Management, Lizenzen und Preise

Servervirtualisierung: Ein Plattformvergleich zwischen VMware und Microsoft

30.04.2010 | Autor / Redakteur: Colin Steele, Alex Barrett / Ulrich Roderer

Servervirtualisierung: Vergleich Microsoft versus VMware

VMware und Microsoft sind sicherlich die prominentesten Anbieter im Virtualisierungsmarkt. Die Plattformen unterscheiden sich in Punkto Management und Drittanbietzersupport sowie in den Lizenzmodellen.

VMware ist der Pionier und derzeitige Marktführer für Servervirtualisierung. Mehr als 72 Prozent der Unternehmen nutzen diese Technologie, wie die internationale Studie „Virtualization Decisions 2009 Purchasing Intentions Survey“ von Techtarget zeigte. Microsoft Hyper-V und sein Vorläufer Virtual Server haben bislang nur einen Marktanteil von 14 Prozent des Servermarktes.

Beide Hersteller verfolgen unterschiedliche Strategien. Diese zu verstehen hilft bei der Auswahl der Virtualisierungsplattform.

VMwares Cloud-Plattform vSphere

VMware arbeitet mit zwei Hypervisoren: der ältere ESX und ESXi, ein minimierter Hypervisor, der auch in einer freien Version verfügbar ist.

Der Hypervisor ist nur rein Teil der gesamten Servervirtualisierungs- und Cloud-Plattform vSphere 4, die die ältere Virtual Infrastructure 3 im April 2009 abgelöst hat. Je nach Edition bietet VMware vSphere Live Migration (VMotion), High Availability, Fault Tolerance und weitere Funktionen.

Darüber hinaus ergänzt vCenter die vSphere-Plattform um eine mächtige Managementlösung für das Management virtueller Server. Administratoren können damit Server konfigurieren, provisionieren und virtuelle Maschinen (VMs) überwachen. vCenter verfügt darüber hinaus über eine Suchmaschine und bietet Management- und Datenbankserver.

Weitergehende Funktionen sind in der vCenter Server Foundation Edition enthalten, die bis zu drei Server verwaltet sowie in der vCenter Server Standard Edition, die eine unbegrenzte Anzahl Host unterstützt. Darüber hinaus hat sich ein großer Markt für Tools von Drittanbietern für vSphere entwickelt.

Microsofts Hyper-V

Microsoft trat erst relative spät mit dem Virtual Server 2005 in den Markt der Servervirtualisierung ein. Im Jahr 2008 kam Microsoft mit seinem neuen Hypervisor Hyper-V heraus. Doch erst mit dem Release Hyper-V R2 in 2009 konnte Microsoft gegenüber VMware aufholen und Funktionen wie Live Migration, Cluster Shared Volumes und andere Funktionen integrieren.

Von Hyper-V R2 gibt es zwei Versionen: Hyper-V Server 2008 R2, ein standalone Hypervisor und Windows Server 2008 R2 Hyper-V, der Teil des Windows Server 2008 R2-Betriebssystems ist. Hyper-V ist kostenlos, nicht aber der Windows Server 2008 R2.

Mit der System Center Softwaresuite und dem System Center Virtual Machine Manager (VMM) bietet Microsoft eine alternative Managementlösung für Hyper-V und VMware-Environments an.

Noch ist der Markt für Hyper-V Managementtools von Drittanbietern sehr übersichtlich, vor allem verglichen mit VMware. Doch es kommen ständig neue Tools dazu, wie kürzlich das Storage-Tool von Virsto One für Hyper-V.

Vergleich VMware versus Microsoft

Obwohl immer mehr Firmen auch gemischte Virtualisierungsumgebungen betreiben, bleibt die Debatte VMware versus Hyper-V lebendig. Meist dreht sich die Diskussion um den Preis und die Leistungsfähigkeit beider Plattformen. Dabei wird durchaus mit harten Bandagen gekämpft.

Microsoft verteilte beispielsweise Poker-Chips mit dem Aufdruck „VMware costs way too much“ (VMware kostet zuviel) auf der VMworld 2008und bekam harsche Kritik für sein als irreführendes und peinlich bezeichnetes Video „Microsoft Mythbusters“. Auch VMware lancierte auf Youtube ein Video mit einem abstürzenden Hyper-V. Doch auch dieses Video musste mit Entschuldigung wieder entfernt werden, weil nichtunterstütze VMark-Konfigurationen verwendet wurden. VMark ist ein Visualisierungsbenchmark von VMware.

Lizenzen und Preise

VMware vSphere, Microsoft Hyper-V und Citrix XenServer sind nicht nur in den Funktionen unterschiedlich, sie haben auch jeweils andere Lizenz und Preismodelle. Manche basieren auf Prozessor oder Serverbasis andere sind frei.

VMware lizenziert seine vSphere-Platform pro Prozessor und berechnet eine eigene Lizenz für die Managementkonsole vCenter Server. Darüber hinaus erhebt das Unternehmen einen jährlichen Support- und Subscription-Vertrag. Es gibt unterschiedliche Pakete, die auf die Bedürfnisse von kleinen bis großen Unternehmen zugeschnitten sind.

Microsoft gibt seinen Hyper-V R2 frei ab oder als Teil einer Windows Server 2008 Lizenz. Einige Management-Funktionen sind zwar frei, doch für weitergehende Möglichkeiten müssen Lizenzen für Systems Center Operations Manager und Systems Center Virtual Machine Manager erworben werden.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
nette studentische Plauderei in Schriftform, bei der ich den in der Überschrift angekündigten...  lesen
posted am 04.05.2010 um 22:07 von Unregistriert

Als Plattformvergleich hätte ich mir tiefergehende Betrachtungen vorgestellt.  lesen
posted am 03.05.2010 um 07:34 von Unregistriert


Mitdiskutieren

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2044584)