Interview-Reihe zur Lage der Software-Branche

IBM geht nach SPSS-Zukauf in die Vollen

18.09.2009 | Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Olaf Scamperle ist Director Business Intelligence und Performance Management bei IBM Deutschland.

In einer Interview-Reihe hat unser Schwesterportal IT-BUSINESS einige Branchengrößen aus dem Software-Markt zu den wichtigsten Trends befragt. Welchen Einfluss hat Cloud Computing? Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise aus? Wie wachsen verschiedene Anwendungen zusammen? Im fünften Teil steht Olaf Scamperle Rede und Antwort. Scamperle ist bei IBM Deutschland Director für die Bereiche Business Intelligence und Performance Management.

ITB: Welche wichtigsten Trends bestimmen gegenwärtig das Marktumfeld oder spielen in Zukunft eine große Rolle?

Scamperle: Informationen sind ein Wirtschaftsfaktor. Doch es gibt Defizite bei Identifikation und Verfügbarkeit entscheidungskritischer Informationen als Grundlage für die Entscheidungsfindung. Hier setzt die New Intelligence (NI) Initiative von IBM an. Ziel ist es, Kunden bei der Transformation hin zum informationsbasierten Unternehmen zu unterstützen und Informationen als strategische Unternehmensressource über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg bereit zu stellen.

ITB: Wie lässt sich das in der Praxis bewerkstelligen?

Das erfordert zunächst eine Informationsstrategie mit entsprechender Information Agenda. IBM Global Business Services unterstützen Kunden daher gezielt mit Beratung dabei, eine so genannte Business Analytics-Optimization-Strategie zu entwickeln. Mit Analysen und Prognosen können die Folgen von Entscheidungen nämlich vorhersehbarer gemacht, externe Effekte beherrscht und das Geschäft insgesamt optimiert werden. Mit dem geplanten Zukauf von SPSS erweitern wir zudem gezielt unsere organische Wachstumsstrategie um ein Unternehmen mit Software in den Bereichen Statistik, Data Mining und prediktive Analytics.

ITB: Welchen Einfluss hat das Thema Cloud Computing auf das Marktumfeld?

Scamperle: Dynamische Infrastrukturen sind ein sehr innovatives Liefermodell mit vielen Chancen, Effizienz-Potenzial und Einspar-Möglichkeiten. Auch wenn wir BI in der Cloud technisch bereits anbieten können, Anwender stehen dem Modell derzeit noch abwartend gegenüber. Es gibt noch Bedenken, kritische Daten aus der Hand zu geben und die Kontrolle zu verlieren.

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zum Einfluss der Wirtschaftskrise auf den BI-Markt und zum Trend zusammenwachsender Applikationen.

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