09.05.2008 | Autor / Redakteur: Bridget Botelho / Ulrich Roderer
Advanced Micro Devices (AMD) hat angekündigt, bis 2010 einen 12-Core Prozessor auf den Markt zu bringen. Der Chip soll in 45-Nanometer-Technologie gefertigt werden, die Intel schon bei seinen aktuellen Prozessoren verwendet.
Mit einem Jahr Verzögerung, zuletzt wegen eines Designfehlers, hat AMD erst vor sechs Wochen sein neues Flagschiff, den Barcelona-Chip in Massenproduktion anlaufen lassen.
Die nächste Generation mit Namen Shanghai wird AMDs erste Implementierung eines 45-nm Quadcore-Prozessors. Shanghai wird noch in der zwweiten Hälfte 2008 in Produktion gehen und die neue Hochgeschwindigkeitstechnologie Hypertransport 3.0 enthalten. Dabei handelt es sich um eine Kommunikationsverbindung zwischen Prozessoren.
Shanghai wird dreimal soviel Level 3 Cache besitzen wie Barcelona und 10 Prozent mehr Bandbreite.
In der zweiten Hälfte von 2009 will AMD dann mit Istanbul in Produktion gehen, einen Prozessor mit sechs Cores, der auf dem selben Chipset und Socket F basiert wie Barcelona und Shanghai. Auch dieser Chip wird in 45-nm Technologie gefertigt mit sechs MByte Level 3 Cache und DDR2 Speicher.
Der Konkurrent Intel hat angekündigt, noch Ende diesen Jahres vor AMD einen Prozessor (Codename Dunnington) mit sechs Kernen in 45-nm Technologie auf einem Chip herauszubringen.
Doch der derzeit gegen Intel etwas ins Hintertreffen geratene Chiphersteller AMD plant schon 2010 direkt von sechs auf ein Zwölfkern-Desing zu wechseln. Der Codename des neuen Chips ist Magny-Cours. Intel wird zu diesem Zeitpunkt nach bisherigen Ankündigungen erst seinen Nehalem-Chip mit acht Kernen auf den Markt bringen.
Der direkte Sprung auf 12 Kerne sollte für Anwenderentwickler kein Problem sein. „IBM und Intel unterstützen schon länger Multicore-Entwicklungsprojektes, auch Sun arbeitet an entsprechender Unterstützung für seinen multithreaded Niagara-Prozessor“, sagt Charles King, Analyst bei Pund-IT. „AMDs Sprung auf ein 12-Core-Designs mag momentan seltsam scheinen, aber Entwickler sind gut vorbereitet, wenn der Prozessor auf den Markt kommt, um seine Vorteil nutzen zu können.“
AMDs 12-Core Prozessor wird auf der neuen AMD Opteron Socket Plattform G34 basieren. Er wird aus zwei kombinierten Sechskern-Prozessors bestehen.
„Mit Barcelona haben wir das Design verworfen, zwei Dual Cores zusammenzubinden, weil die Performance nicht die eines nativen Quadcore-Chips gewesen wäre. Intel ist diesen Weg gegangen und wir glauben es ist ein Fehler“, sagt Randy Allen, Corporate Vice President and General Manager, AMD Server and Workstations. „Bei unserem Magny-Cours haben wir einen Weg gefunden, zwei Prozessoren so zu verbinden, dass wir fast die Leistung eines nativen 12-Kern-Prozessors erreichen.“
Der Magny Cours, benannt nach einer Formel 1 Rennstecke, wird in 45-nm Technologie gefertigt mit 12 MByte Level 3 Cache, basieren auf der neuen Maranello-Plattform, die DDR-3 Speicher sowie HyperTransport 3.0 unterstützt.
Gleichzeitig mit Magny Cours will AMD einen Sechskern-Prozessor, Codename Sao Paulo, auf den Markt bringen, basierend auf dem Chipset von Magny Cours, mit DDR3- und HyperTransport-Support.
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