Von der Virtualisierung zum Anbieter von Java-Entwicklung

VMware kauft Springsource um Vorsprung vor Microsoft und Red Hat auszubauen

12.08.2009 | Autor / Redakteur: Alex Barrett / Ulrich Roderer

Vmware kauft mit Springsource ein Java-Application-Framework

VMware hat mit Springsource eine strategisch wichtige Erweiterung seines Virtualisierungs-Portfolios gekauft: den Zugang in das Management von Anwendungen. Damit fordert Vmware die Betriebssystemkonkurrenten wie Microsoft Windows and Red Hat Linux weiter heraus.

Vmware zahlt für Springsource 362 Millionen Dollar plus 58 Millionen in VMware Aktienoptionen. Damit will Vmware vor allem die talentierten Köpfe von Springsource an Board behalten wie CEO Rod Johnson und CTO Javier Soltero. Zu den Juwelen von Springsource zählt die Spring-Plattform, eine Enterprise Java-Entwicklungsumgebung.

Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen die Programmiersprache Groovy sowie das Web Application Framework Grails sowie Hyperics System-Monitoring-Technologie. Springsource ist darüber hinaus auch sehr aktiv beteiligt an Open Source-Projekten wie dem Apache Tomcat Java Server. Die Übernahme soll bis September abgeschlossen sein.

Mit dieser Übernahme beginnt Vmware, bisher Anbieter von Infrastrukturlösungen basierend auf Virtualisierung, in Bereichen zu wildern, die bisher fest in der Hand von Betriebssystemanbietern wie Microsoft oder Linux-Distributionen waren. Durch die Übernahme ist VMware in der Lage, seine Virtualisierungstechnologie mit Java-Anwendungen zu integrieren.

Virtualisierung wird Anwendungsensitiv

Im Gegensatz zu früheren Vmware-Beutezügen wie Dunes, Akimbi Systems oder B-hive werden die Springsource-Produkte nicht sofort in das Vmware-Porfolio integriert. Die Auswirkungen betreffen in erster Linie die über zwei Millionen Java-Entwickler die die Spring Plattform nutzen.

Diese haben den zweitwichtigsten Trend nach der Virtualisierung losgetreten: Anwendungen eher für ein Framework als für ein Betriebssystem zuschreiben. „Die traditionelle Rolle des Betriebssystems verändert sich“, sagt Paul Maritz, CEO bei VMware. „Eine Virtualisierungsschicht koordiniert die Computerressourcen. Anwendungen werden nicht länger auf das Betriebssystem zugreifen, sondern auf Frameworks.“

Maritz führt weiter aus: „Das Geniale an der Virtualisierung momentan besteht darin, das wir Anwendungen unverändert kapseln und zusätzliche Funktionen darunter legen können. Aber damit Anwendungen wirklich unabhängig in der Cloud “auto-magisch” ablaufen können, dafür benötigen wir sehr viel mehr Information über die Anwendungsumgebung. Jetzt sind wir in der Lage, diese tiefere Integration durchzuführen.“

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