Studie von Softselect beleuchtet Anforderungen an zukünftige ERP-Systeme

Trend zur mittelstandsgerechten ERP-Lösung

09.07.2007 | Redakteur: Florian Karlstetter

Die Verbreitung von ERP-Systemen ist soweit vorangeschritten, dass sich auch mittelständische Unternehmen auf breiter Basis einer Business-Applikation zur Unterstützung der internen Prozesskette bedienen. Eine aktuelle Studie nennt Trends, um sich in der Vielfalt an Lösungen im Markt besser zurechtzufinden.

Mit dem steigenden Lösungsangebot erhöht sich zwangsläufig auch die Intransparenz des Marktes und damit auch die Unsicherheit im Hinblick auf die Einführung eines bestimmten ERP-Systems. Die Hamburger Unternehmensberatung Softselect untersuchte im Rahmen einer Studie zum Thema „ERP und ERP II 2007“ insgesamt 61 Lösungen von 52 Herstellern.

Um dem Wunsch nach Investitionssicherheit von IT-Projekten möglichst in die Realität umsetzen zu können, sind Unternehmen heutzutage bestrebt, die Anzahl von Software-Paketen, mit denen die Kernprozesse im Unternehmen abgebildet werden, auf ein Minimum zu beschränken. Außerdem wünschen sich immer mehr Firmen einen hauptverantwortlichen Systempartner, der Business-Applikationen, Beratungsdienstleistungen und Branchenwissen anforderungsgerecht und aus einer Hand liefern kann. Denn die Pflege von heterogenen Systemlandschaften verschlingt auch heute noch in vielen Betrieben einen Großteil des IT-Budgets und lässt Systemwechsel zu einer kritischen Herausforderung für die gesamte IT-Infrastruktur werden.

Integration von Business Applications

Als Folge des breiten Einsatzes von Standardanwendungen zur Abbildung geschäftskritischer Prozesse stehen der Studie zufolge in weiteren Schritten die Harmonisierung der Prozesskette sowie die systematische Erweiterung mit zusätzlichen Funktionsmodulen im Fokus. Eine sukzessive Erweiterung hat den Vorteil von transparenten Kostenstrukturen und kann relativ schnell umgesetzt werden. Vermehrt nachgefragt werden in diesem Bereich Themenkomplexe wie Customer Relationship Management (CRM) zur Potenzialausschöpfung bestehender Kundenkontakte, aber auch Supply Chain Management (SCM) zur Reduzierung von Reibungsverlusten innerhalb der Lieferkette sowie Business Process Management (BPM) zur Kontrolle, Optimierung und effizienten Steuerung von innerbetrieblichen Abläufen stehen auf der Wunschliste vieler Unternehmen.

Die Anbindung an Kennzahlensysteme soll zudem betriebswirtschaftliche Entschiedungen mit verlässlichem Zahlenwerk und leistungsstarken Analyse-Instrumenten erleichtern. Aber auch aus technologischer Sicht stehen die Zeichen auf Harmonisierung und Flexibilität: Längst müssen kaufmännische Anwendungen im komplexen Systemverbund miteinander interagieren können. Der orts- und zeitunabhängige Informationszugriff ist bereits heute ein entscheidender Erfolgsfaktor. Web-basierte Applikationen, flexible Architekturen, Komponentenbauweise, Web Services und XML-Unterstützung sind Themen, die in modernen Unternehmensstrukturen nicht mehr wegzudenken sind. Dabei spielen vor allem auch Service-orientierte Architekturen (SOA), die sich dynamisch an Prozessen orientieren, eine große Rolle.

Auf die Frage, welche Anforderungen in Zukunft von dem eigenen ERP-System erwartet werden, steht die Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Geschäftsprozesse an erster Stelle, dicht gefolgt von der Prozesseffizienz. Etwas abgefallen folgen dann die reibungslose Integration von zusätzlichen Anwendungen, die Standardisierung der unternehmensinternen Prozesse und die Senkung der Folgekosten. Immerhin noch rund zwei Drittel der Hersteller legen Wert auf einen Web-Zugriff auf Anwendungen, hohe Skalierbarkeit und die Unterstützung von Web Services.

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