23.01.2008 | Autor / Redakteur: Achim Karpf / Ulrich Roderer
Der Traum eines jeden Administrators: Noch mehr Leistung aus seinen Servern ziehen und dabei Stromkosten senken. Klingt wie ein Märchen, aber ein wenig Wahrheit ist immer dabei. Im Falle von Lösungen, die auf der Virtualisierung von Servern und Desktops basieren, stimmt die Geschichte sogar in großem Maße. Virtualisierung und Server-Konsolidierung senken die Energiekosten signifikant.
Unternehmenswachstum bedingt ausnahmslos auch eine Vergrößerung der IT-Infrastruktur. Oft werden für neue Anwendungen zusätzliche Server angeschafft, was dazu führen kann, dass zahlreiche Server nicht ausgelastet sind, die Netzwerkverwaltungskosten steigen und die Flexibilität und Zuverlässigkeit sinken.
Virtualisierung kann einem übermäßigen Anstieg der Serveranzahl entgegenwirken, die Serververwaltung vereinfachen und die Serverauslastung sowie die Flexibilität und Zuverlässigkeit des Netzwerks immens verbessern. Erreicht wird dieses Ziel durch die Konsolidierung mehrerer Anwendungen auf einige wenige Unternehmensserver.
Mittels Konsolidierung und Virtualisierung lässt sich die Serveranzahl von einigen Hundert auf wenige Dutzend reduzieren. Eine geringe Serverauslastung von zehn Prozent oder weniger kann auf sechzig Prozent und mehr gesteigert werden. Die Flexibilität, Zuverlässigkeit und Effizienz der IT-Infrastruktur werden dadurch gestärkt.
Die Virtualisierung ermöglicht den Einsatz von verschiedenen Anwendungen – sogar verschiedenen Betriebssystemen – gleichzeitig auf demselben Unternehmensserver, da der Server in mehrere virtuelle Maschinen (VMs) partitioniert wird. Jede VM verhält sich wie ein einzelner Standalone-Server, der jedoch unter der Partition eines virtuellen Servers läuft.
Werden mehr Anwendungen auf einem einzigen Server ausgeführt, so erhöht sich einerseits die Servereffizienz und andererseits sinkt die Anzahl der Server, die verwaltet und gewartet werden müssen. Bei steigender Last können VMs rasch eingerichtet werden. Sie bieten eine flexible Lösung, wenn sich die Anforderungen ändern, und erfordern keine Investition in neue Server. Mit der Technologie wie zum Beispiel von VMware, SWsoft und Xen-Source können IT-Administratoren laufende VMs von einem Server auf einen anderen transferieren, ohne den Serverbetrieb zu unterbrechen.
In der IT hat im Laufe der letzten Monate ein Paradigmenwechsel stattgefunden. War bisher die reine Rechenleistung bei vorhandener Infrastruktur das primäre Ziel, so hat 2007 ein Wandel stattgefunden, bei der die zunehmende Infrastruktur ein limitierender Faktor bei verfügbarer Rechenleistung wird.
Das spiegelt sich vor allem bei den laufenden Kosten wider, wo Energie und Kühlung sich anschicken, die Investitionen für neue Server zu überholen. Analysten sprechen bereits von 40 Prozent, die für Energie aufgewendet werden könnten.
Um dieses Dilemma abzuwenden, setzen vielen Unternehmen auf die Virtualisierung in den Rechenzentren. Damit soll die Auslastung der Server gesteigert und damit die Energiekosten für den Betrieb und die Kühlung gesenkt werden. Doch geht die Rechnung nicht immer auf und es entstehen neue Anforderungen an die Verantwortlichen in den Rechenzentren.
Vorsichtigere Schätzungen gehen davon aus, dass Computer nur 30 Prozent der Zeit wirklich genutzt werden. Solche Szenarien zeigen deutlich, dass ein erheblicher Teil der IT-Energie derzeit sinnlos verschwendet wird.
Dabei sind es nicht nur die „Grünen“ und ökologisch ambitionierte Personen, die sich Gedanken um die gigantischen Stromfresser machen, sondern auch in der Industrie setzt ein grünes Denken ein. Bisher lag in der IT bei den verantwortlichen Planern in Sachen Rechenzentren der Fokus ausschließlich auf Performance, Spiegelung, Redundanz und Raid-Level. Doch das hat sich schlagartig geändert und man macht sich jetzt doch Gedanken darüber, wie man die Kosten senken kann. Nicht zuletzt, da man davon ausgehen kann, dass die Strompreise in den nächsten Jahren weiter steigen werden. So hat IBM jüngst eine Milliarde Euro bereitgestellt, um Rechner, Mainframes und die Architektur von Rechenzentren zu optimieren.
Virtualisierung von Prozessen gehört ebenso dazu wie die Reduzierung des eigentlichen Strombedarfs. IBM etwa prognostiziert, dass in etwa 500 m² großen Rechenzentren eine Energieeinsparung bis zu 42 Prozent erreicht werden kann. Eine solche Einsparung entspricht einer CO2-Emission in einer Größenordnung von ca. 7.400 Tonnen pro Jahr.
Solange das Hauptargument für Green-IT der Umweltschutz bleibt, wird sie keiner haben wollen. Dabei sprechen laut Analysten auch rein wirtschaftliche Gesichtspunkte für die Technologie. Dieses Kompendium wird auf den folgenden Seiten zeigen, dass sich Virtualisierungs- und Konsolidierungsprojekte in Verbindung mit Green-IT-Komponenten aus wirtschaftlicher Sicht schon alleine durch die Senkung der Stromkosten begründen lassen.
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