18.05.2009 | Redakteur: Daniel Feldmaier

Das Problem steckt nicht immer im Rechenzentrum. Neueste Studien zeigen, dass die großen Stromfresser direkt am Arbeitsplatz zu finden sind. Hier können bis zu 50 Prozent der Kosten eingespart werden.
Marktforscher empfehlen Green-IT-Projekte mit Fokus auf den Desktop-Bereich und liefern damit gute Argumente für Thin Client Computing. Laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Experton Group schlummern die größten Einsparpotenziale im betrieblichen Desktop-Umfeld. Hier lassen sich 20 bis 50 Prozent an Energiekosten einsparen. Unter Einbeziehung von Desktop-Virtualisierungslösungen kommen weitere 30 Prozent gesparte Administrationskosten hinzu.
Dagegen ließen sich im Rechenzentrum lediglich 10 bis 35 Prozent der Energiekosten und fünf bis 20 Prozent der Hardware-Administrationskosten einsparen. Den Anteil von Arbeitsplatzrechnern, Notebooks und Druckern am gesamten Stromverbrauch der Unternehmens-IT beziffert die Experton Group je nach Unternehmen auf etwa 40 bis 60 Prozent.
Erfreulicherweise sehen zwei Drittel der europäischen Firmen keinen Einfluss der Krise auf Green-IT-Maßnahmen. So lautet das Ergebnis einer Umfrage von Gartner bei 620 Unternehmen weltweit. Eine gewisse Halbherzigkeit und fehlende Nachhaltigkeitsprojekte moniert allerdings eine europaweite Umfrage von IDC und dem IT-Dienstleister Atos Origin. 70 Prozent der 165 befragten Top-Manager aus der verarbeitenden und der Retail-Industrie betonen zwar die Bedeutung von Green IT, lediglich ein Viertel der befragten Unternehmen arbeitet aber bislang aktiv an Umweltstrategien. Außerdem verfügt nur jedes zwanzigste Unternehmen über funktionsübergreifende Teams. Letzteres zahlt sich laut IDC-Studie aber aus: Unternehmen mit einem ausgereiften Nachhaltigkeits-Programm erzielen in der Regel eine um mindestens zwei Prozent höhere Profitmarge.
Thin-Client-Hersteller sehen sich durch die jüngsten Umfrageergebnisse bestätigt. Alle wesentlichen Formen der Anwendungsbereitstellung – sei es mittels virtueller Desktops, Terminalserver, SaaS oder Cloud Computing – lassen sich so mit einem Stromverbrauch von nur wenigen Watt betreiben.
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