten, sondern, dass konstant schnellere und effizientere Hardware auf den Markt drängt. Einige der Server und Geräte in Ihrem Data Center sind vielleicht drei oder mehr Jahre alt und den heutigen Ansprüchen nicht mehr gewachsen. Vielleicht haben Sie den Lebenszyklus des IT-Equipments auf fünf oder mehr Jahre hinausgezögert. In diesem Fall kann es sein, dass die Kosten für den Betrieb steigen und der Kauf neuer Ausrüstung rentabel ist.

Viele Firmen wissen nicht, was sich in Ihrem Data Center für Hardware versteckt und kümmern sich nicht um ein IT-Lifecycle-Management (ITLM). Dabei spart ITLM einer Firma nicht nur Geld, sondern garantiert auch den optimalen Einsatz der Plattformen.

1. Inventarisieren Sie die Hardware richtig

Die Voraussetzungen für ITLM sind, dass Sie Ihr Equipment genau inventarisieren. Nutzen Sie ein entsprechendes IT-Asset-Management-Tool. Viele Unternehmen verwenden zwar für diese Aufgabe Tabellenkalkulationen mit Seriennummern (inklusive Kauf- und Lieferdatum). Allerdings sind damit Fehler vorprogrammiert. Sollte zum Beispiel Hardware ausfallen, anschließend entfernt und nicht in der Tabelle aktualisiert werden, wird das zum Problem. Das Gleiche gilt für Neuanschaffungen.

  • Die Inventarisierung beinhaltet neben Hardware auch Software.

Sie brauchen automatisierte Tools, die das Netzwerk durchforsten und nicht nur die Endgeräte identifizieren. Details über den Hersteller und eine genaue Auflistung der Komponenten sind gefragt. Dabei geht es beispielsweise um angebundenen Speicher (Festplatten), Grafikkarten und Netzwerkkarten (NICs). Zudem sind Informationen über die Software hilfreich. Das reicht vom Betriebssystem über vorhandene Applikationen bis zu den Softwareversionen mit entsprechend installierten Patches.

2. IT-Inventar bewerten

Sobald Sie wissen, welche IT-Geräte sich im Einsatz befinden, geht es um die Details.

  • Zeit sparen mit automatischen Wartungsplänen

Wartungspläne lassen sich mit Ticket-Triggern in ITIL-Service-Management-Systeme (Information Technology Infrastructure Library) einspeisen. Denkbar sind komplette Prozess-Listen, die man abarbeitet. Dazu gehören auch Details, wo sich die entsprechende Ausrüstung befindet. Auf diese Weise stellen Sie sicher, dass die Techniker am richtigen Equipment arbeiten und verschwenden keine kostbare Zeit. Je mehr Informationen die Administratoren haben, desto schneller können Sie arbeiten. Dazu gehört, entsprechende Workloads von den für die Wartung vorgesehenen Systemen zu nehmen und auf andere auszulagern. Das verhindert Ausfallzeiten.

  • Im Blick behalten, was das Equipment wert ist und optimale Aufgaben zuweisen.

Am wichtigsten ist jedoch, dass Sie den wirtschaftlichen Wert der Ausrüstung einschätzen. Somit stellen Sie sicher, dass eine IT-Plattform immer optimal eingesetzt wird.

3. Restwert, Datenwert und Geschäftswert

Hardware hat drei grundlegende Werte. Haben Sie zum Beispiel einen Server gekauft, landet dieser in den Geschäftsbüchern. Je nach Organisation hat sich das Gerät nach einer bestimmten Zeit rentiert. In der Regel beträgt die Abschreibungszeit zwischen drei und fünf Jahre.

Das Gerät hat einen Eigenwert oder Restwert. Das ist die Summe, die jemand für das Asset auf dem Second-Hand-Markt ausgeben würde. Hier lässt sich keine konkrete Formel verwenden. Allerdings sinkt der Restwert im Vergleich zum Kaufpreis rapide. Anfänglich stärker, später flacht es ab.

  • Stufen Sie Restwert, Datenwert und Geschäftswert richtig ein, damit Sie das Gerät zum optimalen Zeitpunkt ersetzen können.

Die Hardware hat zusätzlich einen Datenwert. Die meisten Server haben Direct Attached Storage (Festplatten, SSD), der oftmals randvoll mit Daten ist. Router, Switches und andere Netzwerk-Geräte sowie Drucker haben normalerweise kleine Speicherkapazitäten, die für das Unternehmen wichtige Daten beinhalten. Hier geht es zum Beispiel um Anwendernamen und Passwort.

Abbildung 1: Der Wert von Equipment variiert.

Die letzte Komponente ist der Business-Wert. Dieser steht für den Alterungsprozess des Equipments. Anfangs hat ein neues Gerät nur einen geringen direkten Wert für das Geschäft. Erst wenn das Asset in die Umgebung implementiert ist und die entsprechenden Workloads unterstützt, steigt der Wert. Mit einem höheren Datenwert steigt auch der Business-Wert. Allerdings mindert mit der Zeit sinkende Performance verglichen mit neuerem Equipment den Gesamtwert des Geräts.

Der Trick ist herauszufinden, wann die jeweilige Hardware seinen Zenit im Hinblick auf den Business-Wert erreicht hat. Sobald die Kurve nach unten geht, ist es Zeit für Ersatz. Zum Zeitpunkt des Austauschs lässt sich der Restwert einschätzen und in die Rechnung für ein neues Gerät aufnehmen. Somit ist ein Teil der Neuanschaffung bereits finanziert.

4. Datensicherheit beim Aussortieren beachten

Es gibt noch weitere Zahlen und Bereiche, die Sie in Betracht ziehen müssen. Beim Verkauf alter Hardware genießt natürlich das Thema Datensicherheit höchste Priorität. Der Datenwert ist nicht nur für das Unternehmen selbst, sondern auch für andere vorhanden. Vor einem Verkauf ausgemusterter Hardware müssen Sie Daten unwiederbringlich zerstören. Wie Sie hierbei vorgehen, hängt von den gespeicherten Informationen ab. Sie können entweder „Software-Shredder“ verwenden oder die Datenträger physikalisch zerstören. Letzteres mindert den Restwert erheblich, ist aber sicher. Aber auch nicht mehr funktionierende Festplatten haben einen Wert. Sie beinhalten Kupfer, Gold und andere Metalle. Es gibt kommerzielle Unternehmen, die sich auf das Rückgewinnen dieser Materialien spezialisiert haben.

  • Tauschen Sie Equipment aus, wenn es den Höhepunkt hinsichtlich Business-Wert erreicht hat.

Jede Firma sollte sich mit dem Lebenszyklus-Management des Data Centers beschäftigen. Sie optimieren damit Hardwareinvestitionen, selbst wenn Sie ausgemusterte Hardware zum Zweck der Neufinanzierung nicht verkaufen. Vollständiges Lifecycle-Management bringt viele Vorteile mit sich. Setzen Sie es noch nicht ein, sollten Sie sich umgehend an die Umsetzung machen.

Über den Autor: Clive Longbottom ist Mitgründer und Service-Leiter der IT-Research- und Analyse-Firma Quocirca. Longbottom bringt mehr als 15 Jahre Berufserfahrung in diesem Bereich mit. Außerdem verfügt er über Hintergrundwissen in Sachen Chemische Technik und hat an Automation und Kontrolle von gefährlichen Stoffen gearbeitet. Weiterhin sind seine Spezialgebiete Dokumenten- und Projekt-Management.

Artikel wurde zuletzt im Dezember 2013 aktualisiert

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