Blick in die Black Box: IaaS-Anbieter mit Performance-Benchmarks vergleichen

Wichtiger als die angegebene Soll-Leistung einer IaaS-VM ist die tatsächliche Ist-Leistung. Performance-Benchmarks ermöglichen den Anbietervergleich.

Wer IaaS-Ressourcen (Infrastructure as a Service) aus der Public Cloud einkauft, der kann zwar meist zwischen verschiedenen...

virtuellen Maschinen mit unterschiedlicher CPU- und RAM-Bestückung wählen, kauft mitunter aber doch die Katze im Sack – weil die Performance der virtuellen Maschine eben auch maßgeblich von der VM-Dichte im Rechenzentrum des Cloud-Providers abhängt.

Letztendlich ist der von Cloud-Anbietern angegebene Preis für eine virtuelle Maschine als Kaufentscheidung also irreführend, weil die nominelle Soll-Leistung von zum Beispiel zwei CPU-Kernen und acht GB Arbeitsspeicher oft nicht konstant ist und die tatsächliche Performance zwischen IaaS-Anbietern variiert.

Für Jahn Thielscher, Geschäftsführer der ASCAMSO GmbH, kommt es daher darauf an, zur Bewertung unterschiedlicher Cloud-Anbieter einen einheitlichen Vergleichswert heranzuziehen. Das Benchmarking-Tool von ASCAMSO nutzt daher das Konzept von MASCs (Meta ASC) zur Berechnung der tatsächlichen Leistung einer virtuellen Maschine. Im Gegensatz zur Soll-Leistung wird hiermit also die Ist-Leistung ermittelt.

Mit Meta ASCs gegen die Black Box IaaS-Cloud

Hierfür wird die Bearbeitung einer gewissen Anzahl an Workloads zugrunde gelegt, während die Zeit, die eine physische Maschine zur Bearbeitung benötigt, bekannt ist. Über die von der virtuellen Maschine tatsächlich benötigte Zeit lässt sich dann ein Performance-Benchmark über verschiedene VMs und IaaS-Provider hinweg erstellen. Gleicht man nun den von Cloud-Anbietern verwendeten Preis pro Stunde mit dem von ASCAMSO ermittelten Preis pro MASC ab, so erhält man ein wesentlich umfangreicheres Bild über die tatsächliche Leistung einer virtuellen Maschine.

Abbildung 1: Der Preis pro Soll-Leistung im Vergleich zur tatsächlichen Performance.

Wie in Abbildung 1 beispielhaft zu sehen, scheint Provider 6 auf den ersten Blick für die gleiche virtuelle Maschine ein wesentlich schlechteres Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten als Provider 2. Wird aber stattdessen die von ASCAMSO errechnete Ist-Leistung berücksichtigt, dreht sich das Verhältnis um und Provider 6 steht plötzlich vor Provider 2.

Obwohl also nominell in beiden Fällen die gleiche virtuelle Hardware zur Verfügung steht, würde die Berechnung des gleichen Workloads auf einer virtuellen Maschine von Provider 2 länger dauern und damit höhere Kosten verursachen.

Vom Benchmark zum Multi-Cloud-Sourcing

ASCAMSO nutzt für die Berechnung der Ist-Performance kleine Agents, Satellites genannt, die auf Testinstanzen verschiedenster Cloud-Anbieter Benchmarks erstellen und in das Benchmark-Tool von ASCAMSO liefern. Diese Satellites können aber auch im eigenen Data Center eingesetzt werden und so Performance-Werte der eigenen Infrastruktur ermitteln. Damit, so Jan Thielscher, lassen sich dann die Cloud-Anforderungen lokaler Workloads evaluieren, ASCAMSO-Kunden erhalten anschließend automatisiert Vorschläge für den für sie optimalsten IaaS-Anbieter.

Da die Satellites per API ansprechbar sind, soll die ASCAMSO-Plattform zukünftig aber noch weit mehr bieten als ein bloßes Vergleichsportal. So könnten ASCAMSO-Kunden beispielsweise Richtlinien zur benötigten Hardwareausstattung der virtuellen Maschine, zum Standort des Rechenzentrums oder zum Verfügbarkeitslevel vorgeben, und ASCAMSO sucht automatisch nach den jederzeit günstigsten und leistungsstärksten Cloud-Ressourcen.

Diesem Multi-Cloud-Sourcing, also dem bedarfsgerechten Zusammenstellen von Cloud-Ressourcen aus einem großen Anbieter-Pool, stehen derzeit laut Jan Thielscher aber noch einige Hindernisse im Weg. So kann ASCAMSO bislang zum Beispiel die Vertragsbeziehung zwischen Cloud-Nutzer und IaaS-Anbieter noch nicht übernehmen. Um mit ASCAMSO Multi-Cloud-Sourcing zu betreiben, müssten Unternehmen also prophylaktisch Vertragsbeziehungen mit möglichst vielen IaaS-Anbietern eingehen und die Anmeldedaten bei ASCAMSO hinterlegen, um so überhaupt erst den Pool möglicher Cloud-Ressourcen zu schaffen.

Das massenweise Anlegen von IaaS-Accounts nach dem Gießkannenprinzip, ohne vorab zu wissen ob und wenn ja wie viele Ressourcen welchen Anbieters man tatsächlich nutzen wird, dürfte für viele IT-Abteilungen derzeit dann aber doch noch zu fremd sein. Und doch gibt es immer mehr Unternehmen, die sich auf einen Blick hinter die Kulissen der Public Cloud fokussiert haben. Dyn beispielsweise bietet ähnliche Performance-Werte, konzentriert sich dabei aber auf die Leistung der Internetverbindung und des Domain Name System.

Mit zunehmender Cloud-Nutzung scheint sich in Unternehmen also auch ein gesteigertes Interesse am Funktionsprinzip der verwendeten Cloud-Ressourcen und an der Vergleichbarkeit der Dienste zu entwickeln.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2016 aktualisiert

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