Checkliste: Fünf Schritte zum Disaster Recovery beim VDI-Ausfall

Fällt die VDI-Umgebung aus, ist ein gut dokumentierter Disaster-Recovery-Plan (DRP) unersetzlich. Diese Checkliste nennt fünf hilfreiche Schritte.

Eine virtuelle Desktop-Infrastruktur (VDI) unterscheidet sich nicht von anderen kritischen Anwendungen im Unternehmen....

Im Falle eines kritischen Ausfalls wollen Anwender die virtuellen Desktops so schnell wie möglich wieder verwenden.

Es kommt zudem nicht darauf an, ob Ihre VDI-Konfiguration getrennte Desktops unterstützt. Die meisten VDI-Anwender können so lange nicht arbeiten, bis alle Desktops wieder voll einsatzfähig sind. Dabei handelt es sich um ein Business-Continuity-(BC-) Problem, das sich hinter einem IT-Problem versteckt. Auch wenn Ihre VDI-Umgebung wieder komplett läuft, bedeutet das nicht unbedingt, dass die Anwender sofort zum Tagesgeschäft übergehen und Ihre Kunden wieder vollständig unterstützen können.

Was ist ein Desaster?

Was passiert, wenn die VDI-Umgebung durch einen mechanischen Ausfall oder eine andere Unterbrechung statt eines natürlichen Desasters ausfällt? Aus Sicht eines Anwenders macht es keinen Unterschied, was die Ausfallursache ist. Wenn die Nutzer nicht normal arbeiten können, liegt ein Desaster vor. Es ist egal, ob das Problem durch Malware oder Viren, einen Mainboard-Ausfall in einem kritischen VDI-Server, einen Stromausfall im Data Center oder eine Naturkatastrophe ausgelöst wird. Wichtig ist ein strukturiertes Vorgehen dagegen.

Schritt 1: Schätzen Sie den Schaden ein

Bevor Sie mit der Wiederherstellung der VDI-Umgebung beginnen, müssen Sie den Schaden genau kennen und wissen, was zerstört ist. Ihre Monitoring-Tools spielen wahrscheinlich verrückt und zeigen nur noch Fehler an. Das für die VDI-Umgebung verantwortliche Team ist vermutlich damit beschäftigt, die betroffenen Komponenten zu identifizieren und zu isolieren. Die Einschätzung des Schadens ist der Beginn des Recovery-Prozesses. Sie identifizieren, welche Server und Netzwerk-Geräte nicht mehr zur Verfügung stehen und unerreichbar sind.

Schritt 2: Implementieren Sie einen VDI-Recovery-Plan

Haben Sie keinen Disaster-Recovery-Plan (DRP) für ihre VDI oder einen definierten Bereich im Business-Continuity-Plan des Unternehmens, wird es ein steiniger Weg. Nichts hat einen positiveren Effekt auf Ihre Recovery-Anstrengungen als ein aktueller und ausführlich getesteter DRP.

Wir gehen daher davon aus, dass Sie einen DRP haben und mit dessen Hilfe die Wiederherstellung starten. Sie müssen eventuell Snapshots der virtuellen Maschinen (VM) aus der Cloud holen. Auch die Hardware kann unter Umständen eine Reparatur benötigen oder muss ersetzt werden. Möglicherweise müssen Sie auf Anwendungsdaten aus einer Datenbank-Kopie zugreifen. Verwenden Sie Ihren DRP daher als Leitfaden oder Orientierungshilfe. Treten Sie mit dem entsprechenden IT-Support in Kontakt, um jede betroffene Komponente zu adressieren.

Schritt 3: Bewerten Sie den Recovery-Prozess kontinuierlich

Im Falle eines Desasters oder kritischen VDI-Ausfalls: Vertrauen Sie nicht ausschließlich Ihren Monitoring-Tools, auch wenn diese anzeigen, dass Ihre Umgebung voll funktionsfähig ist. Sie müssen dies mit einer Gruppe von VDI-Anwendern überprüfen, die nicht aus der IT kommen. Nur so stellen Sie sicher, dass die Probleme behoben sind.

Schritt 4: Dokumentieren Sie den VDI-Recovery-Prozess und das Ergebnis

Erstellen Sie eine sorgfältige Dokumentation der einzelnen Schritte, die zum Recovery der VDI-Umgebung beigetragen haben. Dies ist der schwierigste Schritt. Mit Sicherheit sind während eines DRs viele „Brände“ zu löschen. Neben der Wiederherstellung der VDI-Umgebung noch eine Dokumentation zu erstellen, ist eine zusätzliche Herausforderung. Schreiben Sie allerdings nicht alles auf, machen Sie beim nächsten Mal eventuell die gleichen Fehler.

Schritt 5: Aktualisieren Sie den DRP mit Ihren Erfahrungen

Sobald das Disaster Recovery abgeschlossen ist und alle VDI-Prozesse wieder normal funktionieren, ist Ihre Arbeit noch nicht vorbei. Um auch in der Zukunft effizient beim DR und der Business Continuity zu sein, sollten Sie mit Ihren IT-Mitarbeitern das Szenario noch einmal durchsprechen. Zudem sollten Sie dies dokumentieren: Was hat funktioniert? Was hat nicht funktioniert? Warum nicht? Zu den Best Practises bei DR gehört letztlich auch ein Dokument, in dem das gelernte festgehalten wird. Dieses Dokument verwenden Sie, um den existierenden DRP zu aktualisieren. Noch schlimmer als einen Fehler beim DR ist, diesen in einer vergleichbaren Situation zu wiederholen.

Stellen Sie sicher, dass VDI ein Teil Ihres DR- oder Business-Continuity-Plans ist und halten Sie diesen aktuell. Jede Änderung bei der Architektur und der VDI-Umgebung sollte verankert sein. Kommt es zu einem krtischen Ausfall, hilft Ihnen ein solider, gut ausgearbeiteter und getesteter DRP, um schnell wieder auf die Füße zu kommen. Halten Sie sich diszipliniert an diesen Plan, um nicht im Chaos zu versinken.

Artikel wurde zuletzt im Januar 2014 aktualisiert

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