26.01.2010 | Autor / Redakteur: Rüdiger Spies / Katrin Hofmann
Microsoft hat mit Hyper-V sehr erfolgreich Marktanteile gewonnen, wobei dieser Erfolg überwiegend im Low-End-Marktsegment stattfand und die Funktionalitäten des Produktes weiter entwickelt werden. Was die Großkunden betrifft, so kontrolliert VMware den größten Teil der installierten, virtuellen Basis und hat sich bereits mit Cisco im Hinblick auf die einheitliche Infrastruktur zusammengeschlossen. Die Microsoft-HP-Partnerschaft ist eine neue Initiative, die voraussichtlich Microsoft dazu verhilft, Hyper V in diesem Jahr – besonders mit “klugen Paketen” – erfolgreich im Mittelstand zu verkaufen.
Dennoch besteht für HP and VMware-Kunden durch diese Partnerschaft kein Anlass zur Sorge. HP wird nach wie vor VMware gut unterstützen und die Gefahr, dass sich die HP-VMware-Partnerschaft zerschlägt, ist praktisch ausgeschlossen. Genauso wie HP mehrere Betriebssysteme unterstützt, unterstützt HP auch verschiedene Virtualisierungsplattformen.
Das Phänomen der Co-opetion in den neuen Rechenzentren, wo Anbieter sowohl Kooperationen eingehen als auch im Wettbewerb stehen, wird bald Normalität sein. Deshalb erwartet IDC, dass HP auch weiterhin mit VMware und Oracle bei anderen Marketingaktionen zusammenarbeiten wird. IDC ist zudem der Meinung, dass ähnliche Wettbewerbsinitiativen von anderen Systemanbietern folgen werden. Darunter ist IBM, die über ein umfangreiches, internes Softwareangebot (z.B. IBM Tivoli, IBM DB2, IBM WebSphere) verfügt oder Dell, die sich sehr wahrscheinlich mit unabhängigen Softwareanbietern (ISVs) zusammenschließen werden, um deren Software-Stacks für Dell-Server und Storage-Infrastruktur zu optimieren. Wie bereits erwähnt, hat Cisco durch die VCE Alliance und die Absicht, Virtualisierungssoftware auf seine einheitlich strukturierte Infrastruktur aufzusetzen, ebenfalls Andeutungen in diese Richtung gemacht. Und HP kündigte seine eigene konvergierende Infrastrukturinitiative letzten November an.
IDC schätzt die HP/Microsoft-Ankündigung als proaktiven Schritt ein, um rasch eine alternde installierte Basis – insbesondere in mittelständischen und großen Unternehmen – zu erneuern. Dabei werden neue Server/Storage-Netzwerktechnologien mit neuer Microsoft-Software kombiniert. Des Weiteren bedeutet die Fortsetzung eine breite Palette von Microsofts lösungsorientierten Softwareprogrammen, die dazu bestimmt sind, Microsofts installierte Basis zu erhalten und in einer Zeit zu erweitern, in der IT-Budgets stark begrenzt sind und die Server-Lebensdauer sich verlängert. Hier noch ein interessanter Punkt, der zum Grad der Integration gesagt werden muss: HP möchte Technology-Stack-Lösungen anbieten, die die Interoperabilität zwischen den Serverplattformen von Windows und Linux verbessern. In vielen Unternehmen laufen diese Applikationen Seite an Seite auf virtualisierten x86-Serversystemen.
HP und Microsoft, die seit 1997 im Bereich Enterprise-Infrastructur miteinander kooperieren, sind sich darüber im Klaren, dass sie nicht die Einzigen sind, die 2010 potenzielle Kunden gewinnen wollen. Wie aus der Ankündigung zu entnehmen ist, sehen sie den Technologie-Erneuerungs-Zyklus als Sprungbrett, um Marktanteile in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt zu gewinnen.
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