Best Practices: Fünf Tipps für den Aufbau einer virtuellen Infrastruktur mit VMware

Am Anfang einer virtuellen Infrastruktur mit VMware steht genaue Planung und Design. Beachten Sie Best Practices, aber bleiben Sie dabei realistisch.

Für die meisten VMware-Administratoren ist die größte Herausforderung, die Infrastruktur so perfekt wie möglich...

zu gestalten. Die perfekte Infrastruktur gibt es allerdings nicht. Somit gilt es den Fokus auf Effizienz, Hochverfügbarkeit, Ausbaufähigkeit und Geschwindigkeit zu legen und die beste Kombination zu wählen. Um diese zu erreichen, können Sie unserem Leitfaden folgen und diesen in regelmäßigen Abständen mit Ihrer Infrastruktur abgleichen. Somit kommen Sie recht Nahe an das perfekte Ergebnis.

1. Von Beginn an Sorgfalt walten lassen und nicht schludern

Wir sprechen hier vom Aufbau einer virtuellen Infrastruktur mit VMware. Bevor Sie nun einfach darauf los basteln, sollten Sie sich einen Plan und ein gutes Design zurechtlegen. Letzteres ist im Hinblick auf virtuelle Umgebungen ein essentieller Punkt. vSphere-Design ist in den Zertifikationen für VCDX und VCAP-DCD enthalten und wird unter anderem im vSphere Design Guide behandelt.

Bevor Sie mit einem Design beginnen, sollten Sie die Grenzen abschätzen können. Zusätzlich müssen Sie die Geschäftsbedürfnisse und die Anforderungen der eingesetzten Applikationen in Ihren Plan einbeziehen. Haben Sie diese Informationen gesammelt, können Sie sich an die Designs für physikalische Hardware und logische Instanzen machen.

Bei der Hardware sollten Sie nicht an den kritischen Ressourcen knausern, die für die virtuelle Infrastruktur wichtig sind. In erster Linie geht es hier um Rechenleistung (CPUs), Arbeitsspeicher, Storage und Netzwerk. Bei den beiden letzteren ist nicht nur die Kapazität, sondern auch die I/O-Geschwindigkeit (Input/Output) in Betracht zu ziehen.

Am Anfang ist die Verlockung groß, mit den Minimal-Anforderungen zu beginnen und zu denken, dass man in Zukunft aufrüsten kann. Verwerfen Sie diesen Gedanken gleich wieder und investieren Sie so viel, wie es das Budget erlaubt. Hardware-Hersteller verkaufen in diesen Tagen physikalische Server, wie zum Beispiel Cisco UCS, auf denen Sie Hunderte virtueller Maschinen laufen lassen können. Anbieter wie VCE verkaufen vorgefertigte Rechner-Stapel, wie den VCE Vblock, auf denen Tausende virtuelle Maschinen eine Heimat finden. Sollten Sie künftig mit so einer Lösung liebäugeln, planen Sie das gleich von Anfang an ein.

2. Ressourcen bestmöglich nutzen

Ein großer Bereich von Virtualisierung behandelt den Themenbereich, die Ressourcen optimal auszunutzen und das Maximum herauszuholen. Im Endeffekt geht es darum, mehr Aufgaben in virtuellen Maschinen mit weniger physikalischen Servern erledigen zu können. Das Abschätzen der Ressourcen ist es bei der Planung einer virtuellen Infrastruktur wichtig, um diese optimal einsetzen zu können.

Eine der wichtigsten Fragen ist somit, wie viele virtuelle Maschinen Sie auf einem Host unterbringen können. Es geht allerdings nicht alleine um Quantität. Die virtuellen Maschinen sollten noch in der Lage sein, ansprechende Geschwindigkeit zu leisten. Oder anders formuliert: Die Magie ist, auf die kostengünstigste Hardware so viele virtuelle Maschinen wie möglich zu installieren.

Sobald Sie die virtuelle Infrastruktur aufgesetzt haben, müssen Sie die verfügbaren Kapazitäten genau im Auge behalten. Performance und Auslastung gehen dabei Hand in Hand. Als Administrator müssen Sie ein Gleichgewicht schaffen, damit die vorhandenen Ressourcen nicht überlastet oder überdimensioniert sind. Wir sprechen hier von den Komponenten des physikalischen Servers: Prozessoren, Arbeitsspeicher, Storage I/O und Netzwerk I/O.

Damit Sie den Überblick nicht verlieren, brauchen Sie mindestens ein vernünftiges Monitoring-Tool. Dieses soll die Latenzzeiten der Cluster-Speicher, den Arbeitsspeicher des Clusters und die CPU-Last visualisieren. Noch besser wäre, wenn auch die Reaktionszeiten von Applikationen integriert sind. Spezielle Tools wie zum Beispiel VMware vCenter Operations Manager (vCOPS) oder vKernel/Quest/Dell vOPS Server Explorer sind mögliche Kandidaten für diese Aufgabe.

3. Die richtige Version von vSphere einsetzen

vSphere ist in drei Varianten erhältlich, wenn man die beiden Essentials-Editionen für mittelgroße Unternehmen (SMB) und vSphere mit Operations Management außer Acht lässt.  Natürlich ist es verlockend, das komplette Paket zu kaufen. Damit könnten Sie auf alle Optionen von vSphere Enterprise Plus und vCloud Suite zurückgreifen. Abhängig von den benötigten Lizenzen, könnte sich Ihr Unternehmen allerdings Tausende an Euro sparen. Oftmals reicht auch der Einsatz von vSphere Standard oder Enterprise. Vielleicht setzen Sie nur auf Applikationen, die mit den beiden letzteren mehr als gut auskommen.

Überlegen Sie sich gut, ob das Unternehmen von den erweiterten Funktionen der kostspieligeren Varianten profitieren oder diese überhaupt nutzen. Braucht die Firma wirklich vStorage API for Array Integration (VAAI)? Haben Sie Vorteile von Funktionen wie Distributed Resources Scheduler (DRS), Storage DRS oder Kontrollmechanismen für Netzwerk I/O? Brauchen Sie einen virtuellen Cloud-Aufseher wie es vCloud Director bietet?

4. Bleiben Sie auf dem Boden der Tatsachen

Jeder Hersteller bringt eigene Best Practices mit sich und diese lassen sich unter Umständen nicht einfach unter einen Hut bringen. Weiterhin gibt es die sprichwörtliche „eierlegende Wollmilchsau“ für virtuelle Rechenzentren nicht. Best Practices, die für eine sehr große virtuelle Infrastruktur ausgearbeitet wurden, funktionieren wahrscheinlich nicht in einem Server-Raum mit drei Rechnern. Das gleiche gilt auch für die auf einem Server laufende Anzahl virtueller Maschinen. Brauchen Sie virtuelle Maschinen mit Fokus auf hohe Geschwindigkeit, gehen Sie anders an die Sache heran, als wenn Hunderte auf einem äquivalenten Server laufen sollen.

Sie ersparen sich eine Menge Stress, wenn Sie das Ganze realistisch betrachten. Natürlich kann es nicht schaden, wenn Sie die bestehende Infrastruktur mit den jeweiligen Best Practices vergleichen. Verschiedene Blickwinkel können sehr aufschlussreich sein und bei Entscheidungen helfen.

Nachfolgend finden Sie einige Artikel zum Thema Best Practices und VMware

5. Kennen Sie Ihre Applikationen

Ein Rechenzentrum ist in der Regel für das Betreiben der geschäftskritischen Anwendungen ausgelegt. Es gibt allerdings so viele verschiedene Best Practices und alle adressieren andere  Kriterien. Dazu gehören Storage, Netzwerk, Hypervisor, Datenbank und Applikationen. Je besser Sie Ihre Applikationen kennen, desto mehr werden Sie von den entsprechenden Leitfäden profitieren. Was sind die wichtigsten Applikationen? Wo speichern diese Programme die Daten? Liegt der Fokus des Rechenzentrums auf SQL-Datenbankserver, die viele Transaktionen ausführen, halten Sie sich einfach an die Best Practices für SQL-Server. Handelt es sich jedoch um SQL-Server, die Huckepack mit der Installation einiger Management-Applikationen kommen, sind diese irrelevant.

Hier finden Sie einige Dokumente zu Best Practices bezüglich virtueller Applikationen:

Halten wir fest: Nur wenn Sie die Aufgaben und Kommunikationswege Ihrer Applikationen kennen, begreifen Sie das Zusammenspiel der virtuellen Maschinen.

Es gibt verschiedene Tools, die Ihnen diese Aufgabe erleichtern können. Viele dieser laufen in den Gast-Betriebssystemen in Form von Agents. Eine Neuheit bildet hier VMwares vCenter Infrastructure Navigator (VIN). Die Software kommt komplett ohne Agents aus. Stattdessen analysiert VIN die Pakete des virtuellen Netzwerks. Somit weiß die Software, welche Applikation läuft und womit sie kommuniziert. VIN ist in vCOPS enthalten. Letzteres überwacht die Performance von Applikationen.

Die Quintessenz ist: Planen Sie Ihre virtuelle Infrastruktur zunächst auf dem Reißbrett oder machen sich gründliche Gedanken darüber. Wenn Sie einfach loslegen, ist das Projekt wahrscheinlich zum Scheitern verurteilt. Das Design sollte aber nicht nur die Ressourcen maximal ausnutzen, sondern auch für die Zukunft ausgelegt sein. Auf jeden Fall ist es sehr wichtig, dass Sie die Möglichkeiten von vSphere umfassend verstehen. Nur so können Sie festlegen, in welcher Form Ihre virtuelle Umgebung Realität wird. Versuchen Sie nicht, jeden Leitfaden umsetzen zu wollen. Seien Sie realistisch und kennen Sie Ihre Applikationen. Dann werden Sie von den Vorteilen der Virtualisierung profitieren.

Artikel wurde zuletzt im Mai 2013 aktualisiert

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