Outsourcing in Deutschland

PAC-Analysten finden Gold in kleinen Klümpchen

03.01.2007 | Redakteur: Ulrike Ostler

Foto: Pixelquelle

Während das Projektgeschäft volle Auftragsbücher und steigende Auslastung beschert, scheint der Outsourcing-Boom vorbei zu sein. Doch der Kuchen wächst nach wie vor, nur die Stücke werden kleiner, sagen die Berater und Marktforscher von Pierre Audoin Consultants (PAC).

Spektakuläre „Big Deals“ sind rar geworden und werden wohl auch in Zukunft die Ausnahme sein, stellen die PAC-Analysten fest. Um die letzten ihrer Art balgt sich die europäische und amerikanische Provider-Elite, zunehmend in Gesellschaft der indischen Konkurrenz.

Selektives Outsourcing – von einzelnen Infrastruktur-Komponenten bis hin zu Geschäftsprozessen – lässt Wert und Umfang einzelner Verträge sinken. Zusätzlich werden die Laufzeiten der Verträge kürzer; ein schwieriges Umfeld für klassische Outsourcing-Finanzmodelle, die das Erreichen der Profitabilitätszone teilweise erst nach Jahren vorsehen.

Anders als in den letzten Jahren ist die Anbieterseite auch nicht mehr bereit, jeden Preis für Wachstum zu zahlen, wie das Beispiel Hypo-Vereinsbank zeigt. Zu hohe Erwartungen und mangelndes Commitment gegenüber einem potenziellen Provider ließen hier die Auslagerung des Rechenzentrums platzen. Lediglich die Betreuung der Kreditanwendungen durch IBM und Teile der Wertpapierabwicklung durch ITS, das Joint Venture von T-Systems und HSCB Trinkaus & Burkhard, werden künftig extern erbracht.

Wachstum

In einem derartigen Umfeld tun sich vor allem die „Platzhirsche“ schwer. Weder IBM noch CSC oder EDS erreichten 2005 mehr als 5 Prozent Outsourcing-Wachstum in Deutschland; ebenso wenig wie T-Systems, wenn man den Effekt der Integration von Teilen der T-Com ausklammert.

Zwei-, teilweise sogar dreistelliges Wachstum – wenn auch von einem geringeren Ausgangspunkt aus – erreichten vor allem die „Herausforderer“: allen voran Atos Origin, besonders durch den Deal mit Karstadt-Quelle, gefolgt von Accenture, HP und Computacenter. Auch Siemens Business Services, künftig Siemens IT Solutions and Services, SIS, konnte im nicht-kaptiven Markt noch zweistellig zulegen.

Namen

Zudem drängen vermehrt „neue“ Namen auf den Markt. So ist zu erwarten, dass dem Beispiel Sonatas und Tatas weitere folgen werden. Um die lokale Präsenz in Europa zu stärken, übernahm der indische Anbieter Sonata die Mehrheit an der TUI-Tochter Infotec. Tata Consultancy Services (TCS) folgte mit der mehrheitlichen Beteiligung an der Schweizer TKS-Teknosoft.

First Data präsentiert sich nach der Übernahme der GZS als Key-Player im deutschen Banken-Processing neben Atos Worldline. Colt Telekom hostet das Portal der AOK, SITA verantwortet die IT des Düsseldorfer Flughafens und TietoEnator Teile des R&D-Anwendungs-Managements bei der ehemaligen Siemens Com.

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