10.08.2011 | Redakteur: Ulrike Ostler

Cloud Computing befindet sich noch in einem frühen, unreifen Stadium. Aus Sicht von Thomas Ludwig Uhl, Geschäftsführer der Topalis Holding und Initiator der Deutschen Wolke, fehlen vor allem standardisierte Schnittstellen.
Wegen der fehlene Cloud-Standards laufen Anwender Gefahr, in zu große Abhängigkeit der Anbieter zu geraten. Uhl spricht sich im Interview mit SearchDataCenter für Standards auf Basis von Open Source aus. Das ist auch die Forderung der Initiviative „Deutsche Wolke“, an der sich bislang ein Dutzend Unternehmen beteiligt.
Thomas Uhl: Nein, es gibt im Bereich der Virtualisierung schon einige Standards. Zum Beispiel das Open Virtualization Format (OVF). Es beschreibt, wie man eine virtuelle Maschine mitsamt Set-up und Konfigurationen, unabhängig von Hypervisor und Prozessor-Architektur, von A nach B bekommt.
So weit, so gut! Aber in der Cloud sind Application Programming Interfaces (APIs) viel wichtiger. Die Prozesse bei Infrastructure as a Service (IaaS) – Maschine erzeugen, Ressourcen zuweisen, mit Speicher verbinden, et cetera – laufen auf allen Cloud-Plattformen ähnlich ab. Aber die APIs, auf deren Basis das geschieht, sind bei allen Anbietern – ob bei Amazon, Fujitsu oder IBM – vollkommen unterschiedlich. Dort herrscht ein babylonisches Sprachgewirr.
Thomas Uhl: Das ist eine frühe, unreife Industrie. Beim Cloud Computing stehen wir heute etwa da, wo der Home-Computer in den 80er Jahren war. Damals hatten Sie einen Atari, einen Commodore oder einen Schneider, und mit viel Glück konnten Sie eine Diskette zwischen zwei unterschiedlichen Systemen hin- und herschieben.
Thomas Uhl: Wir haben noch keine interoperablen Systeme. Das sorgt für Zurückhaltung bei den Anwendern. Will man heute eine Applikation auf einer IaaS-Plattform betreiben, dann muss man entweder gegen mehrere unterschiedliche APIs programmieren, was mit enormem Aufwand verbunden ist. Oder man programmiert nur gegen die APIs eines Anbieters und macht sich von diesem abhängig.
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