Gedanken zum Spezialisierungsgrad von Hardware

Appliances bringen Soft- und Hardware zusammen

05.08.2009 | Autor / Redakteur: Rainer Frohnhöfer, IBM / Dr. Stefan Riedl

Leistung auf den Punkt gebracht

In der Regel handelt es sich bei diesen IT-Appliances um gekapselte Einheiten, bei der die Software und die Hardware nicht getrennt voneinander gewartet werden. Im Unterschied zu einem „normalen“ Server kann man die Appliance nicht zweckentfremden (bzw. nur unter hohem, nicht mehr wirtschaftlichen Aufwand), sie ist an einen ganz bestimmten Zweck gebunden. Betriebssystem und Anwendersoftware sind zusammen in der Firmware verschmolzen. Updates gibt es über ein neues Firmware-Image, das auf das Gerät gespielt wird.

In der Regel bringen Appliances bessere Leistungen im Vergleich zu einer entsprechenden Server-Konfiguration. Denn während die Appliance häufig von einem Spezialchip angetrieben wird, baut der Server auf Standardkomponenten, die auf ein breiteres Einsatzspektrum ausgelegt sind, dafür aber die Leistung weniger akkurat auf den Punkt bringen. Rechenintensive Aufgaben, wie zum Beispiel die Verschlüsselung, lassen sich auf diese Weise stark beschleunigen.

Sicherer, leichter zu warten

Der starke Integrationsgrad von Hardware und Software in einer Appliance machen das Paket sicherer, weil man sich bei den entsprechenden Testläufen auf genau eine Konfiguration konzentrieren kann. Das heißt, dass man die Anwendung nicht in zig verschiedenen Betriebssystemen und Softwareversionen prüfen muss.

Einer der größten Vorteile im Rechenzentrum ergibt sich durch die einfachere Wartung der Appliance. Diese funktioniert durch ein Update der Firmware, das direkt vom Hersteller – einem Hersteller – kommt. Unverträglichkeiten zwischen verschiedenen Software- und Betriebssystem-Versionen gibt es nicht mehr, kein Hersteller kann bei Fehlfunktionen die Verantwortung an einen anderen Hersteller der auf dem Server zusammenlaufenden Hersteller weiterreichen.

Man mag einwenden, dass durch den singulären Zuschnitt des Betriebssystems dieses schlecht kompatibel zu denjenigen ist, die üblicherweise im Rechenzentrum ihren Dienst tun. Andererseits führt die Autonomie einer Appliance auch dazu, dass sie leicht von mehreren Systemen genutzt werden sowie zentral gemanagt und optimiert werden kann, ohne dass dabei Änderungen an den anderen Systemen im Rechenzentrum notwendig werden.

Appliances haben also den Vorteil, dass sie die Komplexität im Rechenzentrum verringern. Das macht sie gerade in Zeiten wo mit weniger mehr geschafft werden soll, zu cleveren, flinken Alternativen.

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