Grundlagen für Virtualisierung

Die Einsatzgebiete virtueller Maschinen sind vielfältig

27.05.2008 | Autor / Redakteur: SearchDataCenter.de / Achim Karpf

Für einen sanften Einstieg in die Virtualisierung müssen nicht immer gleich alle produktiven Server komplett virtualisiert werden. Bereits mit einer virtuellen Testumgebung können Anwender sich nutzbringend an die Technologie herantasten und erste Erfahrungen sammeln, um dann Schritt für Schritt in Richtung virtuelles Rechenzentrum zu gehen und um aktuelle Probleme der IT-Umgebung zu lösen.

Eine virtuelle Maschine (VM) ist ein soft wareseitig nachgebildeter Rechner, der als abgeschottete Umgebung auf einem physischen Computer läuft. Eine VM wird auch als Gast bezeichnet, der physische Rechner dagegen als Wirt oder Host.

Mehrere Gäste können unabhängig und parallel auf einem Wirt laufen, ohne sich gegenseitig zu beeinflussen. Selbst ein Bluescreen in einer VM kompromittiert weder den Host noch andere Gäste. Durch die Isolation der virtuellen Maschinen laufen unterschiedliche Betriebssysteme (OS) wie Linux, Microsoft Windows oder Novell Net ware problemlos nebeneinander. Jede VM wirkt auf das darin laufende Gastsystem wie ein physischer Rechner.

Das Betriebssystem und die Applikationen in der VM funktionieren unmodifiziert, genau wie auf echter Hardware. Zwischen Hardware und Gästen liegt eine Soft ware-Schicht, der sogenannte Virtualisierungslayer. Er kontrolliert den Zugriff der Gäste auf physische Komponenten wie CPU und Hauptspeicher oder er emuliert Bauteile wie Netzwerkadapter und Festplattencontroller vollständig. Damit gaukelt die Virtualisierungssoft ware den Gastsystemen immer die gleiche virtuelle Hardware vor, egal welche physische Ausstattung wirklich darunter liegt.

Virtuelle Maschinen aus Anwendersicht

Aus Sicht der Anwender bieten virtuelle Maschinen folgende Vorzüge:

  • Jede virtuelle Maschine verhält sich wie ein vollwertiger Rechner.
  • Software und Applikationen bemerken keinerlei Unterschied.
  • Virtuelle Maschinen laufen stabil und sicher voneinander isoliert.
  • Mehrere virtuelle Systeme laufen parallel und unabhängig auf derselben Hardware, auch mit unterschiedlichen OS, beispielsweise Linux neben Windows.

Der Gast arbeitet nur mit virtuellen Geräten und erst der Virtualisierungslayer setzt die Zugriff e auf die Hardware des Wirts um. Diese Abstraktion macht die Betriebssysteme und Applikationen in den virtuellen Maschinen portabel und unabhängig vom Wirt. Aus Sicht des Wirts oder des Administrators besteht eine virtuelle Maschine nur aus einer Anzahl von Dateien, unter anderem die virtuelle Festplatte mit der Installation des Gastsystems sowie der Anwendungsdaten, die problemlos auf andere Hosts kopiert und dort gestartet werden können.

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