HP und IBM sind führend im Servermarkt

Virtualisierung sorgt für Aufwind im europäischen Server-Markt

03.06.2008 | Redakteur: Ulrich Roderer

Blades erleben jetzt ihren Aufschwung Quelle :Fujitsu-Siemens

Nach den neuesten Quartalszahlen des Marktforschungsunternehmens IDC konnte sich der europäische Servermarkt trotzt der schwierigen ökonomischen Lage dennoch gut entwickeln. Positiv wirkten sich der schwache Dollar auf das Geschäft aus. Vor allem Hersteller mit einem starken x86-Serverportfolio hatten gute Karten.

Insgesamt erwirtschafteten die Serverhersteller in Europa einen Umsatz von 4,4 Milliarden Dollar, und erzielten damit einer Steigerung um 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Die Stückzahlen stiegen im gleichen Zeitraum um 8,7 Prozent auf 680.000. IDC schließt daraus, dass die Hersteller gemessen an den Umsätzen geringere Preise im Durchschnitt erzielten. Wie zu erwarten gehörten zentral und Osteuropa zu den am schnellsten wachsenden Regionen ebenso wie der Mittlere Osten und Afrika. Die Wachstumsraten beim Umsatz lagen bei 11,7 bzw. 16,4 Prozent. Aber auch Westeuropa konnte mit einer Umsatzsteigerung von 2,8 Prozent noch ein ordentliches Ergebnis erzielen.

Nathaniel Martinez, Director of European Enterprise Servers bei IDC, sagt:“Das starke Wachstum last darauf schließen, dass Virtualisierung ein Schlüsselfaktor dieser Entwicklung. Kunden erkennen zunehmend das Potenzial der Automatisierung und des Managements dieser Technologie. Sie dämmen damit das unkontrollierte Serverwachstum ein und nutzen neue Möglichkeiten des Disaster Recoverys und der Hochverfügbarkeit auch im Bereich der Mittelstandskunden. Darauf fokussieren sich jetzt die Hersteller.“

Beatriz Valle, Research Analyst bei IDC, ergänzt: „Der Servermarkt zeigt erstaunliche Widerstandskraft. Neue Prozessortechnologien wie Multicore oder Blades verhelfen der Virtualisierung zu einem großen Erfolg. Green Computing wird ebenfalls stärker von Bedeutung.“

Die Umsätze in CEMA (Central & Eastern Europe / Middle East / Africa) haben sich seit fünf Quartalen verdoppelt auf ein Volumen von jetzt 850 Millionen Dollar und nach IDC gibt es kein Anzeichen einer Velangsamung. Vor allem der Bedarf an Midrange- und Standardservern ist in dieser Region sehr stark.

Wichtige Kennzahlen

Windows konnte sich mit einem Umsatzanteil von 37,4 Prozent in europäischen Markt eine starke Position sichern, ein Zeichen, dass der Windows Server 2008 stärker als erwartet nachgefragt wurde. Unix im Vergleich erzielte nur einen Anteil von 31,8Prozent.

Linux –Umsätze wuchsen leicht auf 600 Millionen Dollar. Das Mainframe-Betriebssystem system z/OS legte ein gesundes Wachstum von 11,8 Prozent vor. Allerdings hält IDC diesen Erfolg nur im derzeit günstigen Klima für möglich.

64 Bit x86-Servers erreichten ein Wachstum von 13,5 Prozent jährlich. Sowohl RISC als auch CISC-Architekturen zeigen ein vermindertes Wachstum. RISC-Server erzielten dennoch einen Umsatzanteil von 29 Prozent am Gesamtumsatz. Itanium-basierte EPIC-Server schnitten mit 32 Prozent jährlich besser ab mit einem Umsatz von 389 Millionen Dollar. IDC rechnet damit, dass sie in den nächsten Quartalen die Marke einer halben Million überschreiten.

Standardserver sorgten für das größte Wachstum, allerding bei großem Preisdruck. Billigere Server machten 52.8 Prozent des Umsatzes aus. Der Mittelstand setzt auf skalierbare x86 Servers während Großunternehmen nach wie vor High-end-Systems benötigen, die ein jährliches Wachstum von 10,9 Prozent erzielten.

Blades sind jetzt akzeptiert und konnten mit einer Wachstumsrate von 53.1 Prozent jährlich beindrucken gegenüber nur 47 Prozent bei Rackservern

Die Hersteller

HP‘ führt vor IBM mit etwas über fünf Prozent, nicht zuletzt wegen seiner erfolgreichen Migration von der HP-9000 und Alpha-Familie zu Integrity. Diese Systeme tragen bereits ein Viertel zum Umsatz von HPs Servern bei.

IBM konnte seinen Serververkauf im ersten Quartal 2008um 1.,9 Prozent steigern dank der guten Mainframeumsätze. Sun profitiert noch von seiner SPARC Enterprise-Linie, deren Umsätze auf knapp 200 Millionen Dollar anstiegen.

Dell wuchs um 21 Prozent, nicht zuletzt wegen seiner neuen Channelstrategie. Fujitsu Siemens hatte ein sehr gutes Quartal, einmal wegen seiner x86-Primergy.-Linie. Daneben explodierten die Mainframeumsätze der BS2000/OSD-Server mit 33.6 Prozent.

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