Hardware für die Virtualisierung

Gut geplant ist halb gewonnen

27.05.2008 | Autor / Redakteur: SearchDataCenter.de / Florian Karlstetter

Storage

Die Wahl des Storage-Systems ist eine wichtige Entscheidung, da dieses System eine zentrale Rolle erfüllt: nämlich die Vorhaltung aller virtuellen Festplatten der angeschlossenen ESX Server. Aus diesem Grunde ist ein besonderes Augenmerk auf die Performance und Skalierbarkeit des Systems zu richten. Zwar funktioniert VMware ESX Server auch mit lokalem Speicher, damit verschenkt man aber die Flexibilität der virtuellen Infrastruktur. Gäste, die auf lokalem Plattenspeicher eines ESX Servers liegen, sind abhängig von diesem Host, und VMotion, HA der DRS funktionieren nicht. Prinzipiell bieten sich hier zwei Alternativen an: Zum einen ein auf Fibre Channel basierendes SAN-System oder ein iSCSI-basiertes System.

In kleineren Umgebungen mit weniger als zehn ESX Servern haben sich iSCSI-Systeme sehr gut bewährt, da sie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweisen. Prinzipiell sollten mindestens drei Festplatten zum Einsatz kommen und ein RAID-5-Level zur Datensicherheit gewählt werden. Größere Strorage-Systeme bieten oft auch die Möglichkeit zwei RAID-Controller zu nutzen und zwei getrennte Spiegelsätze in einem RAID 5 zu betrieben. Das iSCSI-System sollte über mindestens einen dedizierten Netzwerkport mit GBit-Geschwindigkeit an den ESX Server angeschlossen werden. Folgende Grundsätze sollten bei der Wahl der Speichermedien beachtet werden:

  • Die Systeminstallation des ESX Servers kann auf lokalen SCSI-Platten, lokalen IDE-Platten oder auf einer LUN im SAN erfolgen. Empfohlen ist in kleineren und mittleren Umgebungen eine Installation auf lokalen SCSI-Platten mit RAID-1- oder RAID-5-Redundanz.
  • Virtuelle Maschinen können auf Datenträgern mit VMFS-Dateisystem oder auf NAS mit NFS-Freigaben liegen.
  • VMFS kann auf lokalen Festplatten an unterstützten SCSI- oder RAID-Controllern oder auf einer LUN im SAN angelegt werden. Lokale IDE-Festplatten werden grundsätzlich nicht unterstützt.
  • Zentraler, gemeinsam verwendeter Speicher im SAN ist einer lokalen Ablage der VM unbedingt vorzuziehen. Nur so stehen die besonderen Fähigkeiten einer virtuellen Infrastruktur zur Verfügung.
  • Aus Leistungsgründen sollte iSCSI mit Hardware-HBA oder Fibre Channel zum Einsatz kommen.
  • NAS oder iSCSI mit Software-Initiator kann als preiswerter Zusatzspeicher für geringere Anforderungen eingebunden werden.
  • Bei Verwendung von iSCSI oder NAS kann ein separates, vom LAN getrenntes Speichernetzwerk aufgebaut werden, um die Performance zu verbessern. Bei Fibre Channel ist das architekturbedingt obligatorisch.
  • Zwei HBAs pro Host, zwei Ethernet- bzw. Fibre Channel Switches und zwei Controller im Speichergerät sorgen für optimale Redundanz und Ausfallsicherheit.
  • Für höchste Anforderungen an die Ausfallsicherheit kann eine Spiegelung des primären Speichers mit speziellen Herstellerlösungen in Frage kommen. Z.B. für den Aufbau räumlich getrennter, redundanter Rechenzentren.

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