Innovative Technologien und Konzepte für ein grünes Rechenzentrum

Genau abgestimmte Kühl- und Raumkonzepte sowie stromeffiziente Komponenten

03.11.2008 | Redakteur: Ulrich Roderer

Gute Trennung der Kalt-/Warmgänge

Das Optimierungspotential der klassischen Lösung liegt vor allem in der sorgfältigen Führung der Kühlluft. Die konsequente Abdichtung aller Lecks im Doppelboden, die sorgfältige Auswahl und Platzierung der Doppelbodenplatten sowie die Kalt- /Warmtrennung innerhalb der Racks sind die Grundlage für den energieoptimierten Betrieb.

So kann dafür gesorgt werden, dass nur die Luftmenge bewegt werden muss, die tatsächlich gebraucht wird. Zusätzlich sollten die Gebläse in den Umluftkühlgeräten über Referenztemperatursensoren im Raum drehzahlgeregelt werden. Auf diese Weise kann der Energiebedarf für die Luftumwälzung minimiert werden.

Weitere Potentiale stecken in der Möglichkeit, mit höheren Ausblastemperaturen aus dem Doppelboden zu fahren. 20 bis 22 Grad sollten ausreichen, damit kann das gesamte Kühlsystem, wie weiter oben dargestellt, mit erheblich geringerem Strombedarf gefahren werden.

Dynamische Systemoptimierung

Ein zusätzliches Einsparpotential steckt in der ständigen Anpassung der Anlage an die jeweiligen Betriebszustände. Die Kühlwassertemperatur wird dabei so hoch wie möglich gehalten und die umgewälzte Luftmenge so klein wie möglich. Kaum nennenswertes Potential steckt in der Anpassung des Kühlmedienstroms, dafür rechnen sich oft die nötigen Zusatzinvestitionen nicht.

Im Bereich der physikalischen Infrastruktur werden dafür hauptsächlich in Raum oder Schränken platzierte Temperatursensoren ausgewertet, evtl. auch die aktuelle Stromaufnahme der Server und gelegentlich auch Druckdifferenzen und Strömungsgeschwindigkeiten. Besondere Bedeutung gewinnt eine dynamische physikalische Infrastruktur in Verbindung mit einer dynamischen IT Umgebung. Nur so lassen sich die möglichen Energieeinsparungspotenziale vollständig nutzen.

Aufbauend auf diese Entwicklung der IT- und Infrastrukturtechnologien wird in Zukunft auch die Nutzung der Abwärme, z.B. zur Gebäudebeheizung, eine wichtige Rolle spielen. Zwar ist die Abwärme auch bei höheren Kühlwassertemperaturen von etwa 20 Grad nicht direkt nutzbar, aber von diesem Niveau kann die Temperatur mit Hilfe einer Wärmepumpe mit einer sehr guten Leistungsziffer auf die erforderlichen 50 bis 55 Grad angehoben werden.

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