12.07.2011 | Autor / Redakteur: Brien Posey, Ralph Beuth / Ulrike Ostler

Ist es besser, einen massiven Server Cluster, der alle VMs aufnimmt, oder besser eine Anzahl kleinerer Cluster mit einer jeweils überschaubaren Menge an VMs auf jedem Host zu schaffen? Hardware- und Netzwerkkapazitäten bestimmen letztlich die Größe eines Server-Cluster. Zudem setzen die Hypervisoren dem Clustering Grenzen. Wo liegen die Limits?
Der erste Schritt bei der Planung eines Server-Cluster besteht darin, die Kapazitäten des Hypervisors zu ermitteln. Denn: Jede Virtualisierungs-Plattform hat ihre Grenzen.
Der Admin muss demnach sicherstellen, dass der geplante Cluster diesen entspricht. Ein Microsoft Hyper-V Server Cluster zum Beispiel kann bis zu 16 Knoten, sprich: Host Server, bedienen, und jeder Host unterstützt bis zu 384 Virtuelle Maschinen (VMs) mit einem Gesamt-Cluster-Limit von 1.000 VMs.
VMware vSphere 4.1 hingegen unterstützt bis zu 32 Knoten in einem Hochverfügbarkeits-Cluster, mit bis zu 320 VMs pro Host beziehungsweise 3.000 VMs pro Cluster.
Ebenso wichtig ist es, die Host-Limits zu beachten. Denn die Hardware limitiert ebenso die Größe eines Cluster, namentlich die Zahl der physikalisch installierten Network Interface-Cards (NICs) in jedem Knoten.
Die Anforderungen an die NICs variieren von einer Virtualisierungs-Plattform zur anderen. Aber generell gilt, dass jeder Cluster-Knoten mindestens vier NICs benötigt.
Eine NIC ist für das Management des Hypervisors zuständig, die VMs bleiben dabei noch unbeteiligt. Ein weiterer erstellt die Netzwerkverbindungen zu den VMs. Die dritte NIC testet Cluster-Knoten auf Fehlfunktionen und eine Vierte schafft den Zugang zu gemeinsam genutzten Speichern via iSCSI oder Fibre Channel (Glasfaser).
In nicht wenigen Fällen wird ein großer Cluster zusätzliche NICs erfordern. Für Redundanz und bessere Absicherung gegen Fehler sollte jeder Admin diese je nach Anzahl der VMs zusätzlich einplanen.
Dieser Ansatz kann allerdings tückisch sein, weil ja die Server-Hardware generell nur eine begrenzte Anzahl an NICs unterstützt. Zwar schaffen Multi-Port-NICs oder NICs mit 10 Gb Durchsatz mehr Möglichkeiten. Aber dennoch bleibt die Anzahl der NICs, die ein Cluster beherbergen kann, stets ein limitierender Faktor.
Angenommen, ein Admin will einen Hyper-V Server Cluster bauen mit der maximalen Dichte von 384 VMs pro Cluster-Knoten: Für entsprechende Performance benötigen er dummerweise mehr Netzwerk-Bandbreite für die VMs als ein paar 10 Gigabit-NICs jemals liefern können.
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