StorageX von Brocade ist Lösung zur Datei-Virtualisierung, die den nativen DFS-Dienst von Microsoft nutzt

Datei-Virtualisierung schafft flexible Infrastrukturen im Unternehmen

11.02.2008 | Redakteur: Ulrich Roderer

Der Global Namespace von StorageX vermittelt zwischen physikalischem Speicher und logischer Dateistruktur.

Das exponentielle Wachstum der Datenmengen, speziell bei unstrukturierten und dezentral gespeicherten Dateien, erzwingt bessere Kontrolle, Sichtbarkeit und Transparenz. Der interessanteste und meist diskutierte Weg dazu ist die Virtualisierung der Speicherressourcen. Während dieser Ansatz im Umfeld der strukturierten und blockbasierten Daten schon lange etabliert ist, ist die File-Virtualisierung noch eine relativ neue Technologie.

Unter dem Begriff FAN (File Area Network) werden eine ganze Palette neuer Konzepte, Strategien und Tools einreiht. Ein FAN bietet auf Basis der Virtualisierung den methodischen Ansatz zur Verwaltung von Dateidaten um administrative Routineaufgaben zu vereinfachen sowie mehr Effizienz und geringere Speicherkosten zu erreichen.

Der Kern eines File Area Network ist die Virtualisierung, deren Grundlage wiederum der globale Namensraum (Global Namespace) darstellt. Der Namensraum ist eine Abstraktionsschicht zwischen den Anwendern und dem physischen Speicher. Anwender können logisch auf ihre Daten zugreifen, ohne wissen zu müssen, wo diese Daten physisch gespeichert sind. Die wichtigsten Vorteile ergeben sich in der Verwaltung: Administratoren können nach Belieben Daten verschieben, um den Speicher zu optimieren, zentral zu verwalten, zu archivieren oder einfach zu migrieren, ohne dass daraus Störungen für die Anwender resultieren.

Aus der Perspektive eines Unternehmens ermöglicht die Virtualisierung immense Einsparpotentiale durch die zentrale Verwaltung, bessere Speichernutzung, leichte Migration, Information Lifecycle Management (ILM), Konsolidierung und/oder Optimierung von Zweigstellen sowie vielerlei weitere Funktionalitäten. Da jedoch jede FAN-Lösung eine sorgfältige Planung erfordert, müssen verschiedene Aspekte für eine Datei-Virtualisierungslösung betrachtet werden.

Einfache Nutzung und Implementierung

Jede Lösung muss einfach zu implementieren sein. Sie darf keinen Mehraufwand und kein Risiko für die produktive Umgebung darstellen. Unternehmen sollten sich genau überlegen, eine Lösung einzuführen, die eine Neukonfiguration des Netzwerks, umfassende Änderungen am Sicherheitsmodell oder eine Veränderung des Datenzugriffs nötig macht.

  • Skalierbarkeit: Der Namensraum muss nahezu unendlich skalierbar sein. Für große Unternehmen ist eine Wachstumsbeschränkung in der Hardware oder Software unannehmbar. Hinsichtlich der Performance sollte der Namensraum auch bei einer hohen Anzahl an Transaktionen nicht zum Engpass werden.
  • Flexibilität: Da jeder Zugriff auf die Daten über den Namensraum stattfindet, ist dessen Flexibilität essenziell. Bei In-Band-Lösungen ist das Clustern der Systeme eine kritische Komponente. Zudem sollte man darauf achten, das Unternehmen gegen Katastrophenfälle zu schützen, bei denen der ganze Cluster ausfallen könnte. Bei einer Out-of-Band-Lösung, bei der die Flexibilität typischerweise durch Replikation innerhalb der Unternehmensverzeichnisdienste (z.B. Active Directory) erreicht wird, ist Clustern nicht nötig. Stattdessen müssen Administratoren dafür sorgen, dass in spezifizierten Intervallen Verzeichnisreplikationen durchgeführt werden.
  • Verwaltung des Namensraums: Die Lösung muss Optionen bieten, den Namensraum zu erzeugen, mit Inhalten zu füllen, zu verwalten, zu überprüfen und zu schützen. Wenn sich aus irgendeinem Grund der Namensraum ändert, kommt es darauf an, dass diese Änderungen regelmäßig automatisch dokumentiert sind.
  • Keine Anbieterbindung: Die Virtualisierungslösung muss mit allen Branchenstandardplattformen und -protokollen zusammenarbeiten und es ermöglichen, die Daten frei auf allen Speicherplattformen zu bewegen. Noch wichtiger ist die Unabhängigkeit vom Namensraumanbieter. Es muss möglich sein, auf den Speicher zuzugreifen, ohne dass man dafür über den Namensraum gehen muss.
  • Störungsfreie Datenmigration: Ständige technologische Änderungen in Verbindung mit einem unstillbaren Hunger nach Daten zwingen Unternehmen fortwährend, ihre Daten zu migrieren oder zu konsolidieren, was zumeist mit Unterbrechungen und Störungen verbunden ist. Es hat klare Vorteile, wenn Administratoren Daten verschieben können und dabei möglichst keine Betriebsstörungen auftreten und gleichzeitig die Integrität der Daten gewährleistet wird.

Konsolidierung entfernter Daten: Die Unterhaltung von mehreren entfernten Standorten ist nicht nur teuer und komplex, sondern reduziert durch langsame WAN-Verbindungen und Dateizugriffe auch die Produktivität der Anwender. Durch die Verwendung einer Kombination aus Namensraum- und WAFS-Technologien ist es möglich, die Daten zentral zusammenzuführen und Infrastrukturserver aus den Niederlassungen zu entfernen.

Business Continuity

Heute kommt es darauf an, dass Daten jederzeit verfügbar sind. Im Falle einer Katastrophe muss der gesamte Prozess des Wechsels zu einem Disaster-Recovery-Standort möglichst einfach und nahtlos sein.

  • Datenklassifizierung: Daten benötigen oftmals Profile, um ihre Wichtigkeit für das Unternehmen darzustellen. Dies ist häufig der erste Schritt zur Einführung einer ILM-Strategie, bei der die Daten der richtigen Plattform zugeordnet werden. Es ist auch ein entscheidender Schritt, wenn Unternehmen das Chargeback-Modell implementieren und abteilungsspezifische Berichte über die Datennutzung sowie eine Kapazitätsplanung erstellen müssen.
  • Storage Tiering: Die Einführung einer Tiered-Storage-Architektur ermöglicht es, weniger häufig genutzte Daten auf weniger teuren Speicher zu verschieben und dabei das gleiche Anwenderzugriffsmodell beizubehalten. Die Virtualisierungslösung sollte Regeln bieten, die den Prozess auf der Grundlage verschiedener, für die Organisation relevanter Kriterien automatisieren.
  • Speicheroptimierung: Statistiken deuten darauf hin, dass Speichergeräte in offenen Systemen eine Auslastungsrate von durchschnittlich 40 Prozent haben. Administratoren sind ständig daran interessiert die Bilanz und Betriebseffizienz zu verbessern. Die Virtualisierungslösung sollte automatisch Auslastungsgrade erkennen und die Lasten auf mehrere Geräte verteilen, ohne dass sich das auf die Anwender auswirkt.

Datei-Virtualisierung: Brocade StorageX

Im Bereich der Datei-Virtualisierung hat Brocade bereits seit 2006 das Produkt StorageX im Portfolio. StorageX ist eine Out-of-Band-Lösung und nutzt den nativen DFS-Dienst (Distributed File System) von Microsoft. Dieser Windows-Standarddienst stellt die Basistechnologie für die Datei-Virtualisierung und trennt die physische von der logischen Ebene. StorageX setzt auf DFS auf und erweitert diesen Dienst durch eine wesentlich einfachere Bedienbarkeit und durch vielfältige Features, die einen sinnvollen Einsatz der Datei-Virtualisierung ermöglichen.

StorageX ist heute bei vielen Unternehmen in unterschiedlichster Form im Einsatz. Einige Unternehmen nutzen im ersten Schritt nur Teilkomponenten von StorageX wie beispielsweise die Datei-Migration. Es sind jedoch zunehmend mehr Unternehmen, die alle verfügbaren Funktionen zur Verwaltung und Administration aller Datei-Pools einsetzen. Beispielsweise die Evangelisch Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) setzt StorageX auf vielfältige Weise ein. Durch die Virtualisierungstechnologien konnte die ELKB die Speicherressourcen in der Zentrale auf einen Schlag wesentlich besser nutzen und die seither ständigen Speichererweiterungen deutlich senken. Darüber hinaus migrierte die ELKB alle Daten aus den Außenstellen in das Rechenzentrum. Dies hatte nicht nur geringere Speicherkosten in den Außenstellen zur Folge, sondern auch enorme Vorteile durch das zentralisierte Backup der Dateien, schnelleres Failover und damit einer deutlich verbesserten DR/BC-Situation.

Virtualisierungslösungen für dateibasierten Speicher können Unternehmen deutlich mehr Vorteile als nur eine bessere Verwaltung der Dateien bieten. Datei-Virtualisierung ist der Grundstock für eine zentrale Verwaltung, bessere Speichernutzung, leichte Migration, Information Lifecycle Management, Konsolidierung und/oder Optimierung von Zweigstellen sowie vielerlei weitere Funktionalitäten.

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