13.11.2009 | Autor / Redakteur: Justin Foster* / Ulrich Roderer
Portabilität und Interoperabilität beim Cloud Computing sind wichtige Bereiche, wenn es darum geht, die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter zu vermeiden, um etwa Risiken bei der Verfügbarkeit von Diensten und Daten möglichst gering zu halten.
Standardisierung war schon immer ein Mittel, um Portabilität und Interoperabilität sicher zu stellen. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch beim Cloud Computing Standards helfen sollen, Herstellerunabhängigkeit zu verwirklichen.
Interoperabilität und Portabilität für Infrastructure-as-a-Service (IaaS) wirft zwei wichtige Probleme auf. Das eine ist das Format der Templates (oder Images) der virtuellen Maschine für die Beschreibung der Platten und der Konfiguration der erforderlichen virtuellen Ressourcen.
Im Allgemeinen werden diese Daten von der darunter eingesetzten Virtualisierungslösung bestimmt, doch haben einige Anbieter eigene Formate entwickelt, beispielsweise die Amazon Machine Image.
Zwar gibt es das Open Virtualization Format (OVF) als einzigen Standard, doch werden Anbieter öffentlicher Clouds aus verschiedenen Gründen auch weiterhin ihre eigenen Formate unterstützen. Daher bietet sich als zweitbeste Lösung für die praktische Portabilität eine Formatumwandlung an. Als Zwischenlösung akzeptieren einige Service Provider mittlerweile mehrere Formate, um den Umwandlungs-Overhead zu vermeiden.
Die zweite Herausforderung besteht in der derzeitigen Inkompatibilität des Management-APIs für das Hoch- und Herunterladen, die Inspektion, Konfiguration sowie verschiedene andere Aktionen. Jeder Anbieter hat sein eigenes API, das Orchestrierungs-Software daran hindert, mit mehreren Service Providern zusammen zu arbeiten.
Mehrere Ansätze für eine Problemlösung sind vorhanden. Einige Gruppen wie das Open Grid Forum versuchen, mit dem Open Cloud Computing Interface (OCCI) einen Standard zu spezifizieren. Andere wie Eucalyptus emulieren das Amazon Web Services Interface als den Defacto-Standard. VMware hat sein eigenes vCloud API entwickelt und dies der Distributed Management Task Force (DMTF) als offenen Standard übergeben.
Das vCloud API soll eine Basisinteroperabilität zwischen Vmware-basierten Lösungen (und künftig vielleicht auch anderen) liefern. Dabei geht es aber bestimmt nicht um die etablierten Lösungsanbieter.
Die meisten Provider verzichten auf offizielle Standardisierung, weil sie in diesem aufstrebenden Markt schnell vorankommen wollen und müssen, und Standardisierungsgremien sind nicht gerade für ihre Schnelligkeit bekannt. Doch auch wenn es nicht ein einziges, allgemein akzeptiertes API gibt, heißt das nicht, dass diese Tatsache die Interoperabilität und Portaliblitä zunichte macht. Mehrere APIs lassen sich unter einem einzigen kombinieren, auch ohne Zutun des Providers.
Für den Bereich Virtualisierung gibt es bereits ein API für die APIs, und zwar ist dass das libvirt. Für das Cloud Computing übernimmt das Unified Cloud Interface Project die Aufgabe, ein solches API zu definieren, die Arbeiten stecken allerdings noch in den Kinderschuhen.
Eine weitere Initiative cloudloop liefert ein API für die Zusammenarbeit verschiedener Storage-Dienste, sodass Framework-Anbieter, Middleware-Hersteller und Endanwender ein einziges API nutzen können, ohne sich über die Abhängigkeit von einem Service Provider Gedanken machen zu müssen.
Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 2042174)