27.04.2007 | Autor / Redakteur: Von Joan Goodchild / Ulrich Roderer
IT Manager müssen sich mit sehr unterschiedlichen Lizensierungsregeln für Virtualisierungslösungen herumschlagen. Bisher berechnen die Hersteller nach unterschiedlichen Lizenzmodellen wie Lizensierung pro Prozessor, nach definiertem Gerät oder nach Benutzer. Die Anbieter sind herausgefordert, jetzt übersichtliche Regelungen zu erarbeiten, die dem Kunden einen transparenten Kostenvergleich ermöglichen.
Beim Start ihre Virtual Infrastructur 3 hat Diane Greene, Vorstandsvorsitzende von VMware, die Zukunft der Virtualisierungs-Lizenzvergabe dargestellt: „Die Industrie arbeitet in Richtung eines Lizenzmodells pro virtuelle Maschine, das in etwa dem pro Server-Modell entspricht“, fügte Sie hinzu. VMware bietet jetzt seine Virtual Infrastructure auf der Basis eines einheitlichen Zwei-Prozessor-Lizenzmodells an, das für alle drei verfügbaren Pakete der Plattform gilt.
Um Marktanteile gegenüber seinem Konkurrenten VMware zu gewinnen, hat Microsoft die hauseigene Virtualisierungslösung, den Virtual Server 20005 R2, im April 2006 zum kostenlosen Download auf seine Site gestellt.
IBM reagiert ebenfalls auf die zunehmende Virtualisierung von Servern. In der Version 6.1 unterstützt der Tivoli Usage-und-Accounting-Manager auch VMware. Das IBM-Produkt sammelt und analysiert, welche Ressourcen welche Leistung verbrauchen, und weist die Kosten der verwendeten IT-Ressourcen entsprechenden Kostenstellen zu. Mit der Unterstützung von VMware ermöglicht das Tivoli-Produkt eine Nutzungsberechnung auf Grund der verbrauchten Prozessor-Leistung eines virtualisierten Servers.
„Das IBM Modell unterscheidet sich von aktuellen Lizenzregeln, die in einer Virtualisierungsumgebung nicht günstig sind“, erklärt Al Gillen, ein Research Vice President bei IDC. Kunden, die beispielsweise Virtualisierungsprodukte wie den ESX Server von VMware einsetzen, verwenden oftmals mehrere virtuelle Kopien eines Betriebssystems auf ihren Servern. In diesen Fällen hadern Unternehmen mit der Frage, ob sie sich an die bisherigen Regeln halten und pro physikalischem System eine Lizenz erwerben müssen, oder ob Sie eine Lizenz für jede Instanz des Betriebssystems erwerben müssen.
„Wenn Sie zwei Instanzen von Windows betreiben wollen, müssen Sie Lizenzen für zwei Kopien des Betriebssystems kaufen“, stellt Al Gillen fest. Das Ergebnis sei eine massive Erhöhung der Software-Kosten, obwohl die Virtualisierung als eine Maßnahme zur Kostenersparnis einführt wird.
„Firmen setzen auf Virtualisierung, weil sie eine enorme Kostenersparnis bei der Hardware sehen“, erläutert Park. „Aber sie stellen dann oft fest, dass diese Einsparungen durch gestiegene Software-Kosten reduziert werden.“
„Die Komplexität der Situation wird noch gesteigert, wenn man bei der Lizenzvergabe an die Dual-Core und Multi-Core Prozessoren denkt“, erklärt Park. Diese Prozessoren ermöglichen Servern, noch mehr Kopien eines Betriebssystems oder einer Anwendung auszuführen als auf einem Singel-Core Prozessor.
„Unternehmen, die Virtualisierung in naher Zukunft implementierten, werden es auf neuer Hardware mit Dual-Core-Prozessoren tun,“ verspricht er. „Wenn das geschieht, werden wir die Software-Kosten wirklich steigen sehen.“
Park sagt vorher, dass die Problematik um die Virtualisierungslizenzvergabe die Industrie schließlich dazu treiben wird, Software als Service oder anwendungsbasierte Preisgestaltung ähnlich dem Vorschlag von IBM anzunehmen.
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