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App- statt Konfigurations-Verwaltung mit Chef Habitat

Chef Habitat geht einen anderen Weg als das Tool zur Konfigurations-Verwaltung Chef: Habitat nimmt die Anwendungs-Konfiguration ins Visier, nicht die Server-Infrastruktur.

Chef Habitat ist ein gerade einmal ein Jahr altes Projekt zur Konfigurationsverwaltung, das eine andere Richtung als das ursprüngliche Tool Chef einschlägt und die Anwendung von der darunter liegenden Infrastruktur zu trennen versucht.

Tools zum Configuration Management wie Chef, Puppet oder Ansible gehen vom vorab definierten Zielzustand eines Servers aus. Chef Habitat dagegen interagiert direkt mit Anwendungen und Container, indem Administratoren spezifischen Applikationen spezifische Parameter zuweisen.

Chef Habitat: Zwischen App- und Paket-Management

Habitat löst damit das Paket-Management aus der Konfigurationsverwaltung heraus. In Produktivumgebungen ist es somit einfacher, die Konfigurationsverwaltung von der Anwendungsverwaltung zu trennen. Für Administratoren reduziert sich damit die Komplexität des Software-Stacks. Chef Habitat kann in dieser Hinsicht am besten mit einem Paket-Manager verglichen werden – mit der zusätzlichen Funktion verwaltbarer Skripte innerhalb der Pakete.

Pakete weisen immer bestimmte Abhängigkeiten auf, die Teil ihrer Voraussetzungen sind und beschreiben, welche Anforderungen zum Ausführen der Software erfüllt sein müssen. Habitat isoliert die Paket-Anforderungen und macht die Softwarepakete sowohl auf Bare-Metal-Bereitstellungen, in virtuellen Maschinen oder in der Cloud lauffähig. Der Vorteil liegt darin, Abhängigkeiten innerhalb der Pakete zu verteilen, statt sie über Tools zur Konfigurationsverwaltung für Server und Infrastruktur zu verwalten.

Zusammen mit den Abhängigkeiten kann Habitat auch Parameter verarbeiten. Über diese Parameter können Anwendungen und Konfigurationen des Host-Betriebssystems auch in sich schnell verändernden Umgebungen kontrolliert und verwaltet werden. Parameter legen dabei beispielsweise fest, wie viel Arbeitsspeicher einer Anwendung zur Verfügung steht oder wie viele Prozesse gleichzeitig abgearbeitet werden können.

Grundstruktur von Chef Habitat

Administratoren verwalten Anwendungen über die Kommandozeile von Chef Habitat und erhalten dabei Informationen über die aktuellen Parameter des verwendeten Befehls. Die gleiche Applikation kann über den Befehl hab auch mit unterschiedlichen Parametern gestartet werden. Über diesen Befehl können auch dauerhafte Änderungen an der Konfiguration eine Anwendung vorgenommen werden. Habitat verwendet für diese Aufgaben der Konfigurationsverwaltung TOML-Dateien (Toms Obvious, Minimal Language).

Der sogenannte Habitat Supervisor erstellt diese TOML-Dateien, über die die anpassbaren Parameter definiert werden. Nach dem Ändern einer TOML-Datei kann die neue Konfiguration vor dem Ausführen einer Applikation auf diese angewendet werden. Die Konfiguration wird anschließend über Servicegruppen auf die Nodes gepushed. Auch diese Servicegruppen werden vom Habitat Supervisor definiert, worüber Anwender Befehle an jeden einzelnen Node senden und den Vorgang an alle Nodes der Gruppe replizieren können.

Wer mit dem Gedanken spielt, Chef Habitat in der eigenen Umgebung einzusetzen, der sollte also auch Erfahrung im Umgang mit Servicegruppen mitbringen. Habitat startet Services, in dem diese mit einer eigenständigen Topologie automatisch innerhalb einer Servicegruppe ausgeführt werden. Administratoren können diese Topologie dann mit weiteren Nodes erweitern. Über den Habitat Supervisor wird der sogenannte Leader einer Servicegruppe bestimmt, dem die anderen Nodes zukünftig entsprechend folgen.

Chef und Chef Habitat – schwer zu integrieren

Auch wenn Chef Habitat auch von Chef selbst stammt, fällt die Integration des App-Management-Tools Chef Habitat in Chef zur Konfigurationsverwaltung alles andere als leicht. Hierfür gibt es zwei Gründe: Zunächst einmal konzentriert sich die Entwicklung von Habitat derzeit vor allem noch um die eigenen Funktionen und zusätzlich kommt erschwerend hinzu, dass Chef und Habitat eben zwei unterschiedliche Probleme adressieren.

Habitat fokussiert sich auf Applikationen, die dynamisch sind, während Chef Serverkonfigurationen in den Blick nimmt, die eher statisch sind. Dabei handelt es sich aber natürlich nicht um exklusive Aufgaben, die sich gegenseitig ausschließen, daher dürften Administratoren und DevOps-Spezialisten gespannt sein, wie Chef diese beiden Roadmaps zukünftig verzahnt.

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Artikel wurde zuletzt im September 2017 aktualisiert

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