10.09.2008 | Autor / Redakteur: SearchDataCenter.de / Ulrich Roderer
Um auch dieses Problem zu lösen, integrierte VMware in die neue Version ESX 3.5, die Funktion des Storage VMotion. Damit erfolgt der Transfer der Inhalte des virtuellen Dateisystems, des Virtual Machine Disk Formats (VMDK), von einem Speichersubsystem auf ein anderes. Analog zu VMotion operiert auch Storage VMotion online.
Funktionen zum Transferieren von Festplatten-Images sind aber auch in den Toolsets der Hersteller der Speichersubsysteme implementiert und werden dann unter den Begriffen IP-Mirroring, Snapshot, CDP oder Live Backup vermarktet. Erste Umsetzungen dieser Technik gibt es schon von Drittanbietern. Datacore beispielsweise spiegelt in dem von SAN-Melody benutzten virtual Volume die VMDK-Dateien und schwenkt im Havariefall dann auch hier nur noch die Dateisysteme auf das verbliebene Produktivsystem.
Der Nutzen von Storage VMotion besteht darin, dass die von vielen Speicherherstellern angebotene Spiegelung des Speichersystems auch mit virtuellen Diskformaten funktioniert. Während bislang nur die virtuelle Anwendung auf einen zweiten Rechner verschoben werden konnte, ist das nun auch für die spezifischen Daten möglich.
Ein IT-Leiter muss allerdings noch die drei Bestandteile DRS, VMotion und Storage VMotion selbstständig koordinieren. Im Katastrophenfall ist diese Kombination nicht ganz einfach zu handhaben, da für jeden Bestandteil die Havarie definiert werden muss, ehe eine Migration erfolgen darf. Zudem ist eine Verschiebung auf die Reichweite eines Fibre-Channel-Netzwerks mit etwa 100 Kilometer beschränkt. Eine Standortabsicherung über das WAN ist folglich damit nicht möglich.
Diese Lücke hat VMware nun mit dem brandneuen Site Recovery Manager geschlossen. Dieser sorgt für die koordinierte Migration des Gesamtkomplexes einer virtuellen Anwendung. Im Prinzip handelt es sich dabei, nach den Worten von VMware, um ein Workflow–Tool, das alle Anwendungen und Daten auf ein Ausweichrechenzentrum verlagert und das ausgefallene Rechenzentrum kontrolliert herunterfährt.
Interessant an VMwares Rechenzentrumslösung ist, dass die Anwendungen in einer sinnvollen Reihenfolge im Ausweichrechenzentrum wieder hochgefahren werden.
Das heißt, dass Namensdienste wie DNS oder Active Directory vor dem ersten Zugriff und die wichtigen Enterprise-Programme noch vor den nicht ganz so wichtigen aktiviert werden. Ferner passt der Site Recovery Manager die Konfiguration, wie etwa IP-Adressen oder Kommunikationskanäle, an die veränderten Umgebungsbedingungen an.
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