Outsourcing und Systemintegration treiben Markt an

IDC rechnet mit deutlichem Plus bei IT-Services

12.07.2007 | Redakteur: Martin Hensel

Im deutschen IT-Services-Markt herrscht derzeit gute Stimmung, wenn man die neuesten Prognosen der Marktforscher von IDC betrachtet. Für das laufende Jahr wird ein deutliches Plus prognostiziert, mittelfristig sind weitere Zuwächse absehbar. Getrieben wird die positive Entwicklung in erster Linie von den Bereichen Outsourcing und Systems Integration.

Laut den aktuellen Zahlen der Analysten von IDC befindet sich der deutsche IT-Services-Markt derzeit in einer Hochphase. Gegenüber dem Gesamtvolumen des vergangenen Jahres von 32 Milliarden US-Dollar rechnen die Marktforscher in diesem Jahr mit einem Plus von 5,2 Prozent und Umsätzen in Höhe von insgesamt 33,6 Milliarden US-Dollar. Bis 2011 prognostizieren die Experten weitere Zuwächse, die bei durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr liegen sollen.

Den größten Anteil am IT-Services-Markt stellen die Bereiche Outsourcing (38 Prozent) und Systems Integration (24 Prozent). Im Vergleich zum gesamten IT-Services-Segment sollen diese Bereiche bis 2011 kontinuierlich und überdurchschnittlich wachsen. Insbesondere Outsourcing erfreut sich wachsender Beliebtheit bei Unternehmen. „Hauptmotiv für das Auslagern von Geschäftstätigkeiten – die nicht zum Kerngeschäft gehören – bleiben Kosteneinsparungen, die sich kurzfristig vorweisen lassen“, erläutert Matthias Kraus, Research Analyst von IDC.

Billige Hardware schadet IT-Services

Mit nur einem Prozent muss der drittgrößte Bereich „Deploy und Support“ in diesem Jahr ein gemäßigtes Wachstum hinnehmen. IDC rechnet damit, dass sich in diesem Zusammenhang das Volumen des Sub-Segments Hardware sowohl in diesem Jahr als auch bis 2011 verkleinern wird. Durch den Preisverfall der Hardware leiden auch die IT-Services, da eine Instandhaltungsdienstleistung oft teurer als das eigentliche Gerät ist. Umsätze verschieben sich dabei ebenfalls, da Installation und Wartung immer häufiger Bestandteil von umfassenden Outsourcing-Verträgen sind.

Teilbereiche von Deploy und Support sowie das Segment Custom Application Development werden im laufenden Jahr ein Minus verzeichnen. Bei Custom Application Development sieht IDC den Grund für den Rückgang in erster Linie im Trend, Individualsoftware durch Standard-Applikationen zu ersetzen. Zudem würden zur Anwendungsentwicklung immer häufiger On- oder Offshore-Ressourcen genutzt.

Kleine Anbieter im Aufwind

Den größten vertikalen Markt innerhalb der deutschen IT-Services bilden Industrie-Unternehmen mit einem Anteil von 26 Prozent. IT-Dienstleister konnten in dieser Brance Umsätze in Höhe von insgesamt 8,5 Millionen US-Dollar erzielen. Auf den weiteren Rängen folgen Banken und Versicherungen sowie die öffentliche Verwaltung.

Mit 2.945 Millionen US-Dollar Umsatz bleibt T-Systems an der Spitze der Anbieter von IT-Services. Auf den Plätzen zwei und drei folgen IBM und SIS (ehemals SBS). Im vergangenen Jahr mussten die zehn größten IT-Dienstleister ein Minus ihres kumulierten Anteils am Gesamtmarkt verzeichnen, während kleine und mittelständische Anbieter überdurchschnittlich wuchsen und sich rund die Hälfte des deutschen Marktes für IT-Services einverleibten.

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