Open Source-Virtualisierung im Rechenzentrum

Linux-Virtualisierung mit OpenVZ – Container-Technologie statt Hypervisor

16.09.2009 | Autor / Redakteur: Sander van Vugt / Ulrich Roderer

Virtualisierung mit OpenVZ auf Red Hat Linux.

Dieser Tipp zeigt, wie einfach sich OpenVZ auf einem Red Hat-Linux-Sytem installieren lässt.

Die meisten Virtualisierungssysteme sind Hypervisor-basiert. Container-basierte Virtualisierung bietet einen alternativen Ansatz, bei dem innerhalb eines Betriebssystems mehrere isolierte Container erzeugt werden.

Innerhalb dieser Container läuft eine virtuelle Maschine, die vollständig von anderen isoliert und damit sicher ist. OpenVZ ist eine Softwarevirtualisierung, die auf Open Source basiert.

Der Ansatz von OpenVZ unterscheidet sich vollständig von anderen Open Source-Lösungen wie Xen oder KVM. Allerdings hat sie einen Nachteil: Der Host und alle virtuellen Gastsysteme müssen Linux sein. Dabei ist es möglich, verschiedene Linux-Distributionen einzusetzen. OpenVZ ist die Basis von Parallels Virtuozzo Containers, einem kommerziellen Virtualisierungsprodukt.

Der größte Vorteil der Container-Technik ist die Performance. Da OpenVZ nur Linux virtualisiert, entsteht kein Overhead für die Übersetzung anderer Betriebssysteme.

Installation

OpenVZ ermöglicht es, die beiden wichtigsten Linux-Distributionen wie Red Hat und Debian zu verwenden. Ubuntu wird derzeit nicht unterstützt. Die nachfolgende Anweisung installiert OpenVZ auf einem Red Hat-System. Sie ermöglicht es, Yum sowie RPM-Packages auf einem 64-bit Betriebssystem zu nutzen.

1. Download des Repository-Files für OpenVZ:

Vor der Installation sollte das Repository-File in das Verzeichnis „/etc/yum.repos.d“ gespeichert werden. Die Datei lässt sich mit dem wget Command laden:

wget http://download.openvz.org/openvz.repo

Danach solte der GPG-Schlüssel für das Repository importiert werden:

rpm --import http://download.openvz.org/RPM-GPG-<a href="/glossar/Key/articles/181953/" id ="glossar" title="Definition: Key">Key</a>-Openvz

2. OpenVZ-Kernel installieren:

Es sind verschieden Kernels verfügbar. Die Wahl hängt ab von der Hardware und der Anzahl der geplanten Container.

Der SMP-Kernel eignet sich für ein symmetrisches Multiprozessor-Environment. Er unterstützt bis zu 4 GByte RAM und ein Maximum von 10 bis 20 Container. Der „entnosplit“-Kernel nutzt Physical Address Extension (PAE) und kann bis zu 64 GByte RAM verwalten und 10 bis 30 Container. Der Enterprise-Kernel unterstützt sowohl SMP als auch PAE und ist die beste Wahl, um über 20 bis 30 Container zu verwalten. Besonders wenn OpenVZ noch auf einem 32-Bit-System zum Einsatz kommen soll, ist die richtige Wahl entscheidend.

Auf einem 64-Bit-System ist der SMP-Kernel die Wahl, da in 64-Bit keine Begrenzung mehr auf 4 GByte RAM besteht, die mit PAE umgangen werden muss. Auf einem 64-Bit-System wird der Kernel folgendermaßen installiert:

yum install ovzkernel-smp

Der OpenVZ-Kernel ist damit installiert und automatisch der GRUB-Konfiguration hinzugefügt. Er startet nach einem Neustart.

3. Anpassen der sysctl-Parameter. Alle folgenden Parameter müssen in der Datei „/etc/sysctl.conf“ stehen:

Listing1: Required Optimization Parameters
in /etc/sysctl.conf
net.ipv4.ip_forward = 1
net.ipv6.conf.default.forwarding = 1
net.ipv6.conf.all.forwarding = 1
net.ipv4.conf.default.proxy_arp = 0
net.ipv4.conf.all.rp_filter = 1
kernel.sysrq = 1
net.ipv4.conf.default.send_redirects = 1
net.ipv4.conf.all.send_redirects = 0

4. SELinux muss abgeschaltet sein:

Fügen sie dazu den folgenden wert in „/etc/sysconfig/selinux“ ein:

SELINUX=disabled

5. Installation der OpenVZ-Tools:

yum install vzctl vzquota

6. Editieren der Datei „/etc/vz.conf“, falls Sie in den VMs andere IP-Addressen verwenden wollen als die des Hosts:

NEIGHBOUR_DEVS=all

7. Neustart des Rechners. Dadurch wird der OpenVZ Kernel aktiviert.

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posted am 02.09.2011 um 17:19 von Unregistriert


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