18.12.2006 | Redakteur: Ulrike Ostler
Im April 2007 sollen fünf neue Infrastruktur-Bücher herauskommen. Sie liefern ein Update der IT Infrastructure Library, kurz ITIL, die die für den IT-Betrieb notwendigen Prozesse anhand von zu erbringenden Services und Dienstleistungen beschreibt.
Es handelt sich um die Version 3 des Best-Practices-Werk, das zuletzt im Jahr 2000 gründlich überarbeitet wurde. Rund 60 Prozent des Inhalts bleiben gleich. Doch stärker als je zuvor adressiert ITIL dann den IT-Leiter, der so bedeutsam ist, dass er die Geschäfte seines Unternehmens mitverantwortet – den Chief Information Officer.
Das sagen einige der Autoren, die sich jüngst in Wien auf der europäischen Softwarekonferenz von Hewlett-Packard (HP) trafen. Die Zusammenkunft ist nicht zufällig. Denn das Buch vier über den IT-Betrieb haben zwei HP-Mitarbeiter verfasst.
ITIL ist von der britischen Regierungsbehörde Central Computing and Telecommunications Agency (CCTA) initiiert. Die Bücher werden somit vom Office of Government (OGC), einer Stabsstelle der Regierung, herausgegeben – und das seit 1989.
Nach Angaben aus dem Jahr 2004 soll es vor zwei Jahren weltweit rund 50.000 ITIL-zertifizierte IT-Mitarbeiter gegeben haben. Wie Jean Philippe Draye, Senior Business Manager und Technology Engineer im Service Management Team von Avaya bestätigt, trägt ITIL wesentlich dazu bei, dass sich eine gemeinsame Terminologie zwischen denen herausbildet, die IT-Leistungen zur Verfügung stellen und denen, die sie nutzen. Auch zwischen einzelnen IT-Abteilungen soll die Kommunikation besser funktionieren, wenn sie sich nach ITIL richten.
Die neue Version besteht aus fünf Hauptbüchern zu folgenden Stichworten:
Die Bücher werden vermutlich im Februar der Öffentlichkeit vorgestellt, die die Inhalte dann kommentieren und damit beeinflussen kann. Grafische Modelle und andere Ergänzungen werden wie bisher die Hauptbücher ergänzen. Darunter fällt eine Glossar, das Stuart Rance und Ashley Hanna von HP vorbereiten, eine ITIL-Prozess-Karte, die Jeroen Bronkhorst von HP erstellt, eine auf höherer Ebene angesiedelte Einführung sowie Anwendergeschichten und Governance-Methoden wie Control Objectives for Information and Related Technology (Cobit).
Das „Refresh“ der Prozessbeschreibungen ist im Wesentlichen notwendig geworden, weil es neue Governance-Anforderungen gibt und die Technik fortgeschritten ist – Richtung Virtualisierung und Service-Orientierung, erläutert Michael Nieves, Chefberater bei Accenture und Co-Autor des ersten ITIL-Buchs über Strategien.
Somit wechselt ITIL ein wenig die Richtung: Bisher gab es nur Beschreibungen des „Was ist zu tun?“. Jetzt geht es erstmalig auch um das „Wie?“
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