Die File- und Filer-Virtualisierung macht Fortschritte

Millionen Dateien zwingen zu Aufräumarbeiten

08.09.2008 | Autor / Redakteur: George Crump und Rainer Graefen / Nico Litzel

NAS- und Dateivirtualisierung sind geeignete Methoden, mit denen sich Ordnung ins Datenchaos bringen lässt. Der nachfolgende Artikel erklärt beide Ansätze und zeigt anhand von Praxisbeispielen auf, wann welches Verfahren sinnvoll ist.

Sprechen zwei Speicherspezialisten über den Begriff NAS-Virtualisierung, so können sie sich leicht missverstehen. Der eine redet wahrscheinlich über NAS-Virtualisierung als Fähigkeit, mehrere NAS-Heads in einem einzigen, virtuellen Dateisystem zusammenzufassen, der andere über die Möglichkeit, mehrere virtuelle Fileserver auf einem physischen Server laufen zu lassen. Wann die Datei-Virtualisierung, wann die NAS-Virtualisierung vorzuziehen ist, wird nachfolgend untersucht.

Die Datei-Virtualisierung versetzt Speicheradministratoren in die Lage, flexibler auf Änderungen am Arbeitsplatz zu reagieren. Denken Sie bei einem virtuellen Dateisystem an einen DNS-Server für Files. Ein Domain Name Server übersetzt den Domänennamen einer Website in die für den Internet-Zugriff notwendige IP-Adresse. Sie können in die Adresszeile ihres Browsers entweder 195.243.28.153 eintragen oder, was einfacher zu merken ist, www.vogel-media.de.

Ein Dateisystem für das ganze Unternehmen

Virtualisierte Dateisysteme müssen dieses Problem ebenfalls lösen, da sich hinter dem auch als Global Name Space (GNS) bezeichneten globalen Dateisystem eine Vielzahl von Servern verbergen kann. Der Anwender, der seine Daten in einem bestimmten Verzeichnis, z. B. Redaktion, ablegen möchte, muss dann nicht mehr den Fileserver kennen.

Das ist heute meistens noch nicht so, auch wenn Administratoren die korrekte Bezeichnung des Ordners \\server\laufwerk\ordner\Redaktion durch den Laufwerksbuchstaben „R“ abkürzen können. Oberflächlich betrachtet vereinfacht sich für den Anwender die Dateiablage: Die Anwender müssen nicht wissen, auf welchem NAS-Filer sich die Datei befinden muss, auf die sie zugreifen möchten. Wenn User auf die Datei zugreifen, dann weiß das virtuelle Dateisystem, wo sich dieser File befindet und leitet den Anwender dort hin.

Es gibt drei Arten der Datei-Virtualisierung:

  • Auf Software basierende Lösungen, die in den NAS-Head integriert sind,
  • Software, die in das Betriebssystem integriert ist oder
  • Appliances, die Soft- und Hardware vereinen.

Wenn die Software in den NAS-Head integriert ist, so ermöglicht das eine nahtlose Integration zwischen dem Dateisystem und der NAS-Umgebung. NAS-Geräte von Onstor arbeiten beispielsweise nach diesem Prinzip.

Die Software kann allerdings auch in das Betriebssystem der Clients integriert werden, die sich mit der NAS-Umgebung verbinden. Ein Beispiel für diesen Ansatz liefert Microsofts DFS (Distributed File System). Solche OS-spezifischen Implementierungen können auf gemischten Plattformen (Unix und Windows auf einem NAS) zu Problemen führen, den Grad der Entscheidungen beeinflussen (einige Lösungen leisten nur Dateiverschiebungen auf Ordnerebene) sowie Auswirkungen auf die Performance haben, das ein Tracking von Millionen von Dateien verursacht.

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