IT goes Virtualisierung
Das Thema Virtualisierung ist in aller Munde. Nach Aussage führender Analysten gehört die Virtualisierung weiterhin zu den Zukunftstrends in der IT.
Ein Beispiel dafür ist der Markt für Virtualisierungs-Services: Das Marktforschungsinstitut IDC geht davon aus, dass die Ausgaben für Serviceleistungen rund um die Virtualisierung bis 2011 auf 11,7 Milliarden US-Dollar steigen werden – 2006 waren es noch 5,5 Milliarden US-Dollar.
VMware ist nicht nur die Galionsfigur in Sachen Servervirtualisierung, sondern auch größter Marktteilnehmer und damit Verkäufer der meisten x86-basierten virtuellen Maschinen. 1999 hatte das Unternehmen die erste Host-basierte Virtualisierungslösung für Workstations auf den Markt gebracht. Mit weit weniger Umsatz, aber einem höheren Wachstum (170 Prozent im Jahr 2005), ist die Firma SWsoft ein weiterer starker Anbieter innerhalb der Virtualisierungsszene.
Doch was verbirgt sich genau hinter dieser Technik und was sind die Gründe in Unternehmen, sie einzusetzen? Virtualisierung ermöglicht es, vorhandene IT-Ressourcen besser zu nutzen und gleichzeitig mehreren Anwendern oder Aufgaben zur Verfügung zu stellen. Virtualisierungstechnologien ziehen hierzu eine abstrakte Ebene in der IT-Infrastruktur ein.
Dabei werden Systemfunktionen von der physischen Hardware isoliert. Somit erhält jeder Anwender das Gefühl, er wäre der alleinige Nutzer der Ressourcen. Außerdem können mehrere heterogene Hardware-Ressourcen zu einer homogenen Umgebung zusammengefügt werden. Dies ermöglicht eine flexible Anpassung der Ressourcen an die momentanen Anforderungen einzelner Anwendungen.
Virtualisierung gab es schon immer
Mainframes und Unix-Server mit ihren RISC-CPUs bieten schon seit den 60er-Jahren Möglichkeiten der Partitionierung von Hardware-Ressourcen. Zunächst handelte es sich dabei um relativ starre elektronische Schaltungen. Schnell kamen dann aber die Methoden der logischen Partitionierung mithilfe einer Abstraktionsschicht ins Spiel. Unix-System-Virtualisierung war von Anfang an leicht umzusetzen, bot Sicherheit und Performance, weil sie Prozessorseitig unterstützt wurde – anders als bei x86-CPUs.
Virtuelle Maschinen für x86-Rechner gibt es erst seit knapp sieben Jahren. Von CPU-seitiger Unterstützung war hier noch keine Spur zu sehen. Die ersten Hostbasierten Produkte wie VMwares Workstation oder Virtual PC von Connectix (2003 von Microsoft gekauft) adressierten damals vor allem Software-Entwickler, die Gefallen an den Möglichkeiten der Virtualisierung ihrer Testumgebungen fanden.
Sparen, sparen, sparen
In Folge einer zweiten Produkt-Evolutionsstufe sind heute performantere, sogenannte Hypervisor-basierte Server-Lösungen auf dem Markt erhältlich. Anwendungsgebiete sind IT-Departments großer Unternehmen, aber auch Internet-Service-Provider machten früh Gebrauch davon. Letztere können mit Virtualisierung Tausende von identisch konfigurierten virtuellen Maschinen leichter verwalten als dies mit physischen Einzel-Servern gelänge. Bekannte Produkte für die Servervirtualisierung sind ESX-Server von VMware, das Open-Source-Projekt Xen, Virtuozzo von SWsoft sowie Virtual Server von Microsoft.
DataCenter im Fokus
Ein Haupteinsatzgebiet der Hypervisor-basierten Lösungen werden in Zukunft die Rechenzentren sein. Dort kann durch die Virtualisierung eine vollständige Entkopplung von Software und Hardware, also eine komplett virtualisierte Infrastruktur erreicht werden. Dies erlaubt es nicht nur, jeder Software die Hardware anzubieten, die sie benötigt. Vielmehr lassen sich auch Ressourcen zwischen den virtuellen Maschinen im laufenden Betrieb beliebig verteilen, falls höhere Anforderungen dies notwendig machen. Neben der Skalierbarkeit erhöht Virtualisierung auch die Ausfallsicherheit, denn der Absturz eines virtuellen Servers beeinträchtigt die anderen oder gar das Host-System nicht.
Es wird noch dauern, bis die Virtualisierung vollständig in den Rechenzentren ankommt. Denn selbst in der darunter liegenden Markt-Stufe, der Servervirtualisierung in großen IT-Organisationen, ist die Verbreitung von virtuellen Maschinen nicht wirklich fortgeschritten. Marktforscher Tim Klasell von der Unternehmensberatung Thomas Weisel Partners zufolge sind derzeit gerade einmal vier Prozent aller Server mit virtuellen Maschinen bestückt.
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Zudem haben wir die wichtigsten Hersteller im Virtualisierungsmarkt gebeten, uns Ihre Einschätzungen der Zukunft in einem Video-Interview zu erläutern. So entstandenen hochinteressante Video-Blogs, die Sie ebenfalls in diesem Special abrufen können.
Herzlichst, Ihr Ulrich Roderer
Chefredakteur SearchDataCenter.de
Virtualisierung beinhaltet von Dateivirtualisierung bis hin zur Desktopvirtualisierung eine hohe Bandbreite an Themen und Technologien. Was Sie zum Thema Virtualisierung im DataCenter unbedingt lesen sollten, um sich einen grundlegenden Überblick über Technologien, Möglichkeiten und beteiligte Marktteilnehmer zu verschaffen, finden Sie hier:
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