Rechenzentrums-Grundlagen: Analyse der Luftzirkulation im Datacenter

CFD-Modellierung sorgt für optimale Klimatisierung des Rechenzentrums

27.07.2009 | Autor / Redakteur: Mark Fontecchio / Florian Karlstetter

„Das Vermischen von Warm- und Kaltluft muss verhindert werden“, sagt Pete Sacco, ein Consultant und Gründer von PTS Data Center Solutions. Sein Unternehmen nutzt CFD-Software bei jedem Raum-Design. „Die Kaltluft muss direkt und ohne Verlust an die Wärmequelle geführt werden. Als Rechenzentrumsbetreiber sollte das eines der Hauptaugenmerke sein.“

Durch den Einsatz von CFD-Analysen hat Sacco Konstruktionsfehler von Gebäuden aufdecken können, wie beispielsweise eine schlechte Wandisolation, durch die Kaltluft entweichen kann.

CFD-Software kommt auch in anderen Bereichen zum Einsatz. Ernesto Ferrer, ein CFD-Ingenieur und Consultant bei Hewlett-Packard, nutzt die Software sowohl zum Design von Rechenzentren als auch zum Modellieren der Luftströme in den Geräten. Auch in einem Server oder anderen IT-Geräten sollte die Luft optimal zirkulieren.

Einige Experten nutzen die CFD-Technologie dazu, auch die Luftzirkulation außerhalb des Rechenzentrums zu analysieren. Damit lässt sich die optimale Position für Economizer ermitteln. Economizer saugen kühlere Außenluft an, um damit das Equipment zu kühlen. Sie verringern damit die Kosten für künstliche Kühlung.

CFD-Software: Preise und Qualität

Der Consultant Sacco warnt vor der unterschiedlichen Qualität der angebotenen Lösungen. Er verwendet Software von Future Facilities, einer Londoner Firma, die sich auf das Design von Rechenzentren spezialisiert hat. Doch Qualität hat seinen Preis: eine Lizenz kostet um die 100.000 US-Dollar. Dreimal so günstig ist TileFlow, die CFD-Software von Innovative Research, die der Dienstleister von Paparlardo verwendet hat.

„Für den Preis ist TileFlow ausreichend“, sagt Sacco. „Aber die Software trennt die Berechnung unter- und oberhalb des doppelten Bodens und berechnet deshalb nicht immer die effektiv richtigen Werte.“ Sacco hat auch Flovent getestet, eine Software der englischen Mentor Graphics Corporation (vormals Flomerics). Die Lösung ist seiner Meinung nach gut, aber für verschiedenste Anwendungen ausgelegt, nicht aber spezifisch für Rechenzentren. Eine weitere bekannte CFD-Software ist Coolsim von Applied Math Modeling.

Um Kosten und Training für die Software zu sparen, engagieren viele Rechenzentren lieber Consultants für die Analysen. Einige Großunternehmen wie beispielsweise die ABN AMRO leisten sich allerdings eine eigene CFD-Software.

Allan Warn, Datacenter Manager bei ABN AMRO, berichtet, dass in den letzten acht Jahren der Verbrauch seines Londoner Rechenzentrums von 300 Kilowatt auf 1,3 Megawatt explodierte. Nach einer erfolgreichen CFD-Analyse hat sein Unternehmen beschlossen, die Software von Six Sigma zu kaufen. Sie soll durch Simulationen helfen, die Überhitzung des Rechenzentrums bei Neuanschaffungen zu vermeiden. „Wir werden die Software einsetzen, damit wir herausfinden, an welche Stelle genau wir neues Equipment platzieren müssen für eine optimale Wärmebalance.“

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