22.11.2006 | Redakteur: Rainer Graefen
ALL-IN-ONE. Die Lösungen von Open-E zum Aufbau von Storage-Servern haben sich bewährt. Mit Open-E DSS kommt nun eine höhere Flexibilität ins Spiel, da sowohl NAS als auch iSCSI unter einer Oberfläche verfügbar sind. Als „DOM“ (Disk on Module) kommt das neueste Produkt der Softwareschmiede Open-E, der Data Storage Server (DSS).
Wie die Vorgängerversionen ist das kleine Modul ein einfacher und zuverlässiger Weg, selbstassemblierte Storage-Server mit einem Betriebssystem und allen nötigen Funk¬tionen auszustatten. Das „Internal USB DOM“ lässt sich einfacher installieren und startet bis zu 30 Prozent schneller als die Vorgängerversion. Als Betriebssystem fungiert ein Embedded Linux.
Zur Administration des Servers kann dieser direkt über eine Konsole bedient werden oder per Fernadministration via Internet. Die Benutzerschnittstelle ist in beiden Fällen sowohl in deutscher als auch englischer Sprache verfügbar. Demnächst werde auch eine koreanische Variante implementiert, kündigte CTO Janusz Bak an. Die grafische Benutzeroberfläche wurde vollkommen neu gestaltet, um die zahlreichen Funktionen übersichtlich zu gliedern. Diese sind nun hinter verschiedenen Reitern zu finden. OEMs ist es nun erstmals möglich, das GUI mit eigenen Logos und Inhalten anzupassen.
Wer die Konsole von Open-E iSCSI Target oder Open-E NAS kennt, wird sich bei DSS nicht groß umgewöhnen müssen. Für Bestandskunden dürfte von Interesse sein, dass die Software den Betrieb schon betagterer Motherboards unterstützt. Außerdem hat sie professionelle Konfigurationsfeatures bekommen, die über die Standardoptionen hinausgehen.
Unter der grafischen Oberfläche sind umfangreiche Optionen verfügbar, um Anwendern den Speicher unaufwendig zur Verfügung zu stellen. Dabei wurde den gestiegenen Festplattenkapazitäten Rechnung getragen, denn mittels 16 installierter 500 Gigabyte-Laufwerke in einem Server lassen sich über sechs Terabyte an Netto-Speicher verwalten.
Bessere Bedienung
Dementsprechend lassen sich nun bis zu 99 Volume-Groups anlegen. Innerhalb einer Gruppe kann wiederum eine zweistellige Anzahl von logischen Laufwerken definiert werden. Zur Verfügung gestellt werden diese je nach Wunsch als NAS- oder iSCSI-Volumes. Laut Janusz Bak ist beispielsweise manche Windows-Software unproblematischer bei iSCSI-Laufwerken.
Definiert werden können aber auch Laufwerke, die NAS-Snapshots aufnehmen oder die rein für die Datensicherung angelegt wurden und deshalb umfangreiche Replikations-Metadaten bereithalten. Die Open-E-Lösung zeigt sich auch bei der Authentifizierung und den unterstützten Netzwerkprotokollen höchst flexibel. Die Anmeldung kennt Windows-Standards, aber auch LDAP aus dem Unix- und NIS aus dem Linux-Umfeld. NFS, FTP und AppleTalk sind einzeln vom Administrator abschaltbar, falls dies aus Sicherheitsgründen notwendig ist.
Deutlich erweitert wurden die Möglichkeiten der Datensicherung, wie etwa die IP-Synchronisierung von iSCSI-Laufwerken oder die Unterstützung von LTOs, die auf „virtuelle Tapes“ abgelegbar sind. Ebenso gehört eine Anti-Viren-Lösung zum Umfang.
Die DSS-Lösung von Open-E ist seit dem 1. November 2006 verfügbar. Eine Demo-CD mit 30 Tagen Testzeitraum gibt es auf Anfrage. Der Endkundenpreis liegt bei 995 Euro pro Modul. Vorgestellt wurde die Software erstmals auf der Storage Expo in London, wo sich Open-E als einer von vier Partnern auf dem Intel-Stand präsentierte. Der Chip-Riese befindet sich derzeit in Gesprächen mit Open-E, um kostengünstige Storage-Server für kleine und mittlere Kunden zu realisieren.
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