19.12.2008 | Redakteur: Ulrich Roderer
Avocent hat eine Reihe neuer Komponenten und Tools vorgestellt, um den Stromverbrauch in Rechenzentren zu kontrollieren und zu senken. SearchDataCenter sprach mit Wolfgang Goretzki, Product Marketing Manager EMEA, Avocent.
SearchDataCenter: Welche Strategie können Sie heute einem Unternehmen empfehlen, um seine Infrastruktur möglichst stromeffizient zu machen?
Goretzki: Im Bereich der Clients empfehlen wir die LanDesk Management Suite. Diese erlaubt auf einfache Weise effiziente Policies zum Energiesparen für PCs und Displays zu erstellen, deren Effizienz vorab zu evaluieren und diese im Feld zu implementieren. Die Policies setzen konsequent nach Zeiten oder Inaktivitäten konfigurierte Powerschemas für Standby, Hibernate, Turnoff durch und sparen damit aufgrund der hohen Zahl von Clients in den Unternehmen beträchtliche Energie und Kosten ein.
Goretzki: Das kann durch genaue Kenntnis eine Verlagerung von weniger zeitkritischen Applikationen in sogenannte „off-peak“-Zeiten sein, um Leistungsspitzen zu vermeiden. Das kann eine Priorisierung von Hardware-Austausch oder Virtualisierung bei besonders hohen Energieverbrauchern sein, aber auch die Vermeidung von Überdimensionierung von USV- und Kühlungsanlagen sein und somit die Einsparung unnötiger Investitions- und Energiekosten.
Die erforderliche Detailkenntnis bieten unsere Stromleisten, welche je nach Modell Messwerte pro Leiste oder auch pro einzelner Steckdose liefern. In Kombination mit der Erweiterungs-Software für die DSView 3 Software, dem Power Manager, der die Werte für unterschiedliche Einheiten aufsummiert (Gesamtunternehmen, einzelne Rechenzentren bis zu Racks, Stromleisten oder einzelne Steckdosen) ist ein leistungsfähiges Werkzeug entstanden, welches die Informationen in Echtzeit, als Report oder auch per automatischer Alarmierung bei Überschreitung von Schwellwerten liefert.
Goretzki: Im Client-Bereich war es bisher in der Regel zu zeitaufwendig oder mangels Möglichkeit zentraler Implementierung nur lückenhaft möglich eine Energieoptimierung durchzuführen.
Im Rechenzentrums-Bereich sind Optimierungen bisher nur auf der Basis von Annahmen auf der Basis von Herstellerangaben der IT-Geräte durchgeführt worden. Eine Berücksichtigung der tatsächlichen Auslastung war nicht möglich. Die Verbesserung des Energieverbrauchs konnte deshalb nicht optimal erfolgen und für die Infrastruktur wie USV und Kühlung mussten entsprechend hohe Reserven/Sicherheiten veranschlagt werden – unnötiger Energieverbrauch dort war die Folge.
Goretzki: Die neuen Stromleisten bieten eine Reihe von Neuerungen. Zusätzliche Appliances, um Sensoren einzubinden werden überflüssig, das spart Investitionskosten, Strom, Netzwerkports und damit letztlich ebenfalls Strom für Switches. Sie ermöglichen das Messen des Stromverbrauchs pro Port und Umgebungsbedingungen wie Temperatur und Kühlluft in einer Einheit.
Gerade bei Virtualisierung unterstützen sie das automatische Abschalten und Einschalten von Servern zur Nachtzeit.
Goretzki: Durch genaue Kenntnis des Stromverbrauchs lassen sich bereits vorab Stromkontigente erwerben und damit ein günstigerer Strompreis erzielen. Dies wird immer wichtiger. Durch eine genauere Kapazitätsplanung lässt sich der Energieverbrauch und CO2-Ausstoß reduzieren.
Goretzki: Das ist sicherlich die Richtung, in die wir gehen wollen. Wir decken mit unseren Lösungen den Bereich vom Desktop bis zum Datacenter ab. Ich erwarte hier auch in der Zukunft weitere und verfeinerte Produkte.
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