18.05.2009 | Autor / Redakteur: SearchDataCenter / Florian Karlstetter
Bei der Speichervirtualisierung werden logische, von den physikalischen Gegebenheiten unabhängige Speicherbereiche eingerichtet. Die Aufhebung des direkten Kontakts zwischen Server- und Speichersystemen erschließt die Möglichkeit, dem Server die Gesamtheit der in einem SAN befindlichen Speicherressourcen als (virtuelle) Festplatte erscheinen zu lassen.
Durch diese Trennung der logischen von der physikalischen Schicht brauchen sich die angeschlossenen Server nicht mehr um die Eigenheiten der verschiedenen physikalischen Storage-Geräte und -Medien zu kümmern. Für die selbstoptimierende Verwaltung der physikalischen Speicher sorgt eine interne Eigenintelligenz im virtualisierten System.
Virtuelle Tape Appliances zum Beispiel ermöglichen mit einer relativ kleinen Anzahl von physikalischen Speichermedien allen angeschlossenen Anwendungen die benötigte Laufwerkskapazität virtuell zur Verfügung zu stellen. Sie entkoppeln die realen Bandarchive von den Servern und können sich so Veränderungen in der Systemumgebung problemlos anpassen, da keine Abhängigkeiten mehr zu Treibern, Host-Bus-Adaptern, Firmware-Ständen und Betriebssystemversionen bestehen.
Während die Anwendung beispielsweise weiterhin davon ausgeht, mit normalen Magnetbandkassetten-Laufwerken (MBK) zu arbeiten, erfolgt im virtuellen Bandarchiv eine Zwischenspeicherung auf Magnetplatte; erst nach ihrer vollständigen Übertragung auf das virtuelle Volume werden die Daten physikalisch auf einer MBK abgelegt. Um die Datensicherheit während dieser Zeit zu garantieren, kommt als interner Speicher für die virtuellen Volumes ein leistungsfähiges RAID-System zum Einsatz.
Die Trennung der logischen von der physikalischen Sicht ermöglicht sowohl eine höhere Verarbeitungsgeschwindigkeit beim Zugriff auf die Speicher als auch eine optimale Ausnutzung der vorhandenen Kassettenkapazität. Gegenüber herkömmlichen Archiven ergibt sich eine erhebliche Performance-Verbesserung bei gleichzeitig verringertem Ressourcenbedarf. Darüber hinaus lassen sich die Speicher dynamisch erweitern und defekte Laufwerke im laufenden Betrieb austauschen, ein wichtiger Beitrag zum Thema Hochverfügbarkeit.
Durch Virtualisierung und Automatisierung lässt sich die Gesamtverfügbarkeit der Systeme wesentlich erhöhen. Gleichzeitig tragen diese Technologien zu einer dauerhaften Effizienz und Flexibilität der betrieblichen IT bei. Sie sind damit ein wesentlicher Baustein in einer dynamischen IT-Infrastruktur, die ebenso hochverfügbar wie wirtschaftlich ist und sich gleichzeitig flexibel an aktuelle Anforderungen anpassen lässt.
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