Tipp

Best Practice: Ressourcen für virtuelle Desktops richtig zuordnen

Man könnte annehmen, dass virtuelle Ressourcen eine große elastische Masse an Arbeitsspeicher, Massenspeicher und CPU sind. Allerdings befinden sich dahinter auch physikalische Komponenten. Somit muss man bei virtuellen Umgebungen mit genau so viel Behutsamkeit umgehen, als würden Sie einen physikalischen Rechner vor sich haben.

Die „Anzahl der virtuellen Desktops, geteilt durch die Ressourcen des Servers“ ist eine Milchmädchenrechnung beim Zuweisen von Ressourcen. Das funktioniert vielleicht, wenn Sie nur eine Handvoll virtueller Desktops gleichzeitig betreiben. Geht es allerdings in die Hunderte oder sogar Tausende, können sich hier leicht Rechenfehler einschleichen. Das Resultat könnten für die Virtualisierung komplett überdimensionierte oder viel zu schwache Server sein.

In diesem Beitrag wollen wie Ihnen einige Punkte aufzeigen, die Sie bei der Auswahl von Hardware für Ihre virtuellen Umgebungen beachten sollten.

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Die Methodik Ihrer VM-Systeme verstehen

Nicht jede virtuelle Maschine hat die gleichen Ansprüche. Jede einzelne verwendet andere Wege, um Ressourcen zu verbinden. Wenn Sie verstehen, wie die einzelnen virtuellen Maschinen ticken, können Sie einfacher entscheiden, was Ihre virtuellen Desktops eigentlich benötigen.

VMware verwendet zum Beispiel ein System, das sich Resource Pooling nennt. Damit können Sie die Betriebsmittel einzeln zuweisen, die dann entsprechend von der darunterliegenden Hardware abgezweigt werden. Weiterhin können Sie so genannte Pool-Ressourcen anlegen, damit Sie nicht jede Maschine separat konfigurieren müssen.

Microsoft Hyper-V kann Speicher dynamisch zuweisen. Somit können Sie virtuelle Desktops betreiben, denen die Software auf Anforderung temporär mehr Speicher zuweist. Ein Gastsystem kann mit wenig Speicher anfangen und je nach Bedarf bekommt es die Ressourcen, die es braucht. Bei Hyper-V ist die dynamische Speicherzuweisung Standard. Möchten Sie fixe Grenzen setzen, legen Sie am besten selbst Hand an.

Weiterhin ist zu beachten, wie die VM mehrere Instanzen desselben Betriebssystems behandelt und wie sie den Speicherverbrauch zwischen diesen verwaltet. Zum Beispiel wurde viel über das so genannte  Address Space Layout Randomization von Windows 7 geschrieben. Diese Technologie erschwert es VMware, das Transparent Page Sharing effektiv einzusetzen. Wie bereits erwähnt, müssen Sie auch auf die Anforderungen der jeweiligen Umgebungen eingehen. Wollen Sie mehr virtuelle Desktops auf ein und derselben Hardware betreiben, versuchen Sie die Hardware-Zuweisungen der einzelnen Gastsysteme zu optimieren.

Ressourcen anhand der Anwender zuweisen

Ein anderer Ansatz bei der Virtualisierung ist, die Ressourcen anhand der Benutzerlast und nicht der virtuellen Desktops auszurechnen. Je genauer Sie bestimmen können, wie viele Ressourcen der einzelne Anwender bezüglich seiner Arbeit benötigt, desto genauer können Sie ihm diese zuweisen.

Dabei lassen sich Ressourcen auf individueller Ebene oder per Abteilung definieren. Im Idealfall legen Sie Profile für die Abteilungen in der Firma an, die sowohl Nutzer mit hohen und niedrigen Ansprüchen berücksichtigen. Verwenden die meisten Anwender einer Abteilung nur Programme, die sich mit wenig Speicher begnügen, können Sie das als Standard definieren. Allerdings haben Sie mit dem Anlegen eines zweiten Profils für Power-User ein Sicherheits-Puffer.

Überprüfen Sie auch genau die Applikationen, die auf den virtuellen Maschinen im Einsatz sind. Sollte jemand einen Server betreiben, der sich so viel Speicher wie möglich unter den Nagel reißt, ist das kein Kandidat für dynamische Speicher-Allokation.

Im Hinblick auf die CPUs ist ein Zwei-zu-Eins-Verhältnis von virtuellen zu logischen Prozessoren eine gute Strategie. Ein logischer Kern auf dem Server kümmert sich also um zwei virtuelle Prozessoren. Damit schaffen Sie ein ausgewogenes Verhältnis und sollten keine CPU überlasten. Wenn einige Anwender sehr viel Rechenleistung brauchen, ist ein separater Ressourcen-Pool mit dedizierten physikalischen Maschinen wohl eine vernünftigere Lösung für diese Nutzer.

Vergessen Sie das Netzwerk nicht

Die gesamt verfügbare Netzwerk-Bandbreite, die der Server zur Verfügung stellt, ist eine weitere Hardware-Ressource, die Sie im Auge behalten sollten. Diese müssen sich die Clients teilen.

Experten schlagen vor, dass Sie VM-zu-VM-Netzwerkverkehr auf das eigene interne virtuelle Netzwerk eingrenzen können. Das ist sinnvoll, wenn sich Ihre virtuellen Desktops nicht nur untereinander unterhalten, sondern auch mit einer anderen Server-Ressource in einer virtuellen Maschine kommunizieren. Dazu gehören zum Beispiel Datenbank- oder interne Firmen-Web-Server. Netzwerkverkehr von den virtuellen Maschinen zu den Clients sollten eigene dedizierte Verbindungen haben, wann immer sich das anbietet.

Alternativ: On-Demand-Bereitstellungen gegen virtuelle Desktops

Wenn die bereitgestellten Server-Ressourcen nicht ausreichen, könnten Sie auf ein so genanntes On-Demand-Bereitstellungs-Modell umsteigen, wenn Ihre Clients das unterstützen. Genau genommen geht es hier um das Modell, dass Citrix XenApp verfolgt. Hier laufen nur die Applikationen und nicht das komplette Betriebssystem auf dem Server. Das Eine schließt das Andere natürlich nicht aus. Setzen Sie Technologien wie XenApp für die Anwender ein, für die sich diese am besten eignen.

Diese Herangehensweise funktioniert dann am besten, wenn viele Anwender dieselben Applikationen verwenden, welche wiederum nicht besonders anspruchsvoll bezüglich der Hardware sind. In der Regel handelt es sich hier um Software, die Geschäftsprozesse oder das Tagesgeschäft bewältigen. Sollten Anwender anspruchsvollere Applikationen laufen lassen, sind komplette virtuelle Maschinen in der Regel die bessere Option.

Artikel wurde zuletzt im April 2013 aktualisiert

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