Auswahl der geeigneten Server und Anwendungen

Virtualisierung als Strategie

26.04.2007 | Autor / Redakteur: Anil Desai / Ulrich Roderer

Virtualisierung gelingt nur, wenn alle Komponenten kompatibel zueinander sind

Die Vorteile einer optimalen Hardware-Auslastung können dazu verleiten, alle physikalischen Server in virtuelle Systeme umzuwandeln. Doch nicht für jeden Server oder jede Anwendung ist Virtualisierung eine gute Wahl. Es bedarf einer genauen Analyse, um herauszufinden, welche Anwendungen und Server geeeignete Kandidaten für die Portierung auf virtuelle Maschinen sind. Im Rahmen einer Servervirtualisierung sollten folgende Punkte beachtet werden: Hardware-Anforderungen, Software-Kompatibilität, Lizenzbedingungen, Geschäftsanforderungen und Ressourcenauslastung. Ein solches Projekt hängt natürlich davon ab, dass sich die Anwendung virtualisieren lässt.

Im ersten Schritt gilt es die Hardware-Anforderung an Server und Anwendungen zu evaluieren. Im Allgemeinen kann man davon ausgehen, dass Anwendungen in virtuellen Maschinen ungefähr dieselben Ressourcen erfordern. Das Leistungsvermögen eines physikalischen Servers mit 512 MB RAM wird auch von einer virtuelle Maschine benötigt, um die gleiche Arbeitslast zu bewältigen. Es müssen auch die CPU, die Platten und die Netzwerkanforderungen mitberücksichtigt werden. Die meisten Virtualisierungslösungen liefern die notwendige Flexibilität, um die gebräuchlichsten Geschäftsanwendungen auszuführen.

Anwendungen und Services, die bestimmte Hardware- oder Treiber erfordern, eignen sich im Allgemeinen nicht gut zum Virtualisieren. Zum Beispiel werden kundenspezifische Video-Treiber, die hardwarebasierte 3-D-Beschleunigung unterstützen, von den meisten Virtualisierungsplattformen nicht unterstützt.

Software-Kompatibilität

Moderne Geschäftsanwendungen reichen von einfachen Programmen bis zu komplexen Multifunktions-Konfigurationen. Die Virtualisierungsplattform muss natürlich das Betriebssystem unterstützten. Obwohl Hersteller nur dann Unterstützung leisten, falls ihre Virtualisierungsplattform ein Betriebssystem offiziell unterstützt , arbeiten die meisten Plattformen erfahrungsgemäß reibungslos mit Hunderten Betriebssystemen zusammen. Firmen können jederzeit auch nur einzelne Anwendungen virtualisieren, wie beispielsweise simple Webserver, während die Back-Endkomponenten weiter auf dedizierter Hardware laufen.

Lizenzbedingungen

In manchen Szenarien reduzieren Virtualisierungsplattformen deutlich die Lizenzkosten für Anwendungen und Betriebssysteme, je nachdem ob pro CPU oder Server gezahlt werden muss. Ansonsten lassen sich VMs wie physische Server behandeln und die Lizenzkosten zu bestimmen.

Geschäftsanforderungen

Der Entschluss, auf eine Virtualisierungsplattform umzusteigen, sollte abgestimmt sein mit den Geschäftsanforderungen des Unternehmens. Manchmal ist es leicht, Bereiche zu identifizieren, die von der Virtualisierung sofort profitieren können. Hier sind einige grundlegende Faktoren die fürs Virtualisieren sprechen:

  • Sind die erforderlichen Konfigurationen konsistent? Kommen Dutzende Maschinen mit fast identischer Software und OS-Konfigurationen zum Einsatz, könnten virtuelle Maschinen vorteilhaft sein.
  • Sollen schnelle Implementierungszeiten erreicht werden? In Software-Test und Trainings-Umgebungen müssen sich Maschinen schnell aufsetzen lassen und lauffähig sein und damit ist Zeit kostbarer als Leistung.
  • Gibt es eine Beschränkung bei der Hardware-Verfügbarkeit? Die Virtualisierung kann vorhandene Hardware wesentlich effizienteren verwerten.

Ressourcenauslastung

Die Leistung ist ein ausschlaggebender Faktor für die Entscheidung zum Virtualisieren. Hier ist jede verfügbare Information über Performance wichtig. In einer idealen Situation haben Sie Leistungsvergleichsdaten, einschließlich Statistiken über CPU, Speicher, Storage und Netzwerkauslastung. Diese Details können dabei helfen, die Ressourcenanforderungen für jede potentielle VM zu bestimmen. Leider existiert keine einfache Formel, um physikalische Leistung in virtuelle Leistung zu übersetzen. Wenn möglich, sollten Sie Leistungs-Benchmarking implementieren oder simulierte Aktivitätsergebnisse vergleichen, die auf einer physikalischen versus eine virtuelle Maschine laufen.

Virtualisieren oder nicht virtualisieren?

Diese Information werden Sie dabei unterstützen, die endgültige Entscheidung zu treffen, ob eine bestimmte Anwendung ein bestimmter Server ein guter Kandidat für Virtualisierung ist. Falls eine Virtualisierungsplattform die Minimalanforderungen an Hardware- und Softwarekompatibilität erfüllt und die Ressourcenauslastung passt, ist es sinnvoll, die Konfiguration zuerst in einer virtuellen Umgebung zu testen.

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