Von der Terminalemulation bis zum Desktop in der virtuellen Maschine

Desktop-Virtualisierung unter Windows: Vier Techniken und ihre Vorteile

13.05.2008 | Autor / Redakteur: Gary Olsen / Ulrich Roderer

Virtualisierung des Desktop

Desktop-Virtualisierung vereinfacht das Management von Windows-Clients. Administratoren haben bessere Kontrolle und die Kosten sinken: Denn alle Ressourcen werden zentral auf einem Server gehostet, die Anwender können mit allen Endgeräten wie Thin Clients, PCs oder Notebooks darauf zugreifen.

Desktop-Virtualisierung ist auf vier Arten möglich: Fernzugriff auf Desktops, gemeinsam genutze Desktops über Terminalemulationen, Desktops als virtuelle Maschinen und Blade Desktops.

Fernzugriff auf Desktops ist eine sehr gängige Anwendung: Es gibt ein breites Angebot an Software wie PCAnywhere, WebEx, VNC und das Windows Remote Desktop Protocol (RDP). Administratoren verwenden RDP beispeilsweise um den Desktop eines Servers zu nutzen, zu dem sie keinen physikalischen Zugang haben. In Kombination mit einer VPN-Verbindung besteht auch von einem Laptop von unterwegs ein sicherer Zugriff auf Server im Unternehmen.

Terminalemulationen mit Application Streaming wie Microsofts Terminal Services oder Citrix-Lösungen erlauben das gemeinsame Nutzen eines Desktops. Bei dieser Form der Virtualisierung hostet ein Server den Desktop und Anwendungen. Bevorzugte Zugangsgeräte im Szenario des Server Based Computings sind Thin Clients. Beim Shared Desktop muss nur die Grafik, Tastatur- und Maus-Input über das Netzwerk übertragen werden. Der Vorteil des Server Based Computings liegt darin, dass die IT die zentrale Kontrolle über den Desktop und alle Anwendungen hat. Damit vereinfacht sich die Lizenzierung und Fehlerbehebung deutlich.

Angenommen ein Unternehmen hat drei Anwendungen im Einsatz, jede mit einem eigenen Environment mit jeweils eigenen Richtlinien, speziellen Icons und Farben. Diese Anwendungen werden auch von Nebenstellen und in Läden genutzt. Über Terminalemulationen können Benuzter sehr einfach den jeweils benötigten Desktop einer Anwendung laden.

Desktops in virtuellen Maschinen zu hosten gehört zu neueren, wenn auch bisher wenig genutzen Entwicklung der Desktopvirtualisierung. Im Gegensatz zu den Shared Desktops mit einer festen Grundkonfiguration, die für alle Benutzer gleich ist, ermöglicht es die Virtualisierung auf einem PC oder Laptop, mehrere unterschiedliche Desktops zu hosten, auch mit unterschiedlichen Betriebssystemen auf einem Rechner. Diese virtuellen Maschinen teilen sich die vorhandenen physikalischen Ressourcen. Der Vorteil dieses Ansatzes ist, dass eine virtuelle Maschine abstürzen oder Performanceprobleme haben kann, ohne dabei die anderen zu beeinflussen. In der Zwischenzeit bieten die beiden führenden Anbieter von Virtualisierungslösungen, Vmware und Citrix auch Desktop Server an. Dabei können hunderte von virtuellen Desktops auf einem Server gehostet und zentral administriert werden.

Desktops auf PC-Blade sind eine selten angewendete Technik. Dabei ist der PC des Anwenders ein Blade in einem Chassi im Serverraum. Der Anwender hat also seine eigene Hardware, auf die er per LAN zugreifen kann. Einige Hersteller wie Clearcube Technology, IBM und HP bieten solche Blade PCs an. Der Vorteil dieser Lösung gegenüber Virtualisierungstechniken sind:

Jeder Anwender hat seinen eigenen PC ohne Ressourcen mit anderen teilen zu müssen.

Fällt ein Terminal Server oder ein Server, der viele virtuelle Desktops hostet aus, dann könne alle Anwender nicht arbeiten. Andererseit entsteht ein wesentlich größerer Wartungsbedarf der physikalischen Hardware.

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