02.05.2007 | Autor / Redakteur: Jan Stafford / Ulrich Roderer
Endbenutzer verwalten ihre PCs nicht so akribisch, wie IT-Administratoren es sich wünschen würden. Dennoch können Administratoren Endbenutzer nicht gängeln, besonders jene nicht, die in Außenbüros arbeiten. Noch können sie 100 Prozent problemfreie PCs ausgeben. Appliances Computing ist die Lösung für beide Probleme.
Appliance Computing schränkt die Möglichkeiten der Anwender ein ihre PCs zu sabotieren. Im Falle von Appliance Computing befinden sich Anwendungen auf Web-Servern statt auf den Arbeitsplatzrechnern der Endbenutzer. Diese Arbeitsplatzrechner oder Appliances sind reduziert, ohne CD-ROMs und Diskettenlaufwerke. Alle notwendigen Anwendungen startet der Nutzer direkt vom Server. Sie können deshalb keine schädlichen oder virenverseuchten Anwendungen und Programme herunterladen oder installieren.
Um ein besseres Gefühl für Appliance Computing und die Fernwartungsfunktionalitäten zu bekommen, sprach Searchdatacenter mit Ed Parks, Vicepresident of Engineering, Neoware.
Können Sie Appliance Computing definieren?
Appliance Computing ist eine Form von Server Based Computing, bei dem die Anwendungen auf einem Server laufen. Sie benutzen ein dediziertes Gerät wie einen Thin Client oder Netzwerkkiosk, um auf die Anwendungen auf dem Server zuzugreifen. Diese Anwendungen laufen nicht auf dem Thin Client. Es muss keine Software auf dem Thin Client dafür installiert sein. Auf dem Thin-Client ist normalerweise nur ein Betriebssystem installiert und verschiedene Connectivity-Programme, wie beispielsweise ein Web-Browser. Benutzer können weder Disketten noch CD-ROMs verwenden.
Können Sie einen Industriezweig nennen, der von Appliance Computing profitiert?
Der Einzelhandel. Viele große Einzelhandelsketten unterhalten neben ihrer Hauptverwaltung 500 oder 1.000 Einzelhandelsgeschäfte überall in der Welt. Diesen Unternehmen haben ihre Filialen normalerweise nur mit einer niedrigen Bandbreite durch WAN oder irgendeine Art von Satellitenverbindung angeschlossen. Sie sind dennoch in der Lage, Thin Clients von ihrer Firmenzentralen aus zu verwalten, weil die Bandbreitenanforderung normalerweise ziemlich niedrig ist.
Warum ist Appliance Computing einfacher als PC-basiertes Computing?
Die Software, die auf einem Thin Client oder einer Appliances installiert ist, ist normalerweise viel weniger komplex als die eines PC. Sie erfordert weniger Aktualisierungen, weil es eine dedizierte Einheit ist. Mit PCs müssen Sie Versionierung von Betriebssystem und Anwendungen auf einer regelmäßigen Basis managen. Sie müssen ständig Software neu installieren, sobald sie verfügbar ist. Dazu müssen Sie unter Umständen zu jedem Desktop hingehen, um die Client-Installation durchzuführen. Die Appliance hingegen ist vollständig fernwartbar.
Es muss also auch kein Administrator vor Ort sein?
Parks:
Wie viel Zeit können Administratoren mit Appliances im Gegensatz zu PC-basierter Computing sparen?
Ein einzelner Administrator kann Hunderte, wenn nicht Tausende dieser Geräte mit Appliance Computing administrieren. Das wäre eine enorme Größenordnung für PCs. Besonders wenn die Endsysteme geographisch verteilt sind, lassen sich somit große Einsparungen erzielen. Neben dem Preisvorteil erlauben solche Infrastrukturen schnelle Problemlösungen, weil Administratoren sie remote in Ordnung bringen können.
Können Sie einige der gängigsten technischen Probleme umreißen, die IT-Manager bei der Fernwartung von Appliances haben?
Das größte Problem ist die Installation am Anfang, je nachdem, wie streng die Unternehmensnetzwerksicherheit definiert und implementiert ist. Administratoren müssen möglicherweise einige Firewalls und Router rekonfigurieren und neue Verwaltungsrichtlinien ermöglichen.
Wie können Administratoren Appliances leichter einrichten?
Administratoren sollten mehrere Musterinstallationen für Verbindungen erstellen. Diese Verbindungen stellen Server oder veröffentlichte Anwendungen dar, auf die der Endbenutzer Zugriff haben wird. Arbeiten Sie an diesen Verbindungen in einem Labor oder einer kontrollierten Umgebung und richten Sie diese Verbindungen mit Hilfe des lokalen User Interfaces auf dem Gerät ein.
Mit welchen technischen Problemen sind PC-basierte Unternehmen konfrontiert?
Obwohl Microsoft sehr hart daran gearbeitet hat, administrationsfreie Techniken zu entwickeln, funktionieren sie in den meisten Unternehmen nicht gut. Fernwartung ist zwar möglich, aber es gibt Fälle, wo der Endanwender ein Problem hat und es kann nicht einfach remote diagnostiziert oder in Ordnung gebracht werden. Techniker müssen das Problem vor Ort beheben. Das kann mit Thin-Client-Geräten nicht passieren, weil die Software sehr einfach ist. Es ist auf dem Gerät und es wird völlig auf Fernwartung ausgerichtet.
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