Technische und regulatorische Herausforderungen beim Outsourcing von Datenbanken

Datenbanken in der Cloud erfordern umsichtiges Denken

05.10.2009 | Autor / Redakteur: Dr. Gustavo Alonso, CTO Zimory GmbH / Florian Karlstetter

Um Datenbanken in Cloud-Umgebungen zu verlagern gilt es technische wie auch regulatorische Herausforderungen zu meistern.

Es gibt bereits eine ganze Reihe von Beispielen für gut funktionierende Cloud-Services, die wirtschaftlich sinnvoll sind und das Potenzial haben, hinsichtlich ihrer Nutzerzahlen wie auch ihrer Funktionalität weiter zu wachsen. Beim Auslagern von Datenbanken allerdings stößt man auf einige Hürden und Herausforderungen, die es im Vorfeld zu bewerkstelligen gilt.

Cloud Computing markiert für die Software- und Hardwareindustrie ein neues Zeitalter. Was in den letzten Jahrzehnten galt, steht jetzt plötzlich auf dem Prüfstand. Darin besteht die große Faszination des Themas, auch jenseits des Marketing-Hypes. Für die IT-Industrie ist die Bedeutung von Cloud Computing vergleichbar mit den Auswirkungen des Internets auf die Musikindustrie: Es ist eine unwillkommene und beängstigende Entwicklung, die nach vollkommen neuen Business-Modellen verlangt.

Die technischen Grundvoraussetzungen von Cloud Computing sind seit vielen Jahren bekannt. Bereits seit Verbreitung der Computer in den 80er Jahren ist vielen Leuten bewusst, dass ihre Rechner die meiste Zeit ungenutzt sind. Dies führte zu den ersten Cluster-Management-Tools, mit deren Hilfe sich einfache Aufgaben auf mehrere Maschinen verteilen ließen. Die Fortschritte in der Netzwerktechnik brachte in den 90ern Grid Computing hervor, das zusammen mit den riesigen Computer-Farmen des Internetzeitalters die Grundlage für das bilden, was wir heute Cloud Computing nennen.

Auch bei der Software fand in dieser Zeit ein Wandel von monolithischen Programmen hin zu Multi-Tier-Architekturen und von eng verknüpften Systemen hin zu Service- orientierten Architekturen statt. Nimmt man noch Virtualisierung hinzu, so hat man bereits alle Basiswerkzeuge für den Aufbau von Computing-Clouds zusammen.

Ob Software as a Service (SaaS) oder Platform as a Service (PaaS): Es gibt bereits eine ganze Reihe von Beispielen für gut funktionierende Cloud-Services, die für alle Beteiligten wirtschaftlich sinnvoll sind und die das Potenzial haben, hinsichtlich ihrer Nutzerzahlen wie auch ihrer Funktionalität weiter zu wachsen.

Dies scheint jedoch nicht für Datenbanken zu gelten – zumindest nicht für solche, die wichtige oder vertrauliche Daten enthalten. Dies ist eine interessante Feststellung, da es zumindest technisch keinen fundamentalen Hinderungsgrund gibt, Datenbanken in der Cloud anzusiedeln.

Allerdings müssen dazu vorher noch die folgenden Aspekte verstanden und gelöst werden:

  • die gesetzlichen Vorgaben, wo Daten gespeichert werden
  • langfristige Sicherungsgarantien
  • Vertrauen in die Cloud

Die Erfahrung zeigt: Wenn Daten einer Datenbank für mehr als nur eine kleine Gruppe von Leuten relevant sind, so gibt es für diese Daten meist auch zahlreiche Vorschriften und Vorgaben, wo diese Daten gespeichert werden dürfen, wer sie sehen und nutzen darf – und ob sie überhaupt irgendwohin transferiert werden dürfen.

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