23.08.2007 | Redakteur: Ulrike Ostler
Am gestrigen Abend war es klar: IBM wird „Openscape Unified Communication“, die Kommunikations-Software-Suite von Siemens Enterprise Communications, unter eigenem Label vermarkten. Die Plattform ist dann als Bestandteil von „Unified Telephony“ zu haben und somit als Modul der Groupware-Produktfamilie „Lotus Sametime“.
Siemens will sich für die Unified-Communications-Plattform Openscape den Markt mit rund 125 Millionen Anwendern eröffnen, den die Lotos-Sametime-Anwender bilden. So wird IBM, wie es heißt, irgendwann im ersten Halbjahr 2008 zum Wiederverkäufer der Siemens-Software für die Sprach-, Daten- und Video-Kommunikation.
Wie viel und was getan werden muss, um die Siemens-Software in die „Unified Telephony“-Lösung der Collaboration-Software Lotus Sametime von IBM einzufügen, steht noch nicht fest. In jedem Fall aber entstehen Chancen für die Anbieter, die Kunden und die vielen Lotus-Systemhäuser, sich die Verbindung von Applikationen und Telefonie zu nutze zu machen.
Openscape, derzeit in der Version 2.3 zu haben, gehorcht seit kurzem den Gesetzen einer Service-orientierten Architektur (SOA) und unterstützt bestehende Nebenstellenanlagen- Infrastrukturen sowie Geräte ohne Session Intitiation Protocol (SIP) wie Nebenstellentelefone, Mobiltelefone und alle anderen Kommunikationsgeräte. Es wird lediglich ein SIP-Gateway zwischen Openscape und dem vorhandenen Telefonnetz benötigt.
Das erlaubt den Sametime-Kunden, ihre Investitionen in bestehende PBX-Anlagen weiter zu nutzen und dennoch zu vereinheitlichen. Gleichzeitig kann die Konvergenz von Sprach- und Datenkommunikation auf- und ausgebaut werden. Telefonie wird zu einer Anwendung.
Schon jetzt lassen sich mit Hilfe von Regeln und Routing sowie durch das Definieren und Priorisieren einer Vielzahl von Faktoren wie beispielsweise Stati, verfügbare Geräte und Medien sowie Tageszeit und Wochentag, Anwendungen erstellen. So können alle ankommenden Anrufe von Team-Mitgliedern und vom Chef außerhalb der Bürozeiten zuerst zum Privatanschluss geleitet werden. Nimmt dort niemand ab, wird der Anruf an Mobiltelefone und dann an ein Self-Service-Portal weitergeleitet.
Der Weg ist offen für weitere Schritte, die Schlagwörter wie Fixed Mobile Convergence und Geschäftsprozessintegration vorzeichnen.
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