01.07.2008 | Autor / Redakteur: SearchDataCenter.de / Achim Karpf
Virtualisierung der Server aber auch des Desktops ist nicht nur technisch zu bewältigen. Virtualisierung verändert auch den Umgang mit Software.
Schnell sind durch Cloning mehrere virtuelle Maschinen installiert, die eigentlich jeweils eigene Lizenzen für Betriebssystem und Anwendungen bräuchten. Unterschiedliche Lizenzmodelle müssen berücksichtigt werden und komplizieren die Lizenzverwaltung. Aber auch die Hardwarekonfiguration spielt eine wichtige Rolle bei der Konsolidierung durch den Einsatz von Virtualisierung. SearchDataCenter sprach mit Martin Niemer, Senior Product Marketing Manager, EMEA bei VMware.
Schon bisher existieren sehr unterschiedliche Lizenzmodelle für Software. Wird Virtualisierung hier eine einheitliche Regelung schaffen?
Martin Niemer: Wir stehen mitten in einem Paradigmenwechsel. Bisher wird im x86-Server-Umfeld meist pro Server oder CPU abgerechnet, doch auch hier verändern Multicore-Chips die Grundlage. Gerade bei Virtualisierung kommen sehr leistungsstarke Rechner zum Einsatz, auf denen viele Instanzen von VMs laufen können, und es bieten sich Lizenzmodelle nach CPU Core oder Instanz an. Denkbar sind Modelle nach Concurrent User oder nach Named User. Der ganze Prozess wird kundengetrieben sein, und die Softwarehersteller werden sich den neuen Gegebenheiten anpassen.
Halten Sie Abrechnungsmodelle nach Zeit für sinnvoll?
Niemer: Im x86-Umfeld sind sie nicht gebräuchlich, wenn auch technisch möglich. Denn es gibt bereits Managementlösungen für virtuelle Server, die solche Zeitabrechnungen für die interne Zuweisung der anfallenden Kosten nach Kostenstellen erstellen können.
Wie kann ein Kunde herausfinden, wenn er sich für die Server-Virtualisierung entscheidet, welche Hardware die günstigste Plattform für ihn ist?
Niemer: Wir haben beispielsweise mit dem Capacity Planer ein Tool, das Hardware-Umgebung in einem Zeitraum von 30 Tagen testet und aus diesen Daten ein Belastungsprofil erstellt. Es berechnet daraus verschiedene Modelle und erkennt auch, welche Anwendungen sich am besten eignen. Der Capacity Planer erstellt daraus eine ROI-Analyse und gibt genaue Auskunft über die Konsolidierungsrate, die mit einer bestimmten Hardwarekonfiguration zu erzielen ist.
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