Energiesparkonzepte im Rechenzentrum amortisieren sich schnell

Mit energieeffizienten Komponenten und Kühlkonzepten Strom sparen

28.09.2009 | Autor / Redakteur: Dr. Peter Koch, CTO Knürr AG / Ulrich Roderer

Kosten/Nutzen von IT Anwendungen

Bei allen bisherigen Überlegungen wurde stillschweigend davon ausgegangen, dass die Menge der verarbeiteten und transportierten Daten ungebremst bzw. sogar beschleunigt weiterwächst. Beispielsweise ist laut Netcraft die Zahl der Webserver seit dem Ende der Internetkrise im Jahr 2002 von circa 40 Millionen auf derzeit etwa 135 Millionen angewachsen. IDC geht davon aus, dass die Menge der weltweit gespeicherten Daten von 160 Millionen Terabyte (2006) auf 1 Milliarde Terabyte (2010) anwachsen wird. Trotz dieser enormen Wachstumsraten scheinen die oben beschriebenen (s. Abbildung 2) Energieeinsparungen realisierbar.

Andersherum betrachtet würde der Energiebedarf für die IT schnell dramatisch zurückgehen, wenn die Datenmenge auf das heutige Volumen eingefroren werden könnte.

Unter diesem Aspekt scheint die aktuelle Debatte um die Energieeffizienz von Rechenzentren am Kern des Problems vorbei zu gehen. Da ein Rechenzentrum keine Nutzenergie abgibt, außer man nutzt die Abwärme, ist dessen Energieeffizienz aus technischer Sicht immer gleich Null. Es geht also viel mehr um die Frage, wieviel IT denn nötig ist bzw. wie deren wirtschaftlicher Nutzen gegenüber dem Aufwand dafür zu bewerten ist.

Auf globalpolitischer Ebene lässt sich trefflich darüber streiten, ob wir tatsächlich so viele Websites brauchen, wieviel Energie für virtuelle Welten aufgewendet wird oder darüber, ob eine Suchanfrage bei Google tatsächlich – wie die New York Times kürzlich berechnet hat – soviel Energie verbraucht wie eine Energiesparlampe in einer Stunde.

Für Unternehmen stellt sich aber die Aufgabe, sich neben der Energieeinsparung für IT und Infrastruktur vor allem damit zu befassen, wie effizient eingesetzte Software und laufende Anwendungen mit den IT-Resourrcen umgehen – und ob tatsächlich langfristig so getan werden kann, als würden Speicherplatz und Rechenleistung praktisch unlimitiert zur Verfügung stehen.

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