18.05.2009 | Autor / Redakteur: SearchDataCenter / Florian Karlstetter

Allen Wegen zur Hochverfügbarkeit ist gemein, dass sie nicht den Charakter von Durststrecken haben, sondern dass bereits jede Teilstrecke, sinnvoll bemessen, technische und wirtschaftliche Nutzeffekte mit sich bringt. „Always on“ heißt die Forderung und bedeutet, dass Netze, Datenhaltung, Server, Betriebssysteme, Middleware und Anwendungssoftware spontan nutzbar und ständig verfügbar sein müssen.
Ziel der Hochverfügbarkeit ist, geplante und ungeplante Stillstandszeiten für Anwendungen auf ein Minimum zu reduzieren. Anwendungen sind auch dann noch am Laufen zu halten oder möglichst schnell wieder zum Laufen zu bringen, wenn die Standardinfrastruktur wegen Wartung oder Upgrades abgeschaltet oder nach einem Ausfall repariert werden muss.
Ein Ignorieren dieser Erfordernisse – etwa unter Hinweis darauf, Ausfallsicherheit sei letztlich ohnehin nicht erreichbar – kann im schlimmsten Fall desaströse Folgen für ein Unternehmen haben. Aber auch wenn ein solcher Worst Case nicht eintritt, geht schon jede einzelne Stunde Ausfall auf Kosten der Wirtschaftlichkeit und der Reputation eines Unternehmens. Klar ist, dass eine 100-prozentige Ausfallsicherheit unerreichbar bleibt. Zudem ist es in fast allen Fällen erheblich teurer, eine Verfügbarkeit von 99,99 Prozent auf 99,999 Prozent anzuheben, als eine von 99,9 auf 99,99 Prozent – und das obwohl die Ausfallzeit pro Jahr im zweiten, günstigeren Fall um fast acht Stunden, im ersten dagegen nicht einmal um eine Stunde sinkt.
Das Ziel der Hochverfügbarkeit kann ein Administrator auf verschiedenen Wegen angehen. Dabei bietet jeder Ansatz für sich bereits lohnende Zwischenstationen auf dem Weg zum Ziel. Eine Möglichkeit ist der Einsatz von Fehlerdetektoren und -generatoren, die die bestehenden IT-Systeme als gegeben hinnehmen und „einfach“ gegen Fehler absichern.
Einen Schritt weiter geht das Verfahren der Konsolidierung, das bei der Neustrukturierung der IT-Landschaft ansetzt: Die Verringerung der Anzahl der eingesetzten Server, Speicher und Anwendungen gewährleistet eine bessere Steuerbarkeit, Auslastung und Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems. Auch die Standardisierung ist der Hochverfügbarkeit förderlich, trägt doch das Abschaffen beziehungsweise Überbrücken unnötiger Komplexitäten und Inkompatibilitäten zu einem fehlerfreieren Systembetrieb bei.
Dieser Beitrag befasst sich mit zwei weiteren Ansätzen, die eng zusammengehören: Virtualisierung und Automatisierung. Die Zusammenfassung und automatische Zuteilung der IT-Ressourcen sorgt für eine optimale Auslastung und steigert so – neben anderem – die Verfügbarkeit der Systeme. Grundprinzip der Virtualisierung ist die Trennung von Hardware, Software und Daten.
Dadurch wird die Hardware disponibel (Pool-fähig), sodass insgesamt auch weniger Hardware vorgehalten werden muss. Denn heute existieren in den Unternehmen häufig sogenannte Silo-Architekturen. Das heißt, jeder Applikation werden ein eigener Server, eine eigene Datenbank und eigene Speichersysteme zugewiesen. Und jeder Silo hat aus Gründen der Ausfallsicherheit ein Maximum an Ressourcen zur Verfügung, um auftretende Spitzenbelastungen abzufangen.
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