30.11.2007 | Autor / Redakteur: Götz Güttich / Ulrich Roderer
Das Schlagwort „Green-IT“ ist derzeit in aller Munde. Insbesondere beim Betrieb von Rechenzentren müssen sich Unternehmen und Provider zunehmend mit der Anschaffung stromsparender Lösungen auseinandersetzen. Grund genug für Anbieter von Rechenzentrumsprodukten, verstärkt in diesem Bereich aktiv zu werden. Der vorliegende Beitrag geht exemplarisch auf die Aktivitäten Rittals in Bezug auf die Reduktion von Stromkosten ein.
Nach Ansicht von Dieter Henze, Director Product Marketing IT-Solutions von Rittal, gibt es vier Gründe, die Unternehmen verstärkt dazu zwingen, auf stromsparende IT-Infrastrukturen zu setzen. Zunächst einmal steigt in den Unternehmen das Verantwortungsgefühl gegenüber der Umwelt. Zweitens wächst die Zahl der Systeme, die in Rechenzentren arbeiten, ständig an, da die Packungsdichte immer größer wird. Das steigert gleichzeitig den Stromverbrauch.
Drittens benötigt jedes einzelne System heute bereits von sich aus mehr Strom als noch vor einigen Jahren, da die Leistung und damit auch die Leistungsaufnahme gestiegen sind. Der wachsende Stromverbrauch führt gleichzeitig zu einem verstärkten Bedarf nach energieeffizienten Lösungen.
Und viertens produzieren IT-Umgebungen heute deutlich mehr Wärme als früher, so dass noch zusätzliche Stromkosten zum Betrieb von Klimaanlagen und Kühlsystemen hinzukommen. Wenn man gleichzeitig den starken Anstieg der Strompreise in den letzten Jahren bedenkt, so wird schnell klar, dass sich der Einsatz stromsparender Komponenten in Rechenzentren selbst dann relativ schnell rechnet, wenn die Anschaffungskosten für die jeweiligen Produkte höher liegen als die für „stromfressende“ Konkurrenzlösungen mit gleicher Leistung.
Der Trend wird also dahin gehen, dass der IT-Einkauf nicht mehr nur die Anschaffungskosten berücksichtigt, sondern auch die Kosten im laufenden Betrieb und seine Entscheidung dann danach ausrichtet, die insgesamt günstigste Lösung zu wählen. Henze vergleicht den beschriebenen Vorgang mit Überlegungen beim Autokauf: „Wenn jemand viel fährt, so kauft er sich einen Diesel. Dieser ist zwar in der Anschaffung teurer, spart im laufenden Betrieb aber Kosten ein. Einkäufer im IT-Bereich werden sich in Zukunft von ähnlichen Überlegungen leiten lassen, und die Produkte selektieren, die den besten Total Benefit of Usership vorweisen.“
Mit Total Benefit of Usership (TBU) beschreibt Rittal sämtliche Vorteile, die einem Unternehmen durch den Einsatz eines Produkts entstehen, dieser Begriff schließt also auch den Stromverbrauch mit ein. Der TBU soll den Nutzen einer Lösung klarer herausstellen als die allgemein übliche Total Cost of Ownership (TCO).
Welche Produkte von Rittal sorgen aber nun konkret für Einsparungen im Rechenzentrum? In diesem Zusammenhang ist zunächst einmal die neue dreiphasige USV PMC 200 mit einem Wirkungsgrad von 95 Prozent zu nennen. Das System wurde modular sowie skalierbar aufgebaut und kann im laufenden Betrieb erweitert werden. Die redundanten Reservemodule der USV lassen sich dabei im gleichen Rack installieren, was Platz- und damit Kostenvorteile mit sich bringt. Der Wirkungsgrad liegt bei Volllast – wie bereits erwähnt - bei bis zu 95 Prozent, im Teillastbereich und bei nicht linearer Last beträgt er immer noch bis zu 94 Prozent. Der damit zusammenhängende Kostenvorteil summiert sich über die typische Betriebsdauer im Vergleich mit weniger effizienten Geräten auf mehrere Tausend Euro.
Die einzelnen Module des PMC 200 sind in den Leistungsstufen acht, zwölf, 16, 20, 24, 32 und 40 kW lieferbar, damit ermöglicht das System bis zu 200 kW USV-Leistung pro Rack. Kunden müssen aber immer nur die Leistung einkaufen, die sie auch wirklich benötigen. Der PMC erfüllt die USV-Klassifizierung gemäß IEC 62 040-3. Damit trägt das Produkt den höchsten Klassifizierungscode VFI-SS-111 (Voltage and Frequency Independent).
Ebenfalls von großem Interesse für Stromsparer ist das Liquid Cooling Package LCP Plus, das bis zu 30 KW Verlustleistung sicher aus einem Rack abführen kann. Dazu setzt das System auf einen Luft-Wasser-Wärmetauscher. Die Lösung arbeitet an der Seitenwand eines Server-Racks und bläst die kalte Luft horizontal vor den Servern ein. Das bedeutet, das Wasser zirkuliert nur zwischen der – meist außerhalb des Gebäudes aufgestellten – Kühleinheit und dem LCP-Schrank und kommt niemals in die Nähe der zu kühlenden Racheinheiten im Serverschrank. Da sich die Lösung auf der Seitenwand des Schranks befindet, ist sie auf Wunsch auch dazu in der Lage, zwei Schränke gleichzeitig zu kühlen. Anwender, die ein solches System nachrüsten möchten, erhalten bei Bedarf eine vergleichbare Lösung für die Schrankrückseite. Jedes LCP besitzt eine eigene integrierte Regelung, die sich direkt in ein überwachendes Netzwerkmanagementsystem einbinden lässt. Auf diese Weise stehen dem Anwender umfassende Sicherheits- und Monitoring-Funktionen zur Verfügung. Die Lösung verfügt sowohl über TÜV- als auch über GS-Zertifizierungen.
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