08.02.2010 | Autor / Redakteur: Mark Fontecchio / Ulrich Roderer
HP hat jetzt in den USA eine kleinere Version seines Container-Rechenzentrum “Performance-Optimized Datacenter (POD)“ angekündigt.
Das neue POD ist praktisch halb so lang wie das ursprüngliche Containermodell, 6 Meter statt 12 Meter. Der Container kann jetzt nur noch 10 statt 20 50U-Racks aufnehmen, so dass er kosteneffektiver für kleinere Unternehmen ist.
Dennoch ist die Rechnung bisher nicht aufgegangen, Container-Rechenzentren als Mainstreamlösung im Markt zu etablieren. Das erste POD wurde im Juli 2008 angekündigt. Jean Brandau, Marketing Manager bei HP, wollte keine genaue Auskunft über die verkauften PODs machen, sagte aber, der Absatz läge im zweistelligen Bereich.
Während Marktführer wie Microsoft und Google auf Container-Rechenzentren setzen, sind die PODs noch kein Hit.
Brewster Kahle vom Internet Archive war einer der der Ersten, die ein Container-Rechenzentrum eingesetzt hat, ein, Sun Modular Datacenter mit 60 Sun Fire x4500 Servern.
In seiner Kritik bemängelt er fehlende Freikühlungsmöglichkeiten und den hohen Lärmpegel im Container. Auch der Gewichtsfaktor kann ein Hindernis sein. Ein vollausgestattetes großes POD wiegt an die 50 Tonnen, soviel wie eine Boing 737. Damit wird der modulare und bewegliche Ansatz schwer einzulösen.
Mike Manos war General Manager Data Center Services bei Microsoft, als der Hersteller sein Container-basiertes Rechenzentrum in Chicago baute. Er warnt davor, dass dieses Design nicht kosteneffektiv ist, wenn es falsch genutzt wird.
Entscheidend sei eine gute Kapazitätsplanung, die für Container noch wichtiger sei als bei traditionellen Rechenzentren. Denn die Anschaffungskosten für einen Container sind höher, die Containerhülle des neue POD kostet beispielsweise 600,000 Dollar ohne IT-Equipment. Würde nicht der gesamte Strom ausgenutzt, den der Container allokiert, wäre es eine kostspielige Verschwendung der verfügbaren Ressourcen.
Auch bei IBM hat sich die Meinung durchgesetzt, dass Container-Rechenzentren kein großer Markt ist und sich nicht für jeden eignet. Steve Sams, Vice President of Site and Facilities for IBM: „Die meisten großen Unternehmen haben beschlossen, nicht auf Container zu setzen, und ich denke sie haben recht. Container werden kein großer Markt werden.“
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