Funktionsweise einer VDI

Vom Terminal zur vollständig virtualisierten Infrastruktur

10.06.2008 | Autor / Redakteur: SearchDataCenter.de / Achim Karpf

Die Anfangsinvestitionen in die Virtualisierung und deren Folgekosten rentieren sich

Obwohl 90 Prozent der 1.000 größten Firmen Server Based Computing einsetzen, haben Thin Clients nur einen Anteil von unter 10 Prozent bei den installierten Desktops. Mit der Virtualisierung des Desktops entsteht eine neue Infrastruktur, in der Terminal Based Computing mit PCs zu einer Einheit verschmelzen können.

Je mehr Anwendungen und Betriebssysteme von der Hardware abstrahiert werden, desto freier lassen sie sich auf unterschiedlichste Endgeräte verteilen. Die virtualisierte Infrastruktur erfordert aber ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Softwareschichten. „Wir veranstalten gerade eine Vortragsreihe, um Unternehmen für eine User Group zu gewinnen, die das volle Potenzial einer virtualisierten Umgebung erkunden“, sagt Günther Rust, Senior Marketing Manager, bei Fujitsu Siemens. Das Unternehmen engagiert sich im frühen Stadium, um verschiedene Szenarien aufzubauen.

In der virtualisierten Desktop-Infrastruktur werden personalisierte Desktops zentral für alle Anwender auf dem Server in eigenen virtuellen Maschinen gehostet. Der Vorteil: Eine hohe Auslastung von Servern bei guter Wartbarkeit und dennoch getrennte und geschützte virtuelle PCs für den Anwender.

Die Hardware- und Betriebskosten lassen sich durch solche virtuellen Infrastrukturen deutlich senken. Doch um eine virtuelle Desktop-Umgebung aufzubauen, müssen alte und neue Technologien miteinander gekoppelt werden. Dabei entsteht ein dichtes Netzwerk, das jedem Anwender genau die Leistung anbieten kann, die er benötigt an jedem Ort.

Connection Broker

Das wichtigste Bindeglied einer virtualisierten Desktop-Infrastruktur ist der Connection Broker. Im Szenario der virtualisierten Desktop-Infrastruktur übernimmt er die Aufgabe, den Anwender mit einer zentral gehosteten virtuellen Maschine zu verbinden. Dazu zählen Produkte wie Citrix Desktop Server, Leostream, Propero, das von VMware gekauft wurde, oder auch der 2X Thin Client Server. Der Connection Broker sorgt dabei für die Sicherheit und Zugangskontrolle und die Verwaltung der virtuellen Maschinen.

Application Streaming

Beim Streamen werden Anwendungen auf ein Endgerät übertragen, wo sie in einer geschützten Umgebung ausgeführt werden, ohne installiert zu sein. Ist eine Anwendung einmal auf das Endgerät heruntergeladen, kann sie auch im Offline-Modus verwendet werden. Sobald sie wieder online verbunden ist, gleicht die Streaming-Lösung die Anwendung mit den definierten Einstellungen ab. Durch das Streamen von Anwendungen können starre Konfigurationen von Terminalemulationen benutzerspezifisch erweitert werden. Zu den gängigen Anbietern gehören Citrix, Microsoft und Altiris in diesem Bereich.

Streamen des Betriebssystems

Die Software-Streaming-Plattform von Ardence, dessen Übernahme durch Citrix vor kurzem abgeschlossen wurde, ermöglicht es, zusätzlich zu den Anwendungen auch das Betriebssystem auf jedes Endgerät zu streamen. Dadurch kann ein Endgerät innerhalb von Minuten auch auf ein anderes Betriebssystem umkonfiguriert werden. Bisher spielte diese Technik keine große Rolle, weil es wenig entsprechende große Terminalfarmen gab.

Doch im Rahmen von virtuellen Desktops gewinnt sie an Bedeutung. Die Technik erlaubt es, Templates von Platten-Images anzulegen und Systeme auf Bedarf zu laden. Diese Technik hilft Plattenkapazität zu sparen. Die Administration vereinfacht sich, weil keine Patches und Updates verteilt werden müssen. Und die Systeme lassen sich einfach skalieren. „Ich rechne damit, dass auch VMware mit solch einer Lösung auf den Markt kommen wird“, sagt Rust.

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