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Alternativen für Btrfs ab RHEL 8

Der Linux Distributor Red Hat bietet in RHEL 8 kein Btrfs mehr an. Deswegen brauchen Anwender von Red Hat Enterprise Linux Alternativen wie zum Beispiel XFS, Ext4 und ZFS.

Btrfs wurde im Jahre 2009 veröffentlicht und die Zukunft sah eigentlich rosig aus. Viele haben erwartet, dass Btrfs der Ersatz für ZFS wird. Letzteres Dateisystem konnte aus rechtlichen Gründen nicht in Linux implementiert werden. Somit haben die Linux-Distributoren daran gearbeitet, Btrfs zu implementieren.

Bei der Veröffentlichung von Red Hat Enterprise Linux (RHEL) 7.4 hat Red Hat angekündigt, dass die Entwicklungen in Richtung Btrfs eingestellt werden. Es wird weiter als Option für zusätzliche Versionen von RHEL 7 verfügbar sein, aber nicht mehr in RHEL 8. Das neue Betriebssystem wird irgendwann 2018 erwartet.

Die Ankündigung von Red Hat lässt viele Kunden grübeln, wie das Schicksal von Btrfs aussieht. Es bedeutet nicht, dass am Dateisystem Btrfs nicht mehr weiterentwickelt wird. Btrfs ist weiterhin ein wichtiges Dateisystem, das viele große Firmen im Einsatz haben. Dazu gehören Facebook, Fujitsu, Oracle und SUSE. Sie verwenden es nicht nur, sondern entwickeln es aktiv weiter. Vergleichen Sie es mit dem konkurrierenden Dateisystem XFS, das Red Hat, SUSE und andere unabhängige Mitwirkende derzeit entwickeln, dann wird schnell klar, dass die Btrfs-Community alles andere als inaktiv ist.

Alternativen zum Dateisystem Btrfs

Firmen wie Canonical haben ZFS als Dateisystem für Linux-Distributionen in Betracht gezogen. In Berkeley-Software-Distribution-Systemen wird die Technologie derzeit eingesetzt. Allerdings ist die rechtliche Lage des Dateisystems nicht ganz klar. Weder für Red Hat noch für SUSE wird ZFS eine Option für die eigene Distribution sein.

Somit bleiben nur XFS und Ext4 als echte Alternativen für das Dateisystem Btrfs übrig. Bei XFS wurde 2016 COW (Copy-on-Write) eingeführt, das eine der Hauptfunktionen von Btrfs ist. Somit ist es eine reizvolle Alternative. Allerdings kann XFS nicht sehr gut mit vielen kleinen Dateien umgehen, wie das bei Mail-Server-Workloads gefordert wird. Btrfs speichert kleine Dateien inklusive Metadaten in der Datenbank, womit kleine Dateien genauso gut erreichbar sind wie große Dateien.

Potenzielle Nachteile des Dateisystems Btrfs

Einige behaupten, dass Btrfs ein unzuverlässiges und instabiles Dateisystem ist. Diese Annahme scheint aber für neuere Versionen etwas unfair zu sein. Btrfs bietet kein fsck-Utility. Das liegt nicht daran, dass es das Dateisystem nicht überprüfen kann. Btrfs verwendet ganz einfach einen anderen Ansatz, um das Dateisystem zu reparieren.

Das Dateisystem verwendet Rückverweise (Back References) und COW-Technologie. Die COW-Technologie stellt sicher, dass neue Blocks niemals alte überschreiben. Damit ist die Chance eines Versagens drastisch reduziert. Die Rückverweise verlangen von jedem Inode, zum Wurzelverzeichnis zurück zu zeigen, womit eine Reparatur leichter wird. Geht im Dateisystem Btrfs etwas schief, bietet es eine leistungsstarke Funktion für die Reparatur. Der Administrator kann sie direkt von der Btrfs-Kommandozeilenschnittstelle starten.

Btrfs hat teilweise wegen der großen Anzahl an neuen Funktionen so einen schlechten Ruf. Natürlich befinden sich neue Funktionen in der Entwicklung und sind deswegen oftmals nicht stabil genug für produktive Systeme. Die großen Distributionen, die Btrfs nutzen, implementieren aber nur stabile Funktionen.

Das Dateisystem Btrfs hat noch lange nicht ausgedient. Für Red Hat spielt Btrfs im Moment keine Rolle mehr. Das bedeutet aber nur, dass der Linux-Distributor einen anderen Weg einschlägt. Diese Entwicklung sollte aber keine großen Konsequenzen für die Verwendung von Btrfs in anderen Umgebungen haben.

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Nächste Schritte

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2017 aktualisiert

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