Dateimigration ist nur der Anfang: Dateivirtualisierung verbessert Leistung und Kapazität der Filer-Infrastruktur

Filevirtualisierung Teil 2: Technologie sowie Vor- und Nachteile der Lösungen

21.05.2008 | Autor / Redakteur: searchstorage.com / Ulrich Roderer

Dateivirtualisierung optimiert Speichernetze

Mit Appliances zur Dateivirtualisierung wird es wesentlich einfacher, Dateien zu migrieren und ungenutzte Speicherkapazität auszunutzen. Der zweite Teil erläutert die verschiedenen technologischen Ansätze und Architekturen.

Nachdem im ersten Teil der Artikelserie Firmen von ihren Erfahrungen mit der Dateivirtualisierung berichtet haben, konzentriert sich dieser Artikel auf die Technologie. Es gibt vier verschiedene Architekturen von Appliances zur Dateivirtualisierung: Out-of-band, eine Kombination von Out-of-Band und In-band, In-band sowie Split-Path. Brocades StorageX ist die einzige Filevirtualisierung, die ausschließlich Out-of-Band arbeitet. Sie basiert auf einem Windows 2000/2003 Namespace Server und erzeugt einen globalen Namensraum.

Server greifen auf den globalen Namensraum von StorageX folgendermaßen zu: Der Windows Clientserver erkennt einen globalen Namesraum von StorageX über den Distributed-File-System-Client (DFS), der im Windows Betriebssystem enthalten ist. Bei Linux- und Unix-Systemen sorgt StorageX für ein Updates des Network Information Service (NIS). Der Servers greift auf Dateien zu, indem er erst den StorageX-Global-Namespace-Server kontaktiert, der ihm die physische Lage der angeforderten Dateien mitteilt. Der Server greift mit diesen Informationen dann direkt auf die Dateien zu.

Diese Architektur funktioniert gut in Unternehmen, die einen einheitlichen Speicherraum über mehrere Rechenzentren hin benötigen. Andererseits können Administratoren ein Problem mit der Dateiverwaltung von Storage X haben. Bei Windows-basierten Clients nutzt der Replication Manager von Storage X den nativen Windows-Agenten, um Dateien zu verschieben. Unter Unix und Linux installiert der StorageX einen eigenen Replikationsagenten, der das NFS-Protokoll verwendet. Das bedeutet, dass StorageX die erforderlichen Zugriffsrechte zu den entsprechenden Unix- und Linux-System benötigt, um diesen Agenten installieren zu können. Und einige IT-Abteilungen wollen keinen weiteren Agenten auf ihren Hosts.

Out- of- und In-Band

Die zu EMC gehörende Rainfinity hat mit der Global File Virtualization eine Lösung entwickelt, die Out-of-Band und In-Band-Technologien verbindet. Die Rainfinity-Lösung agiert Out-of-Band während der anfänglichen Phase der Dateisuche und wechselt dann in den Data-Path um Dateien zu virtualisieren. Dazu muss ein Administartor ein virtuelles LAN einrichten, das es der Rainfinity-Lösung ermöglicht, in den Data-Path zwischen Servern und Fileserver zu wechseln. Danach übernimmt die Rainfinity-Appliance die IP-Adresse und den DNS-Name des File Servers. Das Netzwerk leitet darauf hin den Verkehr des Fileservers an die Appliance, die darauf hin die Kontrolle übernimmt. Sie bestimmt die Platzierung der Dateien.

Ein Alleinstellungsmerkmal der Rainfinity-Lösung gegenüber anderen Dateivirtualisierungstechnologien besteht darin, dass sie keinen globalen Namensraum erfordert. Dieses Merkmal gab beispielsweise bei Midwest Food den Ausschlag für die Global File Virtualization. Brian Peterson, der Storage-Architekt der Verpackungsfirma, implementierte Rainfinity als Teil der Migration auf NAS-Systeme im Zuge einer Speicherkonsolidierung. Peterson hatte bereits einen NAS-Namespace eingerichtet, so dass die Konvertierung von 500 Mitarbeitern auf den Namensraum einer anderen Filevirtualisierung eine zu große Anstrengung gewesen wäre.

Midwest Food setzt in großem Umfang auf NAS. Peterson musste deshalb sicherstellen, dass die Rainfinity-Lösung nicht während des In-Band-Modus ausfällt, damit die Unternehmensanwendungen nicht unterbrochen werden. Mit seinem Team entwickelte er ein „Roter-Knopf“-Script. Damit sind Mitarbeiter in der Lage, die Rainfinity-Appliance schell aus dem Out-of-Band-Modus und dem Data-Path der Server zu nehmen. Somit können die Server wieder direkt mit den Fileservern kommunizieren. „Das Script ist für uns der Sicherheitsgarant, den wir benötigen, um die Dateivirtualisierung im geschäftskritischen Bereich anzuwenden“, sagt Peterson.

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