22.12.2008 | Redakteur: Dr. Stefan Riedl
Im kommenden Jahr will IBM mit virtualisierten Linux-Rechnern durchstarten und gleichzeitig über diese Schiene Office-Applikationen aus dem eigenen Haus verstärkt an den Mann bringen. Für IBM-Partner wird gerade ein Schulungsprogramm erarbeitet.
IBM bringt zusammen mit Partnerunternehmen einen Linux-basierten virtuellen Desktop nach Deutschland. Der auf dem Operating System (OS) Ubuntu von Canonical laufende virtuelle Desktop des Unternehmens »Virtual Bridges« ist durch die Kooperation ab sofort in Deutschland verfügbar. IBM verspricht den Unternehmen »wesentliche Kostenersparnisse gegenüber einem Microsoft-Desktop«.
Teil des neuen Angebots ist die auf offenen Standards basierende Open Collaboration Client Solution Software aus dem Hause IBM. Durch sie erhält der Kunde auf seinem virtuellen Desktop Software für eMail, Office-Dokumente, Unified Communications und Social Networking.
Auf den Markt bringen den virtuellen Desktop zunächst die hauseigenen IT-Berater von IBM Global Technologies Services. Im Bereich Desktop-Virtualisierung für Großkunden, erweitert IBM seine Dienstleistungsangebot um den Punkt »Virtual Linux Desktop«. Zu den Systemhauspartnern der ersten Stunde zählt die Topalis AG, die sich auf Beratung, Implementierung und Betrieb von Open-Source-basierten Infrastrukturlösungen spezialisiert hat.
Freilich werden auch Business Partner aus dem Resellernetz von IBM partizipieren können. »Voraussetzung ist, dass die Partner entsprechende Skills aufbauen. IBM ist auch schon am Erarbeiten solcher Enablement-Möglichkeiten«, hieß es auf Nachfrage von IT-BUSINESS aus dem Konzern.
»Innerhalb kürzester Zeit nach der Ankündigung unseres virtuellen Desktops haben wir in Deutschland bereits zahlreiche Anfragen von Unternehmen unterschiedlicher Größe und aus unterschiedlichen Branchen wie Banken und Versicherungen, dem öffentlichen Sektor oder der Industrie erhalten«, so Maja Kumme, Direktor Lotus Software, IBM Deutschland. Für immer mehr Unternehmen würden die Vorteile eines unabhängigen Clients überwiegen, so Kumme weiter.
Bei einer Virtual Desktop Infrastructure wird eine Rechenzentrums-Infrastruktur in Unternehmen aufgebaut, bei der komplette Desktop-PCs virtualisiert werden. Zugegriffen wird dann auf Applications-Ebene mit »einfach gestrickten« Rechnern, während die eigentliche Rechenleistung im Rechenzentrum statt findet. Statt einer einzelnen Komponente oder Anwendung wird dabei der komplette PC-Desktop im Rechenzentrum virtualisiert – im Falle des »Virtual Linux Desktops« eben ein Rechner auf Ubuntu-Basis mit den angegebenen eMail, Office und Collaboration-Anwendungen von IBM. Für den Endnutzer bietet ein virtueller Desktop – zumindest in der Theorie – dann dieselbe Funktionalität und Leistung, wie ein herkömmlicher Arbeitsplatzcomputer mit fest installiertem Betriebsystem. Darüber hinaus hat er die Möglichkeit, seinen Desktop und alle notwendigen Applikationen von allen mit dem Unternehmensnetzwerk verbundenen Geräten aus zu erreichen, indem er direkt auf das Rechenzentrum zugreift und nicht per Remote-Software auf den (angeschalteten) PC. Für die IT-Abteilungen birgt ein virtueller Desktop ebenfalls Vorteile: Da sich alle Applikationen auf einem zentralen Server befinden, verläuft die gesamte Administration der virtuellen Geräte inklusive der Software-Updates von einer zentralen Stelle aus. Auch das Lizenz-Management wird einfacher. Das scherzhaft »Update per Turnschuh-LAN« genannte Installieren auf den einzelnen Rechnern gehört spätestens dann der Vergangenheit an.
Der Listenpreis von VERDE für eine 1.000-Benutzer-Umgebung beträgt zum Marktstart 49 Euro pro User (zuzüglich Mehrwertsteuer). Die gesamte Client-Konfiguration, wie oben beschrieben 59 bis 192 Euro, je nach Wahl der Bestandteile. Im kommenden Jahr wird die Lösung im IBM Forum in Stuttgart, im IBM Briefing Center in Böblingen und auf der CeBIT 2009 vorgestellt.
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